Idyllisch am Fuß eines der Drei-Kaiserberge, dem Stuifen, gelegen – das ist der kleine Ort Wißgoldingen. Vielleicht unscheinbar auf den ersten Blick, aber der Teilort von Waldstetten im Ostalbkreis hat es in sich.

Nein, es war keine Verzweiflungstat, sondern meine selbstgewählte Aufgabe „Heimatkunde“, bei der heute die Erkundung von Wißgoldingen, der kleine Teilort meiner Heimatgemeinde Waldstetten, auf dem Programm stand. Im Herbst 2020 hat uns Corona einen dicken Strich durch unsere geplante Langzeitreise nach Prag gemacht. Man kann es jetzt so oder so sehen – am Anfang haben wir uns natürlich etwas geärgert, dass dieses fiese Virus uns nicht reisen lässt. Bei einer Absage 2 Tage vor Reisebeginn und schon mit gepackten Koffern kommt ganz klar keine Freude auf. Aber – dann gibt es eben „Heimatkunde“. Und damit habe ich selber einen Stein losgetreten, der mich noch einige Zeit in meinen Beiträgen beschäftigen wird.

Mit dem Lockdown ab November zogen wir jetzt den Radius enger um meinen Heimatort. Warum nicht einmal diesen genauer entdecken? Habt ihr das mit eurer Heimatstadt schon einmal gemacht? Im September 2020 war ich bewusst in meiner Geburtsstadt Schwäbisch Gmünd für meinen Reiseblog unterwegs. Und ich war tatsächlich überrascht, dass ich noch Ecken entdeckte, an denen man sonst achtlos vorbeihastet. Danach kam mir dann mein Bericht über Waldstetten richtig mickrig vor. Eine Überarbeitung und Erweiterung steht als eine der nächsten Aufgaben auf meinem To-Do Plan.

Heute durfte Fridolin einen gewohnten Weg fahren. Für mich ist es eine der schönsten Strecken und oft habe ich oben auf der Anhöhe schon mein Autole angehalten und dankbar übers Land geschaut. Aber Achtung – am Wochenende könnt ihr diese Strecke nur zu Fuß genießen, da ist die Straße gesperrt. Ich spreche von unserem kleinen Paß, der zunächst in einen weiteren kleinen Teilort von Waldstetten, nach Tannweiler führt, und dann auf der Hochebene weiter nach Wißgoldingen.

Kommt mit zu meinem Ausflug nach Wißgoldingen

Die ersten beiden Fotos sind von einem Ausflug vom Sommer 2020 und sollen euch einen Eindruck von dem oben geschriebenen vermitteln. Gell, da braucht es keine weiteren Worte, oder?

Der Berg auf den man auf der kleinen Straße zufährt – das ist er! Der Stuifen unser Hausberg. Auf den gehe ich aber später noch näher ein. Jetzt gibt’s erst mal (wie gewohnt 🙂 )

ein bisschen Geschichte zu dem Ort Wißgoldingen

und die geht zurück bis in die Alamannenzeit. Woher ich das weiß? „ingen“ so enden Ortsnamen, die auf Siedlungen aus dieser Zeit stammen. Wir Einheimische, vor allem wir Schwaben, sind bei der Aussprache des Ortsnamens eher sparsam 🙂 – für uns heißt der Ort einfach nur „Wißlenga“. Die Römer hatten anschließend auch mitgemischt. Schließlich liegt das Örtchen an einer Römerstraße. Zeugnisse der Römer finden sich noch mit dem Römerturm beim Kloster Lorch, oder mit den Resten eines Römerkastells am Schirenhof in Schwäbisch Gmünd. Und wenn die von dort aus Richtung Alb weiterwollten, dann mussten sie erstmal den Berg hoch und über Wißgoldingen. Mehr weiß man über diese frühe Zeit aber nicht.

Auch später sind die urkundlichen Vermerke über Wißgoldingen recht spärlich. 1275 taucht der Ortsname, genauso wie auch Waldstetten, erstmals auf. Eigentlich ist ja da die Stauferzeit zu dieser Zeit mit dem Tod des letzten Staufers Konradin schon ein paar Jährchen beendet. Ich habe den Ort trotzdem bei meinen Stauferspuren einsortiert, denn man vermutet, dass bereits zu dieser Zeit der kleine Flecken ein Besitz der Rechberger war. Und wie ihr in meinem Bericht über die Burgruine Hohenrechberg nachlesen könnt, waren die Dienstmann der Staufer. Insgesamt lebe ich ja in einem richtig ’stauferverseuchten‘ Gebiet 🙂 – hochspannend in der Geschichte.

Die Vermutung mit den Rechbergern wurde dann so um 1316 in einer Urkunde belegt, in dem eine Güterteilung der Rechberger Grafen erwähnt wird. Die haben ja nicht nur Güter geteilt, sondern auch die Linie und sich quasi über den ganzen Ostalbkreis verteilt. Aber auch hinunter Richtung Donzdorf, denn wenn man von Westen, also von Richtung Donzdorf, auf Wißgoldingen zufährt, sieht man schon von weitem die ersten Häuser oben auf dem Berg ‚thronen‘. Diese Herren von Rechberg waren bis zum Aussterben der männlichen Nachkommen ihres Zweigs 1732 Besitzer von Wißgoldingen. Und was machen die verbliebenen Damen? Die verkaufen kurzerhand den Ort 1735 an die Württemberger. Was den übrigen Herren von Rechberg aber so überhaupt nicht gefiel – und das aus gutem Grund. Man lässt doch nicht ein kleines wohlhabendes Dorf aus den Fingern? Nieee im Leben!

Was für ein Glück, dass die Rechberger im Ritterkanton Kocher Mitglied waren. Das war eine freie Reichsritterschaft, in dem sich, in fünf Kantonen aufgeteilt, Reichsritterfamilien zusammengefunden haben. Mit deren Hilfe wurde entschieden, dass Wißgoldingen eine Ritterschaft bleiben soll und wurde dem Ritterhauptmann vom Holz auf Alfdorf überlassen. Ob die jetzt was mit den Rechbergern zu tun hatten oder mit wem auch immer? Ich konnte nichts greifbares darüber finden, nur, dass sie im 14. Jahrhundert auf einmal im Raum Göppingen und Schwäbisch Gmünd da waren.

1806 half dann aber alles Sträuben nichts mehr. Ich nenn es immer das „Ringlein-Spiel“ – das Ringlein Wißgoldingen wandert weiter, von einer Hand zur andern. Jetzt endgültig zum Königreich Württemberg und wurde dem Oberamt Schwäbisch Gmünd zugeordnet. In früheren Zeiten war es noch so geregelt, dass die Bürger der Gemeinden die Konfession ihrer Regenten annehmen mussten. Und egal wer da in der Zeit wen bekehren wollte, die Rechberger blieben hartnäckig beim katholischen Glauben. So blieb das Dorf auch nach der Übernahme ein rein katholischer Ort. Die wenigen evangelischen Bürger wurden rein Pfarramtsmäßig ‚ausgesiedelt‘ – in dem Fall ums Eck nach Degenfeld.

Und von was lebt jetzt so ein kleines Dorf, vor allem wenn es so wohlhabend war, dass man es nicht abgeben wollte? Ganz einfach – die Grundbesitzer vermieteten ihre Höfe an die Bauern. Auch die Gemeinde stellte Grundstücke zur Nutzung zur Verfügung, natürlich auch nicht kostenlos. Handwerker siedelten sich neben den Bauern ebenso in dem kleinen Dorf an, das mit der Zeit immer großer wurde. Wie viele andere Orte auch, so z.B. auch Strümpfelbach, war Wißlenga zu der Zeit ein reines Straßendorf. Ich habe diese Art Dorf zum ersten Mal bewusst bei unserem Weihnachtsurlaub 2019 in Sachsen-Anhalt in Roßbach gesehen. Gefühlt 3 km Dorf, alle Häuser direkt an der Straße, der Hof und Wirtschaftsgebäude nach hinten angebaut. Tatsächlich gehen auch heute nur eine Handvoll kleiner Gassen nach rechts oder links weg.

Bis zum 1. Februar 1972 war die Gemeinde selbstständig, bis sie dann im Zuge der Gemeindereform ein Teilort von Waldstetten wurde. Und wir Waldstetter sind ja richtig mächtig stolz darauf, dass wir nicht von Schwäbisch Gmünd damals ‚geschluckt‘ wurden und haben uns unsere Selbstständigkeit bis heute erhalten.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Ingrid Banzhaf, die 22 Jahre Ortsvorsteherin in Wißgoldingen war, und mich mit ein paar Detailinfos über ‚ihr‘ Wißgoldingen versorgt hat. Ich durfte in ihrem Buch „Wißlinger G’schichtle“ stöbern, welches ihr, wenn ihr noch mehr über den Ort erfahren möchtet, im Bezirksamt in Wißgoldingen bekommen könnt.

Über eine Tatsache muss man bei Wißgoldingen aber nicht lange herum reden – landschaftlich liegt der kleine Ort traumhaft schön. Schaut mal

der Blick auf die Albkette von Wißgoldingen aus

der hat doch was, oder? Auch heute war es irgendwie mystisch. Die Albkette ragt aus den Nebelschwaden heraus. Ich finde diesen Anblick, der sich mir immer wieder auf der kleinen Verbindungsstraße bietet, unglaublich schön. Ganz ehrlich, mit meiner Challange „Heimatkunde“ wurde mir bei vielen Blicken sehr bewusst, was bisher manchmal eine Alltäglichkeit trübte. Leben dort, wo andere Urlaub machen. Man vergisst es leider nur allzu oft, oder blendet es aus.

Blick auf die Alb von Wißgoldingen 0004
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Jahrelang bin ich an ihr vorbei gefahren –  an der

Katholischen Kirche St. Johannes Baptist in Wißgoldingen

Jede Woche, als ich zum Training in den Tanzverein nach Wißgoldingen bin. Jetzt muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich aber noch nie IN der Kirche war. Kein wirklicher Anlass hat mich je dazu gebracht, nach Wißlenga in die Kirche zu gehen. Tja, bis eben jetzt meine Challenge „Heimatkunde“.

Heute war eben alles anders, die Kirchentüren öffnen sich. Wie ihr ja in meinem Geschichtsteil schon gelesen habt, die Besitzer bestimmen auch die Konfession und damit gehörte die Wißgoldinger Kirche zum Bistum Konstanz, wo Wißgoldingen 1275 zum erstenmal erwähnt wird. Und wenn der hohe Grafenherr eine größere Kirche möchte, dann hat er die auch gefälligst selber zu bezahlen. Was ja nicht immer so selbstverständlich ist, wenn ich an Kirchenerweiterungen in anderen Orten denke. In Schorndorf z.B. wurde eine Finanzierung über Ablässe getätigt, man konnte sich sein Seelenheil erkaufen. Bei der Kirche in Schwäbisch Hall waren es reiche Gönner und Stifter die einen Erweiterungsbau finanzierten.

Aber diese Selbstfinanzierung erfuhr ja bereits auch die Wallfahrtskirche auf dem Hohenrechberg, auch von einem ‚von Rechberg‘ finanziert. Brav so! Genauso hielt es auch einer der Fürstpropsten in Ellwangen mit der Wallfahrtskirche auf dem Schönenberg. Wenn ihr mal in Wißgoldingen seid, schaut euch die Kirche von innen an. Nicht immer muss eine Kirche mit einer überreichen, üppigen Ausstattung glänzen. Oft ist weniger mehr, so wie in der Wißgoldinger Kirche. Deshalb hat sie in meinem Reise- und Fotoblog einen eigenen Beitrag bekommen.

An der Kirche vorbei, bis an den Ortsrand – und ihr könnt ein Kleinod entdecken, das man in dieser Art wohl nicht soooo schnell wieder findet –

die Marienkapelle in Wißgoldingen

Auch ich blieb da erstmal sprachlos stehen und drehte mich langsam im Kreis. Denn an dieser Stelle habt ihr gleich mehrere Highlights vereint. Zum einen die kleine Kapelle, die auf einer kleinen Anhöhe liegt, unbedingt eine Besichtigung wert. Die Entstehungsgeschichte vom Käppele, wie die Einheimischen es nennen, liegt wie der Blick auf die Albkette etwas im Dunst. Aber im Inneren? Ich war begeistert. Viel mehr möchte ich euch an dieser Stelle gar nicht verraten, denn da war keine Überlegung, die Marienkapelle bekommt natürlich ganz klar ihren eigenen Beitrag.

Der Blick ins Umland ist von der Marienkapelle einfach nur ein Traum. Die Albkette, Richtung Süden, liegt immer noch wie ein Trennstrich wunderschön zwischen dem Vorland und diesen Anhöhen. Von der Kapelle aus, habt ihr die Wahrzeichen unserer Region wunderbar alle im Blick –

die Drei-Kaiserberge

und allein mit diesen Blicken könnt ihr erahnen, dass diese Region ein herrliches Wandergebiet ist. Uaaaah, ein Wort, das in meinen Ohren nicht wirklich Gefallen findet. Denn wie ihr sicher aus meinen Berichten wisst, wir sind nicht die Wanderfreaks, die mit Rucksack bepackt, den ganzen Tag per Pedes on Tour sind. Das hat aber auch teilweise traurige Hintergründe, heißt, wir sind nicht einfach nur faul. Aber so ein paar Kilometer, das schaffen wir schon 😀 – und auch recht gerne.

Als Waldstetterin, und hier in Wißgoldingen stehend, kommt ganz klar einer als erster dran –

der Stuifen – einer der Drei-Kaiserberge

der unser beider Hausberg ist. Waldstetten zeigt er sich von vorne, und Wißgoldingen von hinten (oder andersrum 🙂 ) und den kleinen Teilorten Tannweiler und Weilerstoffel von der Seite. Und ich freue mich jeden Tag von meinem Wohnzimmerfenster an diesem Blick. Mit 757 Meter Höhe ist er der größte von den Drei-Kaiserbergen. Vielleicht dachte er sich bei der Entstehung – wenn ich schon on Top nichts aufweisen kann wie die anderen beiden Berge, dann trumpfe ich mit meiner Höhe. Denn schlichtweg ist die Bergkuppe zu schmal, dass eine Burg da drauf gepasst hätte. Damals nicht bewaldet, glänzt er heute mit dichtem Baumbestand.

Vielleicht hatte man mit seiner ‚Nacktheit‘ dort oben auf dem Gipfel irgendwann ein Einsehen. 2011 wurde auf der kleinen Freifläche gen Westen das Stuifenkreuz errichtet, das von Wißgoldingen gut sichtbar ist. Und natürlich gibt es von allen Seiten viele Wanderwege nach oben. Es ist Ehrensache, dass der Stuifen auch seinen eigenen Bericht in meinem Reiseblog hat.

In der Mitte trumpft einer der drei Berge so richtig auf –

der Hohenrechberg – einer der Drei-Kaiserberge

und bei schönem Wetter ist er gut besucht. Hat er doch zum einen die Burgruine Hohenrechberg als Anziehungspunkt und oben auf dem Gipfel die Wallfahrtskirche. Bis zur Burg geht es 622 Höhenmeter nach oben, zur Kirche zieht es sich dann nochmal ein bisschen den Berg hoch. Dieser Berg war das absolute Ziel meiner Kindheit. Ich weiß nicht mehr, wieeee oft ein Schul-Wandertag hier nach oben auf die Ruine geführt hat. Naja, war ja irgendwie klar – ich, Schulkind in Schwäbisch Gmünd, Hohenrechberg, Hausberg und eines der Wahrzeichen von Schwäbisch Gmünd.
Herrliche Blicke ins weite Umland sind von hier oben garantiert. (Der letzte Blick bei der Fotoserie zeigt Waldstetten.)

Daher ist es klar, dass bei meiner „Heimatkunde“ diese Ziele ihre eigenen Beiträge in meinem Blog bekommen. Seid ihr neugierig, wie die Ritterburg der einstigen Dienstmannen der Staufer aussah? Und die Kirche, die sie erbauen ließen?

Etwas in der Ferne kommt der dritte im Bund daher –

der Hohenstaufen – einer der Drei-Kaiserberge

auf dem einst die Stammburg der Staufer stand. Um 1070 soll sie von Friedrich I.erbaut worden sein. Den Niedergang der Burg schafften dann die Bauern im Bauernkrieg, sie zündeten die Burg an. Heute sind nur noch Reste der Grundmauern zu sehen. Wie auf allen drei Kaiserbergen gibt es neben viel Geschichte über den Berg dort oben auch herrliche Ausblicke übers Land und hinunter nach Göppingen und ins Filstal. Damit auch der Hohenstaufen eine städtische Zuordnung hat, zählt er als Hausberg von Göppingen.

Alle drei Berge auf einmal erwandern? In meiner früheren Ehezeit war es so üblich, am Karfreitag Buße zu tun. Naja, vielleicht etwas anders, als man es sich unter Buße vorstellt 😀 😀 Man wanderte zum ‚Andechs Bier‘ trinken auf den Hohenstaufen. Die Buße kam vor dem Erlass – von Waldstetten ging es den Berg hoch auf den Hohenrechberg, an dessem Fuße man weiter wanderte Richtung Hohenstaufen … und natürlich den ganzen Weg auch wieder auf anderer Wegstrecke zurück. Heiligs Blechle, DAS waren noch Zeiten. Die Karawane zieht mit ca. 10-15 Männlein und Weiblein durch die Berge ….. 😉

Auch dieser Kaiserberg hat mit seinem eigenen Beitrag einen Platz in meinem Reise- und Fotoblog.

Hab ich euch schon Lust gemacht, das alles selber zu sehen und zu erleben? Pure Absicht 🙂

Tja, selbst so ein scheinbar unscheinbares kleines Örtchen wie Wißgoldingen birgt wahre Schätze. Und die gibt es natürlich auch im Gemeindeleben. Ich habe in Waldstetten mittlerweile aufgehört zu zählen, wieeee viele Vereine wir haben. Wißgoldingen steht dem in nichts nach. Wie ich ja schon erwähnt habe, bin ich jahrelang ein- oder mehrfach in der Woche zum Training des Tanzvereins gefahren. Line Dance hieß das Zauberwort für den damaligen Single Inge. Es hat richtig Spaß gemacht, auch professionell für die vielen Auftritte des Vereins zu trainieren und mitzumachen. Bis mir meine immer mehr werdende auswärtige Arbeit und meine Messen einen Strich durch den Trainingsplan gemacht haben. Inge glänzte mehr mit Abwesenheit. Schweren Herzens habe ich mich dann vom aktiven Training verabschiedet, denn ich hasse nichts mehr als halbherzige Arbeit.

Eine Geschichte muss ich euch dann aber doch noch erzählen, denn Waldstetten und Wißgoldingen verstehen es Fasching zu feiern (im Moment ja ausgebremst). Sind es in Waldstetten die Lachabatscher, so sind es in Wißgoldingen die Stuifa Hexa.

Die Stuifa Hexa in Wißgoldingen

Wißgoldingen, ein Dorf der Bauern und die Bäuerinnen mussten da schon auch mit anpacken. Eines Tages wollte die Bäuerin den Stall ausmisten. Dazu musste der Stier für ein gefahrloses Tun auf die Weide raus. Eigentlich eine einfache Übung für die versierte Bäuerin. An diesem Tag hatte sie aber nicht damit gerechnet, dass sich das große Hörnervieh an irgendetwas erschrak und wie von der Tarantel gestochen durchbrannte.

Die Bäuerin, die gerade noch den Schwanz fassen wollte (welch ein unglücklicher Gedanke) wurde natürlich hinterhergeschleift. Das ganze Geschehen wurde aufmerksam vom Nachbarn beobachtet. Und anstatt der armen Frau zu Hilfe zu kommen, hat dieser wohl nur schmunzelnd den Kopf geschüttelt und zu sich gesagt: „Fluig Hex, fluig!“

Nette Nachbarschaft sieht wohl anders aus 😀 😀

Ingrid Banzhaf

Originalgeschichte in "Wißlinger G'schichtle ... und mehr"

Ausgeprägt sind in Waldstetten UND Wißgoldingen auch die Hausnamen. Sind es zum Beispiel in Waiblingen die Neidköpfe an den Häusern, die auf die Bewohner hinweisen, so sind es bei uns die Hausnamen. Als ich ins Dorf eingeheiratet hatte, wurde ich natürlich erstmal beobachtet und in Augenschein genommen. Die Standardfrage (auch noch heute bei älteren Einwohnern üblich) war: „zu wem g’hörst denn du/sie?“  Schnell hatte ich es gelernt, den Hausnamen vom Elternhaus meines Mannes zu nennen. Damit war alles g’schwätzt 🙂 Denn es gibt ja nicht nur eine Familie gleichen Nachnamens im Ort.

So, jetzt reiß ich mich aber los von den vielen Geschichtchen die es hier zu erzählen gäbe. Ich steh ja immer noch an der Marienkapelle und nehm euch jetzt noch mit zur

Lourdes-Grotte und dem Kreuzweg in Wißgoldingen

denn wenn ihr schon am Kapelle seid, dann solltet ihr den kleinen Bergweg zur Grotte nicht auslassen. Bequem könnt ihr aber auch mit dem Auto an die Grotte fahren. 1887 wurde die Grotte komplett mit Spenden finanziert und man war in der Gestaltung bemüht, sich an die Original Lourdes Grotte zu halten. Ein paar Jahre später kamen die 14 Bildstöckchen des Kreuzwegs hinauf zur Marienkapelle dazu.

Ein weiterer Kreuzweg ganz in der Nähe befindet sich auf dem Hohenrechberg, auf dem Weg von der Ruine hinauf zur Wallfahrtskirche.

Ja, man kann mit Recht sagen – ein kleines Dorf ganz groß!
Es hat schon seinen Reiz, in meiner Heimatumgebung Urlaub zu machen und all die Schönheiten ringsum zu genießen. Viel Freude dabei!
Und – wenn ihr hier seid, gerne eine Mail an mich 🙂 Wenn es die Zeit erlaubt, wir haben auch schöne Cafès für einen kleinen Plausch.

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