Hradschin

Hradčany

Wir haben den kleinen Stadtteil hoch über Prag, in zwei Etappen erkundet. Im Juni 2020, kurz nach Öffnung der Landesgrenzen, die bedingt durch Corona geschlossen waren sah uns der Veitsdom samt dem Burgareal innen. Wir waren fast allein in diesem Bereich, mein Fotografenherz hat vor Freude Purzelbäume geschlagen.

Aber diesen Bereich, wo sich zu Normalzeiten außerhalb von Corona, Tausende von Touristen mehr oder weniger durchschieben, haben wir bei unserem Langzeitaufenthalt im Oktober 2021 gemieden. Das touristische Leben in Prag war wieder erwacht und wer meine Berichte verfolgt weiß, dass wir selten ein Objekt mehrfach anschauen. Dafür gibt es einfach auch zuviel Sehenswertes in Prag.

Ausführlich haben wir aber den südlichen Burgbereich, die Königsgärten sowie alles rund um den Hradschiner Platz erkundet.
Entdeckt in meinen Berichten diesen königlichen Bereich, von dem ihr (aber nicht nur von dort) einen wunderbaren Blick über die „Goldene Stadt“ Prag habt.

Ihr kommt auf mehreren Wegen zur Prager Burg und alles was zu dem kleinen Stadtteil gehört. Der schnellste und bequemste Weg ist mit der Straßenbahn nach oben. Runter geht es ja immer einfacher 😉 Wer sich sportlich gleich so richtig austoben möchte kann die romantische Treppengasse von der Kleinseite hinauf auf die Burg, oder etwas bequemer die Staré zámecké schody hoch, in die ihr nördlich der S-Bahn Haltestelle Malostranská nach rechts einbiegt.

Wundert euch nicht, wenn ihr vor der Burg von Militär kontrolliert werdet und im gesamten Burgbereich eine große Militärpräsenz da ist. Schließlich ist die Prager Burg der Sitz des Staatspräsidenten von Tschechien.

Außerhalb der Burg findet ihr kleine Gässchen und Cafés und man sollte sich ein bisschen Zeit für diesen kleinen Stadtteil mitbringen.

Ein bisschen Geschichte zum Hradschin in Prag

Bei der Geschichte dieses größten Komplexes der Stadt muss ich zurück ins 9. Jahrhundert, als auf einer Fläche von 45 Hektar das größte Burgareal der Welt entstand.

Der Přemyslidenfürst Bořivoj I. legte vor 885 den Grundstein zu der Burg auf dem Bergsporn über Prag. Auch wenn nun er vielleicht nicht allen gleich ein Begriff ist, ist es seine Ehefrau aber umso mehr. Er war nämlich mit der Hl. Ludmilla, eine der Landespatronen Böhmens verheiratet. Ihr werdet ihr in vielen meiner Berichte noch ausführlicher begegnen.

Die Burg war aber nicht nur Königssitz (und bis heute auch der Sitz des Staatsoberhaupts), sondern ab 973 nach Gründung des Bistums auch Sitz des Prager Bischofs. Das erste Kloster von Böhmen entstand auf der Burg gemeinsam mit der St. Georg Basilika.

1055 wurde die Burg befestigt und weiter ausgebaut, bis der erste böhmische König Vratislav II. seine Residenz auf die zweite Prager Burg, auf den Vyšehrad die im 10. Jahrhundert entstanden ist, verlegte.

Der eine will, der andere wieder nicht – jeder Herrscher hat halt so seine Vorlieben. Soběslav I. zog es wieder hinauf auf die Prager Burg und ließ sie im romanischen Stil zu einer Steinburg ausbauen. Bis sie 1303 ein verheerender Brand zerstörte.

Auf Schritt und Tritt begleitet einen in Prag Kaiser Karl IV., der 1333 mit dem Wiederaufbau der Burg begann. Aber es war und blieb so wie das Blümchen-rupf-Spiel – der eine wollte auf der Burg leben, der andere wieder nicht. Es würde hier den Rahmen sprengen, ihr könnt darüber noch mehr in meinen einzelnen Berichten lesen.

So um 1320 entstand westlich der Burg einer der vier Stadtteile von Prag – der Hradčany. Der damalige Burggraf hat die Ansiedlung, die damals nur um den Hradschiner Platz bestand, gegründet und sie war direkt ihm unterstellt. Erst Karl IV. erweiterte die Anlage und zog sie bis zur Kleinseite.

Auch Prag wurde von Bränden nicht verschont, 1541 vernichtete auch den Hradschin und änderte mit dem Wiederaufbau ihr Erscheinungsbild. Wichtige böhmische Adelsfamilien errichteten dort ihre Paläste und unter Rudolf II. wurde der Hradschin 1598 zur königlichen Stadt.  Im 18. Jahrhundert wurde der Stadtteil mit den übrigen drei Stadtteilen zur Stadt Prag vereinigt.

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