Auf einer der ältesten und bekanntesten Steinbrücken Europas, der Karlsbrücke (Karlův most) in der Prager Altstadt stehen 30 bedeutende Statuen von Heiligen schön aufgereiht über die Länge der Brücke.

1357 war die Grundsteinlegung zu diesem, von Kaiser Karl IV. in Auftrag gegebenen, Meisterwerk. Eine Bogenbrücke wollte er über die Moldau haben, 516 Meter lang. Und unser Schwäble, den Baumeister Peter Parler aus meiner Heimatstadt, hat er als Baumeister mit dem Bau beauftragt. 16 Bögen hat Parler über die Moldau gesetzt – und heute stehen auf diesen Bögen die Statuen und Gruppen, die die Karlsbrücke so berühmt gemacht hat.

Jahrhundertelang stand an der Karlsbrücke in Prag nur ein Kruzifix. Bis man im 17. Jahrhundert dachte, man kann doch die Brücke für einen barocken Skulpturenschmuck nützen. Die erste Statue kam 1683 auf einen Brückenbogen, Johannes von Nepomuk. Ab 1706 wurden von Stifter nahmhafte Künstler beauftragt, „die Heiligen aus Stein“ zu erschaffen. 1938 waren dann mit der letzten Gruppe, den Heiligen Kyrill und Methodius, alle Brückenbögen besetzt.
Wie an normalen Menschen auch, so nagt auch an Steinfiguren der Zahn der Zeit. Deshalb wurden viele Originale der Heiligen zur Sicherheit ins Museum verbracht und durch Kopien ersetzt.

Wir hatten das Glück an diesem frühen Vormittag, dass noch kaum Touristen auf der Karlsbrücke waren. Kaum irgendwo musste ich vor einer Statue warten, bis die Sicht für mich frei war. Es war einfach herrlich. Meine Ausbeute war dementsprechend so groß, dass ich euch damit alle „Steinheiligen“ vorstellen kann.
Zugegeben, auf diese Idee hat mich ein Ehepaar gebracht, als die Frau ihrem Mann die Statue ins Detail erklärt hatte. Ich stand daneben und lauschte, denn es gibt leider kein Faltblatt am Anfang der Brücke, oder ein Schild bei den Statuen „who is who“. DAS muss man schon selber wissen oder rausbekommen.

Statue der Hl. Ivo auf der Karlsbrücke
Statue der Hl. Ivo auf der Karlsbrücke
Statue der Hl. Ivo auf der Karlsbrücke

Die Madonna mit dem Hl. Bernhard

Ebenfalls 1709 wurde diese Gruppe erstellt. Maria mit dem Jesuskind, links von ihr kniet der Hl. Bernhard. Bernhard gilt als Marienverehrer und ist deshalb oft mit ihr zusammen dargestellt. Er war Gründer vieler Klöster, bis zu seinem Tod waren es 343, und hatte großen Einfluss auf die Politik.

Statue Die Madonna mit dem Hl. Bernhard auf der Karlsbrücke
Statue Die Madonna mit dem Hl. Bernhard auf der Karlsbrücke
Statue Die Madonna mit dem Hl. Bernhard auf der Karlsbrücke
Statue Die Madonna mit dem Hl. Bernhard auf der Karlsbrücke

Die heiligen Barbara, Margarete und Elisabeth

Seit 1707 steht die Frauengruppe mit der hl. Barbara in der Mitte auf der Brücke. Alle drei Frauen (rechts die hl. Margarete, links Elisabeth) waren christliche Märtyrerinnen und finden sich in dieser Einheit auf vielen Darstellungen des Mittelalters. Sie lebten nur für ihren Glauben und bezahlten dafür mit dem Leben. Elisabeth von Thüringen wurde 1207 geboren und gilt als Patronin von Thüringen und Hessen. Regelmäßig wird ihrer gedacht. Barbara und Margarete lebten im 3. und 4. Jh.

Statuengruppe Madonna mit hl. Dominikus und Thomas v. Aquin auf der Karlsbrücke in Prag
Statuengruppe hll. Barbara, Margarete und Elisabeth auf der Karlsbrücke in Prag

Gegenüber den drei Frauen steht die

Madonna mit hl. Dominikus und Thomas v. Aquin

Diese Gruppe ist von 1708. In der Mitte die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind, links der berühmteste Philosoph des Mittelalters, Thomas v. Aquin, wie er mit dem Jesuskind spricht. Rechts sieht der hl. Dominikus zu den beiden hoch. Dominikus ist der Gründer des Dominikanerordens, dem auch Thomas v. Aquin später angehörte.

Das Kruzifix auf der Karlsbrücke

war nachdem die Karlsbrücke fertiggestellt war lange Zeit der einzige Brückenschmuck. Angeblich sollen die Hussiten das Kreuz 1419 zerstört haben. In seiner heutigen Form wurde es 1657 erstellt, die Statuen, die die Gottesmutter und Johannes zeigen, kamen 1861 dazu. Eigentlich war das Kruzifix für eine Brücke in Dresden vorgesehen gewesen. Aufgrund den Witterungsschäden wurde das ursprüngliche Holzkreuz gegen ein Eisenkreuz ausgetauscht.

Die Pietá

auch Vesperbild genannt, ist eine oft verbreitete Darstellung Marias. Es zeigt sie in ihrem Schmerz mit dem Leichnam Jesus Christius. Immer liegt dabei der Leichnam im Schoß Marias. Eine wunderschöne Pietá habe ich im Freiberger Dom in Sachsen gesehen. 1859 wurde die Gruppe erstellt, bei der auch Johannes der Evangelist dabeisteht, sowie die kniende Maria Magdalena.

Die Heilige Anna selbdritt auf der Karlsbrücke

Der hl. Josef

wurde eigentlich 1706 erschaffen. 1848 wurde er bei Kämpfen jedoch so stark beschädigt, dass er 1854 neu erlebte.
Josef von Nazareth mit Jesus Christus stellt diese Gruppe dar. Im linken Arm hat er Lilienblüten in der Hand. Es wird oft in Verbindung mit ihm genutzt und symbolisiert seine Rein- und Keuschheit.

Sehr mir bitte die Qualität mancher Bilder nach, sie wurden im Gegenlicht fotografiert, was ja nicht immer die beste Qualität hervorbringt.

Die Statue vom hl. Franziskus Xaverius auf der Karlsbrücke
Die Pietá auf der Karlsbrücke in Prag

Die Heilige Anna selbdritt

ist die nächste Statuengruppe. 1708 wurde sie erstellt und man sieht sie in der Form „selbdritt“ öfters, ich habe sie kurz vor unserer Pragreise in Freiberg (Sachsen) an einer Hauswand gesehen.
Die Gruppe zeigt das Jesuskind auf dem Arm der hl. Anna. Sie ist die Mutter der Jungfrau Maria. Immer wenn diese Dreiergruppe so dargestellt wird, spricht man von der Hl. Anna selbdritt.

Der hl. Josef von Nazarth auf der Karlsbrücke

Der hl. Franziskus Xaverius

kam 1711 auf die Brücke. Vier missionierte Heidenfürsten umgeben den Mitbegründer des Jesuitenordens. Ihr solltet euch die Gruppe im Sockel auch etwas genauer anschauen (man sieht es auf dem Foto nur schwerlich) und ihr erkennt, wer den Hl. Franziskus Xaverius trägt – ein Chinese, ein Tartare, ein Inder und ein dunkelhäutiger Träger.
Die Originalstatue wurde bei einem Hochwasser 1890 schwer beschädigt und wurde 1913 durch eine Kopie ersetzt.

Die Heiligen Cyrill und Method

kamen relativ spät auf die Karlsbrücke. 1938 ersetzten sie eine andere Statuengruppe.
Im 9. Jahrhundert wuden die beiden Brüder in Saloniki geboren, und wenn ihr Cyrill jetzt mit etwas in Verbindung bringt, dann seid ihr genau richtig. Er entwickelte Lettern, mit der man die slawischen Laute nachbilden konnte. Diese Schriftzeichen wurden nach ihm benannt. Sie machten sich beide als Missionare zur Aufgabe, das Christentum und den Glauben verständlich zu predigen. Was nicht immer zur Freude in Rom ankam. Cyrill starb mit 42 Jahren, während es sein Bruder Method bis zum Erzbischof von Panonien und Mähren brachte.

Die Heiligen Cyrill und Method auf der Karlsbrücke
Die Heiligen Cyrill und Method auf der Karlsbrücke
Statue Johannes der Täufer auf der Karlsbrücke
„Hl. Johann Nepomuk auf den Moldauwellen“ Karlsbrücke

Der hl. Christophorus

steht gegenüber von Johannes dem Täufer. Für ihn wurde gesammelt, dass er 1857 als Statue auf die Brücke durfte. Keine Ahnung wie ich seine Position deuten soll – früher war an seiner Stelle eine Wachstube für das Militär.
Der hl. Christopherus gilt als Schutzherr aller Reisenden und Kaufleute. Ich erinnere mich, dass meine Eltern immer eine Magnetmedaille von ihm an den Armaturen im Auto angebracht hatten.

Die heiligen Wenzel, Norbert und Sigismund auf der Karlsbrücke
Die heiligen Wenzel, Norbert und Sigismund auf der Karlsbrücke

Der Hl. Johannes der Täufer

ein Bußprediger und Zeitgenosse von Jesus ist seit 1857 eine Statue auf der Karlsbrücke. Unwillkürlich denke ich beim Johannes dem Täufer immer an meinen verstorbenen Vater, auch ein Johannes. Und ihm war der Zusatz immer wichtig, aber Johannes der Täufer. Während bei meinem Paps das genaue Geburtsdatum bekannt ist, stochert man bei dem Bußprediger im Trüben. Er soll aber während der Zeit von Herodes geboren worden sein. 28 n.Chr. predigte er in Galiläa und Judäa und eine große Anhängerschaft scharte sich um ihn. Er war es auch, der im Jordan Taufen vorgenommen hat.

Auch damals war es schon so, wenn man Kritik äußert, kommt das nicht immer gut an. Johannes wurde wegen seiner Kritik an der neuen Hochzeit von Herodes verhaftet.
Zwischen ihm und der nächsten Gruppe erinnert eine Bronzetafel an den „Hl. Johann Nepomuk auf den Moldauwellen“, der – so sagt man – an dieser Stelle wohl in die Moldau geworfen worden wurde.

Der hl. Christophorus als Statue auf der Karlsbrücke in Prag

Einmal gegen das Morgenlicht – und einmal im Nachmittagslicht ….

Die heiligen Wenzel, Norbert und Sigismund

wurden drei Mal hergestellt und sind von 1853. Die zwei Vorgängengruppen sind nicht mehr auffindbar – und die Moldau kann nicht reden.
Rechts neben dem hl. Norbert steht mit einer Fahne der hl. Wenzel, der auf der Brücke nochmal auftaucht. Sigismund, der links von Norbert steht war im 6. Jahrhundert Burgunderkönig, der sich 497 gegen den Willen seines Vaters taufen ließ. Kaum vorstellbar, ließ er seinen eigenen Sohn ermordern, weil er ihn des Verrats verdächtigte. Insgesamt war er ein König, der gerne um die Macht kämpfte. Was ihm und seiner Familie aber nicht gut kam, sie wurden auf grausame Weise getötet. Ein Teil seiner Gebeine wurde nach Prag überführt.

Etwas ruhiger ging es bei Norbert zu, der acht Jahre Erzbischof von Magdeburg war und zwischendurch auch mal Reichserzkanzler für Italien. Seine Gebeine ruhen im Kloster Strahov. Sein Blick geht Richtung Klosterseite.

Der hl. Franziskus v. Borgia

ist der nächste in der Reihe, 1710 kam er dazu. Er war ein spanischer Herzog in der Zeit von 1510-1572. Nachdem seine Ehefrau verstorben war, trat er in den Jesuitenorden ein und wurde dort zum dritten General gewählt. Zwei Engel umgeben ihn da oben auf der Brücke. Die Engel gesellten sich aber erst 1765 zu ihm.

Der hl. Johannes Nepomuk

Er war der erste auf der Karlsbrücke, 1683 bezog er seinen Platz auf einem der Pfeiler – und, er ist die einzige Bronzefigur unter den „Heiligen aus Stein“ auf der Karlsbrücke.

Es gibt da einige Legenden und Geschichten um den hl. Johannes Nepomuk, der sich zu einem einflussreichen und auch reichen Prälat hochgearbeitet hat. Einmal wurde er bei einem Streit zwischen Wenzel IV. und dem Erzbischof von Prag vom König mit dem Tod bestraft worden sein, weil er sich auf die Seite des Erzbischofs schlug.
Ein aneres Mal wird berichtet, er wurde in der Moldau ertränkt weil er dem neugierigen König nicht verraten habe, was ihm seine Frau gebeichtet habe. Und als man ihn in die Fluten geworfen hat, hätten sich an der Oberfläche des Wassers fünf kreisförmig angeordnete Sterne gebildet. Diese Sterne hat man über seinem Kopf abgebildet.

1729 wurde er heilig gesprochen, die Zeremonie dauerte acht Tage. Vermutlich war das so eine Art Gegenreformation der Jesuiten, die eine Leitfigur ähnlich der großen Beliebtheit von Jan Hus gesucht haben. Zu Jan Hus, dem tschechischen Nationalheiligen könnt ihr einem anderen Beitrag mehr dazu lesen.

Auf einer Bronzetafel am Sockel der Statue wird der Moment wiedergegeben, als er von der Brücke gestürzt wird. Seht ihr wie er da leuchtet? Vielleicht ist er deshalb so hell, weil viele ihren Daumen an seinem Gesicht reiben. Man soll dann einen Wunsch frei haben, der in Erfüllung geht. Also nicht vergessen wenn ihr auf der Brücke seid …

Die Heiligen Ludmilla und Wenzel

werden beide als Schutzpatronen von Böhmen verehrt und kamen 1720 auf die Karlsbrücke. Sie nahmen ein tragisches Ende, denn beide wurden Ende des 9. Jh. Opfer einer blutigen Familienfehde. Und alles wegen einer Thronnachfolge Böhmens. Grausam, oder? In der linken Hand hält Ludmilla den Schal mit dem sie erwürgt wurde und zeigt mit der Rechten auf eine Bibel, in der ihr Enkel Wenzel liest.

Der Hl. Antonius von Padua in Prag auf der Karlsbrücke

Der Hl. Franziskus Seraph

steht gegenüber seines einstigen Schülers. 1855 bekam der Gründer des Franziskaner-Ordens, Franz von Assisi mit den zwei Engeln, den Platz auf der Karlsbrücke. Trotz dass er aus reichem Hause stammte, lebte er in großer Armut und nach dem Vorbild Jesu.
Es gibt im Naumburger Dom, im Ostchor, einen wunderschönen Handlauf einer Treppe, wie der „Hl. Franziskus zu den Tieren predigt“. Franz v. Assisi erhielt 1215 vom Papst die Erlaubnis nach den Regeln der Armut zu leben und Buße zu predigen. Das war der Grundstein für den Franziskaner-Ordens.

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Der hl. Nikolaus von Tolentino

steht seit 1708 bei den „Steinheiligen“ und hält das für ihn typische Attribut, die Lilie, in der Hand. Ein Zeichen für Jungfräulichkeit und Reinheit. 1270 wurde er zum Priester geweiht und war für seine Fürsorge und seinen Einsatz für die Armen und Kranken bekannt. Er zählte vom 16.-18. Jahrhundert zu den beliebtesten Heiligen. 1447 wurde er heilig gesprochen.

Die Brückenfigur des Hl. Augustinus auf der Karlsbrücke

Irgendwie steht er ein bisschen verklärt da oben auf seinem Brückenbogen

der Hl. Philippus

1233 wurde er geboren und nach dem Studium der Philosophie, setzte er noch einen Doktortitel in Medizin obenauf. Nachdem er ins Kloster eingetreten war, schätzte man ihn als Prediger, aber auch wegen seiner Bildung.Eine Wahl zum Papst schlug er aus. Der Hofbildhauer aus Salzburg schuf ihn 1714 für die Karlsbrücke. Heute steht aber eine Kopie anstelle des Originals dort, wie bei so vielen anderen Statuen auch.

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Die Heiligen Ludmilla und Wenzel auf der Karlsbrücke

Der Hl. Antonius von Padua

ist ein Schüler des hl. Franz von Assisi und ein Prediger. Es gibt Legenden, die sagen, dass er zu den Fischen gepredigt habe und sie ihm andächtig zugehört hätten. So wie beim Franz von Assisi die Vögel. Auf Drängen des Volkes wurde er bereits elf Monate nach seinem Tod heilig gesprochen.

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Der Hl. Judäus Thaddäus

soll einer der zwölf Apostel sein. Aber nichts genaues weiß man über ihn nicht, vor allem nicht, welcher Name nun wirklich zu ihm gehört. Aber soviel ist sicher, er ist nicht der Verräter Jesus. Er lebte als Missionar in Persien und wurde dort mit der Keule, die er in der Hand hält, von heidnischen Priestern getötet.

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Weiter geht es mit dem

Hl. Augustinus

Er war ein Kirchenlehrer und Philosoph und erblickte 354 das Licht der Welt. 387 ließ er sich im katholischen Glauben taufen und kurze Zeit später wurde er zum Bischof ernannt. Zahlreiche theologische Schriften wurden von Augustinus verfasst, die in großen Teilen noch erhalten sind.

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Der hl. Adalbert von Prag

stammt aus einer böhmischen Fürstenfamilie und wurde 982 von Fürst Boleslav zum Bischof von Prag gewählt. Die Art seines Reformeifers war nicht wirklich gesehen bei der hiesigen Kirche, und auch durch seine Familie geriet er immer wieder in Schwierigkeiten. Im Sinne seiner strengen, entsagenden Lebensweise gründete er das Kloster Břevnov in Prag.

Ich bin immer wieder fasziniert, wie ausdrucksstark Statuen früher hergestellt wurden. Sei es hier auf der Karlsbrücke, oder z.B. auf Schloss Moritzburg in Sachsen, wo es ums Schloss nur so von Skulpturen ‚wimmelt‘.

Der hl. Veit

hat so ein bezauberndes, beruhigendes Lächeln auf den Lippen. Er stammt aus einer reichen Familie von Sizilien und konvertierte schon früh zum christlichen Glauben. Was nicht jedem gefiel, auch nicht seinem Vater. Er musste vor Verfolgungen, auch denen des Vaters, fliehen. Aber er wurde gefasst und 305 hingerichtet, da er sich auch noch vor Gericht weigerte, von seiner Überzeugung zu seinem Glauben loszulassen. Löwen solllten ihn in der Arena zerfleischen. Ein Legende nach, sollen die sich aber zu seinen Füßen niedergelassen haben – was vermutlich sein Lächeln erklärt. Die Milde der Löwen hat ihn schlussendlich aber nicht vor dem Tod bewahrt.
Der hl. Veit ist nicht nur der Schutzheilige des Altstädter Brückenturms, sondern galt in der Zeit von Karl dem Großen auch als Beschützer des Kaiserreichs.

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Vor der nächsten Statuengruppe stand ich eine ganze Weile, gibt es doch hier sehr viel zu entdecken.

Die Heiligen Johannes v. Matha, Felix v. Valois und Iwan

Johannes von Matha und Felix von Valois waren Gründer des Trinitarierordens und gelten als heilig in der katholischen Kirche, Felix wurde sogar selig gesprochen. Der Orden sah sich im geistlichen Kampf gegen den Islam. Vor allem auch, dass man die im Krieg in muslimische Gefangenschaft geratene Christen frei kauft. Diesen Hintergrund zeigt die Sklupturengruppe auf der Karlsbrücke.
1714 kam die Gruppe auf die Karlsbrücke beim Kleinseitner Turm und erzeugte große Aufruhr unter den Pragern.
Denn noch mehr Aufmerksamkeit als die drei Heiligen bekam wohl der Wache haltende Türke. Da die Türken für grobschlächtige Vandalen gehalten wurden, bekam dies die Figur immer wieder im Zorn der Prager ab. Er bewacht die hinter einem Gefängnisgitter sitzenden drei Christen.

Von Iwan, der rechts neben der Hirschkuh mit dem goldenen Kreuz zwischen dem Geweih steht, wird einer Legende nach berichtet, dass er der Sohn eines Fürsten war und im 9. oder 10. Jahrhundert zwischen Prag und der Burg Karlstein in Höhlen gelebt haben soll. In dieser Zeit lebte er von Pflanzen und eine Hirschkuh gab ihm Milch zur Stärkung.

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Die letzte – oder die erste Figur (je nach Laufrichtung) ist

der Hl. Wenzel

Er ist einer der ältesten und auch bekanntesten Schutzheiligen in Böhmen. Einer Überlieferung nach, ist der böhmische Fürst aus Eifersucht 935 von seinem Bruder ermordert worden. Der konnte es nicht verwinden, dass sein älterer Bruder auf dem Herrscherthron saß, und tötete ihn bei einer (scheinheiligen) Einladung, die Wenzel seinem Bruder nicht abschlug. So kann man auch zu Ruhm kommen, allerdings nicht zu jenem, den man gerne hätte – so wie ihn Wenzel erfahren hatte. Denn er galt als gläubig und setzte sich immer für die Armen und Menschen ohne Rechte ein.

Die Heiligen Cosmas und Damian

ein Zwillingspaar aus Aleppo wirkten im 3. Jh. als Ärzte in Syrien. Einem Bericht nach behandelten sie nicht nur die Kranken ohne Gegenleistung, sie waren auch als Missionare unterwegs. Durch ihr Wirken wurden sie zu den Schutzpatronen einer Vielzahl medizinischer Berufe. In der Mitte Christus, der ihren Glauben symbolisiert.
Wie die Brüder ums Leben kamen ist nicht konkret überliefert – die einen sprechen von einem gewaltsamen Tod, die anderen von einem Natürlichen, was genaues weiß man nicht.

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Habt ihr mitgezählt?
Stimmt, da fehlen drei Statuen. Keine Ahnung warum, sie wollten nicht in meine Kamera – oder habe ich sie schlicht übersehen?
Jetzt seid ihr gefragt! Wenn ihr auf der Karlsbrücke in Prag seid, dann macht doch ein Foto von den drei fehlenden Statuen. Und wenn ihr wollt, stelle ich das Foto mit Eurer Urhebernennung zu der Beschreibung der Statue. Schickt es einfach an info@inges-reiseblog.de
Sollten mehr Fotos eingehen, dann wähle ich die Besten aus.

Das sind

Hll. Vinzenz Ferrer & Prokop

der zur Zeit der Christenverfolgung lebte und 304 gewalttätig getötet wurde. Er gilt u.a. als Schutzpatron von Portugal.
Die Statuengruppe soll zu den bedeutendsten auf der Karlsbrücke gehören. Tja, sie haben halt diesbezüglich leider kein Schild um den Hals.

Der hl. Kajetan

hat es genausowenig aufs Foto geschafft wie die

Hl. Luitgard

Den hl. Kajetan findet ihr bestimmt. Er steht in seiner Ordenskluft da, in der Hand ein Buch und eine Feder. Er steht vor einem Obelisken der von Engeln und Wolken umgeben ist.

Der Statue der Hl. Luitgard sagt man nach, dass sie eine der schönsten bildnerischen Darstellungen unter den 30 Brückenfiguren auf der Karlsbrücke ist. Ihr werdet sie bestimmt finden. Ich muss zugeben, ich kann mich nicht an sie erinnern.

Ganz sicher ist aber, dass es sich wirklich lohnt alle 30 Brückenfiguren auf der Karlsbrücke in Prag näher in Augenschein zu nehmen.

 

Da es sehr schwer ist, Informationen zu den einzelnen Statuen auf der Karlsbrücke zu bekommen, und ich auf über fünf verschiedenen Webseiten meine Informationen zusammengetragen habe, möchte ich aber an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass ich viele Informationen zu den Statuen auf dieser Webseite gefunden habe. Und dort könnt ihr noch ausführlicher über die Heiligen nachlesen, was ihr bei mir nur in Kurzversion bekommen habt. (https://www.kafka-prag.de/prag/die-wichtigsten-stadtviertel/prager-karlsbruecke/die-statuen-der-prager-karlsbruecke) Eine Seite, die spannend über das Leben von Kafka und seinen Stationen in Prag berichtet (aber nicht nur darüber).

 

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