Mehrere Baustile hat die königliche St. Peter und Paul-Basilika (Bazilika svatého Petra a Pavla) auf dem Vyšehrad in Prag seit dem frühen Mittelalter erlebt und ist sehr sehenswert.

Ein Tag auf der Burg – das war unser heutiges Tagesziel in Prag. Aber nicht die Burg, die Millionen von Besuchern anzieht. Denn die Prager Burg mit dem Veitsdom stand bereits bei unserem ersten Besuch in Prag 2020 auf dem Zettel, und ist somit abgehakt. Ihr wisst ja bei uns – einmal besichtigt, dann ist das im Ordner erledigt 🙂 Vor allem, weil es in Prag so unendlich viele weitere Besichtigungsziele gibt, die wir selbst in unserem vierwöchigen Aufenthalt im Oktober 2021 nicht geschafft haben. Auf diesen Augenblick, vier Wochen in Prag, haben wir ja Coronabedingt ein Jahr warten müssen.

Heute geht es also auf den Vyšehrad, der alten Prager Burg, die in der südlichen Prager Neustadt auf einem Fels über der Moldau aufragt. Wir haben uns nur dieses eine Ziel für den heutigen Tag vorgenommen. Und um es gleich vorweg zu nehmen – das war auch gut so. Denn es gibt neben der Kirche St. Peter und Paul noch soooo viel anderes auf dem Vyšehrad zu sehen. Die Metro C (Prag hat drei Metro-Linien) brachte uns direkt zur Haltestelle Vyšehrad, von wo wir in gut 10 Minuten Fußweg auf dem Vyšehrad waren.

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meiner Besichtigung der Basilika St. Peter und Paul (Bazilika svatého Petra a Pavla) auf dem Vyšehrad in Prag

Wenn ihr in den südlichen Stadtteilen von Prag seid, seht ihr die Kirche auf dem Felsen noch deutlicher. Von weiter weg muss man schon genau schauen, damit man im Grün der Bäume auf dem Hügel die beiden dunklen Kirchtürme entdeckt. Ihr könnt euch an dem markanten V-Tower orientieren, ein Luxuswohnhochhaus das hinter dem Vyšehrad zu erkennen ist.

Blicke auf den Vysehrad in Prag 6370
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Blicke auf die Kirche St. Peter und Pauf auf dem Vysehrad in Prag 0793

Auf dem Vyšehrad kommt ihr von mehreren Seiten zur Kirche – die

Blicke auf die Basilika St. Peter und Paul in Prag

die mit ihren zwei hohen Kirchtürmen, und dem kleinen spitzigen Türmchen, den Weg zeigt.

Auf dem Weg zur Kirche erzähl ich euch,

wie alles als Burg auf dem Vyšehrad in Prag begann

Da geht es bis ins 10. Jahrhundert zurück. Allerdings hüllt sich da ein Nebel um den Felsenberg, und Fakten vertreiben den auch nicht. Denn Legenden sagen, dass das Herrschergeschlecht der Přemysliden hier auf dem Felsen mit Přemysil und Libussa, der Stammmutter der Tschechen, seinen Anfang genommen hat. Belegt ist aber, dass die Herrscher Ende des 9. Jahrhunderts ihren Sitz auf die Prager Burg verlegt hatten. Als Festung bestand der Vyšehrad aber wohl schon so um 930.

Zum Herrschersitz wurde der Berg dann, als König Vratislav II. 1061 an die Macht kam. Er wollte ein Gegenstück zur Prager Burg schaffen, verstärkte die Befestigungen und ließ den Vyšehrad ausbauen. Tja, wenn sich zwei Brüder nicht wohlgesonnen sind, dann kommen eben solche Aktionen raus, wie sie der König vorhatte. Denn eine Herrscherburg braucht ja auch eine Kirche – sein Bruder war kein geringerer, als der Bischof auf der Prager Burg, und des Herrschers Kirche wäre normalerweise auch diesem Kapitel unterstellt gewesen. Doch Vratislav gründete sein eigenes Kapitel, war damit vom Prager Bischof unabhängig und unterstand direkt dem Papst in Rom. So war das bis 1763.

So, wir sind jetzt an der Kirche angekommen, und direkt unter den beiden 58 Meter hohen Kirchtürmen komm ich mir ziemlich klein vor.

‚Emma‘ und ich haben erst gar nicht versucht euch Details von den Kirchtürmen ganz oben näher ranzuholen. Bei der Statuengruppe über

dem Westlichen Hauptportal der Basilika St. Peter und Paul auf dem Vysehrad

war Schluss. Jesus mit den Kirchenpatronen Peter (mit Attribut Schlüssel) und Paul (Attribut Schwert) schauen über den Kirchenvorplatz. Flankiert werden sie von zwei Engeln, und alle gut geschützt, bevor die Vögel sie als Landeplatz auswählen.

Ich hab mir die Westfront der Kirche mit ihren drei Portalen näher angeschaut, und kam dabei in den Genuß des Glockenspiels der Basilika. Zu jeder vollen Stunde (ab 11 Uhr) ertönt es und es werden wechselnde Melodien gespielt. Die Auswahl umfasst 50 Musikstücke. Wunderschön!

Zurück aber zum Hauptportal, das, wie es bei den mittelalterlichen Kirchen oft der Fall war, das Jüngste Gericht zeigt.

Auch sonst gibt es an der Westseite noch einiges zu entdecken. Da sind z.B. zwei Wappen dargestellt – die gekreuzten Schlüssel stehen für das Kapitel, auf dem anderen zeigt sich der böhmische königliche Löwe.

Auch die Türen verdienen einen Blick.

Die geöffnete Kirchentüre wartet auf Besucher. Für einen kleinen Eintrittspreis kann man die Kirche besichtigen. Ich fand es jammerschade, dass dies einige Besucher abgeschreckt hat, sich die Kirche von innen anzuschauen. Nun ja, vielleicht hat es auch nicht jeder so mit Kirchen, wie wir. Aber ganz ehrlich, da verpasst man wirklich etwas. Schaut mal,

die Innenansicht der Basilika St. Peter und Paul auf dem Vysehrad

Ich musste diese Pracht erstmal sacken lassen. Mittlerweile weiß ich ja schon, dass die Prager Kirchen reich, sehr reich und überreich an Ausstattungen sind. Aber solch eine Pracht habe ich bislang noch in keiner Kirche gesehen. Im ersten Moment dachte ich wirklich, oh lieber Gott, wie soll ich DAS sortiert bekommen? Aber ich habe es geschafft 🙂 – und ihr könnt euch gleich mal einen Kaffee oder Tee holen, oder vielleicht auch ein Glas Wein, bevor ich euch zu meiner Besichtigung mitnehme. Denn ihr wisst ja, ihr seid auf einem Reise- UND Fotoblog. Und – ihr werdet es gleich mit den nächsten Fotos sehen – wir konnten nicht anders, in dieser Kirche liefen Emma und ich zur Höchstform auf.

Solange dieser Blick bei mir verarbeitet wird, gibt es

ein bisschen Geschichte zur Basilika St. Peter und Paul auf dem Prager Vyšehrad

Ihr habt ja bestimmt weiter oben schon gelesen, dass sich König Vratislav II. den Vyšehrad als Königssitz gewählt hatte. Dazu gehört dann aber auch eine standesgemäße Kirche, die ab 1070 im romanischen Stil gebaut wurde. Die Stiftskirche wurde als fünfschiffige Kirche erbaut. Die Krypta, eine Friedhofskirche, sollte die letzte Ruhestätte für den König und seine Familiennachkommen sein.

Scheinbar wurde aber dann doch zu klein gebaut. Passiert ja bei ganz vielen Kirchen, dass sie dann immer wieder erweitert werden. 1129 war es auf dem Vysehrad auch soweit. Diese Maßnahmen hielten aber nur zwanzig Jahre, dann machte ein Brand alles wieder zunichte. Auch dieses Los traf in der damaligen Zeit viele Kirchen. In diesen zwanzig Jahren (1140) ging aber auch die Ära Königssitz zu Ende. Die Hoheiten residierten wieder auf der Prager Burg, die Alte Burg auf dem Fels geriet ins Abseits.

Bis ‚mein‘ Karl IV. kam. Ich hab ihn schon bei meinem ersten Besuch in Prag ins Herz geschlossen. Mittlerweile war die abgebrannte Kirche im gotischen Stil wieder aufgebaut. Karl IV., der ja so viel in Prag in dieser Zeit bewegte ließ sie dann als dreischiffige Kirche mit Seitenkapellen umgestalten. 110 Meter Länge hatte die Kirche. Karl IV. war es, der den Stadtteil Neustadt aufgebaut hat, und nichts kam ihm vermutlich gelegener als mit der Festung Vysehrad Prag von Süden her zu schützen. Er entschied zudem, dass der künftige König zur Krönung in den Veitsdom diesen Fußweg hier auf dem Vyšehrad beginnen sollte. Tatsächlich war er der einzige König, der diesen Weg ging – selber, beim ersten Mal zur Krönung, beim zweiten Mal nach seinem Tod als Leichenzug. Elf Tage war er in der Prager Burg aufgebahrt, bevor man seinen Leichnam für eine Nacht nochmal auf dem Krönungsweg auf den Vyšehrad überführte. Sein Nachfolger Wenzel legte dann aber fest, dass der Krönungsweg zukünftig von der Altstadt hinauf zum Veitsdom führen sollte.

Es kam die Zeit der Hussiten in Prag. Da Vratislav II. den Vyšehrad als Kapitelsitz ausgebaut hatte, war damit vorprogrammiert, dass die Hussiten 1420 dort keinen Stein auf dem anderen ließen. Die Geistlichkeit flog vom Berg und kam erst nach Ende der Hussitenkriege wieder zurück.

Im barocken Stil zeigt sich die Basilika ab 1708. Jahrelang wurde da gewerkelt. Aber auch das war nix für die Ewigkeit, ab 1885 wurde wieder umgestaltet. Josef Mocker zeigte sich da als verantwortlicher Architekt. Und er hat doch wahrlich noch einen Zwilling von der Basilika auf dem Felsenberg erschaffen. Im Prager Stadtteil Vinohrady steht die Zwillingsschwester mit der Kirche St. Ludmilla.

So, mein erstes Erstaunen hat sich inzwischen beruhigt, und mein Blick geht nach vorne zum

Chorraum der Basilika St. Peter-und-Paul auf dem Vyšehrad

und auch da muss ich ein bisschen Struktur reinbringen.

Der Hauptaltar in der St. Peter und Paul Basilika

stammt von 1887 und ist im neugotischen Stil gebaut. In Altar wieder die Kirchenpatrone, der Hl. Peter und Paul, flankiert von den beiden Slawenapostel St. Cyrill und St. Method. Diesen beiden könnt ihr auch im Emmaus-Kloster und auf der Karlsbrücke begegnen. Dort haben sie sich unter die 30 Brückenheilige gesellt.

Ich habe in dieser Kirche kein Fleckchen Decke oder Wand entdeckt, das nicht bemalt ist.

Die Decken- und Wandfresken im Chorraum der St. Peter und Paul Basilika

zeigen u.a. Szenen aus dem Leben der Namenspatrone der Kirche, der Hl. Peter und Paul. Petrus, der Fischer, der als erster Apostel von Jesus auserwählt wurde wird mit dem Attribut Schlüssel dargestellt. Er soll in den Darstellungen des Jüngsten Gerichts aus dem Mittelalter, die Himmelspforte aufgeschlossen haben. Ob er auch die Regenschleusen des Himmels aufschließt? Darüber kann man spekulieren. Ganz sicher ist man wohl aber nicht, wenn man ihn denn schon als ‚Wettergott‘ bezeichnet und es einige Wetter-Bauernregeln mit ihm gibt.

Den Werdegang von Paulus könnte man übertiteln mit: Vom Christenverfolger zum Apostel. Die Strafe über sein Vorhaben traf ihn auf dem Weg nach Damaskus – Paulus wurde, nachdem ihn Jesus geblendet hatte, blind und erhielt in der Stadt sein Augenlicht wieder. Er ließ sich taufen und wurde Missionar. Das ist die Kurzversion, die Lange könnt ihr HIER nachlesen.

In der katholischen Kirche sind die beiden untrennbar zusammen, und haben seit dem 4. Jahrhundert ihren eigenen gemeinsamen Gedenktag.

Darüber hinaus könnt ihr im Chorraum aber noch einiges mehr entdecken.

Der Blick zur

Kanzel in der Basilika St. Peter und Paul auf dem Prager Vysehrad

ist ja schon obligatorisch in meinen Kirchenberichten. Zu der neugotischen Kanzel von 1883 braucht es eigentlich keine Erklärungen. In den Reliefs sind, wie bei so vielen Kanzeln, die Kirchenväter dargestellt.

Ein

Denkmal für König Vratislav II. in der Basilika St. Peter und Paul

darf in der Kirche nicht fehlen. Schließlich war er es, der den Kirchenbau in Auftrag gegeben hat und das Kapitel auf dem Vysehrad gegründet hat.

 

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Die Seitenkapellen in der Basilika St. Peter und Paul auf dem Vyšehrad in Prag

sind mehrere Blicke wert. An der Stirnwand des linken Seitenschiffs zeigt ein Gemälde, wie die Kirche früher ausgesehen haben soll. Es stammt von 1420.

Die Kapelle Unserer Lieben Frau von Sancovska in der Basilika St. Peter und Paul

die im rechten Seitenschiff liegt, kann man nicht betreten. Ein Engel im Seitengang der Kirche weist euch den Weg zur Türe, durch die sich mehrere Blicke lohnen. Ganz klar ist die Hauptfigur in der kleinen Kapelle die Jungfrau Maria von Sanchez, die von 1725 stammt. Die Deckenfresken zeigen Szenen aus ihrem Leben.

Die nächste Kapelle im südlichen Seitenschiff birgt ein ganz besonderes Schätzchen

Die Kapelle Unserer Lieben Frau von Vyšehrad in der St. Peter und Paul-Basilika

Zwischen den Landespatronen dem Hl. Wenzel und der Hl. Ludmilla ist im neugotischen Altar ein Tafelbild von der Jungfrau Maria zu sehen. Die einen sagen, Kaiser Karl IV. hätte es von seiner Krönungsreise aus Italien mitgebracht – die anderen glauben, dass diese Gemälde 1356 vom böhmischen Erzbischof samt seinem Kardinal für einen anderen Altar gemalt worden wäre. Egal wie es war, es ist ein wunderschönes Gemälde, dazu noch mit einer schönen Legende behaftet.

1638 soll es gewesen sein, als eine große Dürre das Land bedrohte. Die Domherren auf dem Vyšehrad hatten die Eingebung, vielleicht würde es helfen, wenn man im naheliegenden Emmaus-Kloster um Regen bitten würde? Natürlich in einer Prozession und mit einem Gemälde – eben diesem. Noch bevor die Gläubigen im Kloster ankamen, begann es zu regnen. Was für ein Wunder der Madonna von Vyšehrad. Was einmal half, kann ja auch weitere Male helfen? Immer wenn kein Regen in Sicht war und eine Dürre drohte, gab es diese Bittprozessionen. Und da gingen nicht nur ein paar Leutchen mit, das waren schon richtig viele und ging in die Tausende. Bis ins 18. Jahrhundert gab es diese Hilfeersuchen, bis dann Kaiser Joseph II. (er ist mir genauso unsympathisch wie ein paar aus dem Hause Württemberg 🙄) generell Wallfahrten verbot. Was das Volk aber überhaupt nicht gestört hat und teilweise weiterhin diesen Brauch pflegten.

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Die Kapelle der tschechischen Patrone in der Basilika St. Peter und Paul

Hier haben sich vor dem Kreuz alle auf einem Fleck versammelt, die in der tschechischen Kirche verehrt werden. Ihr könnt sie in groß und aus Stein auch auf der Karlsbrücke unter den Brückenheiligen finden.

1910 wurde dieser Altar geschaffen – unten der Paradiesbaum über dem sich das Kreuz mit Christus erhebt. Davor knien der Hl. Wenzel mit seiner Oma der Hl. Ludmila. Die Geschichte um die beiden, bewegt mich jedesmal aufs Neue. Wenzel war der älteste Sohn des Přemyslidenfürsten Vratislav I. und sollte als Erstgeborener nach dem Tod des Vaters die Regentschaft übernehmen. Für die damalige Zeit war der kleine Wenzel ein Cleverle – er lernte lesen und konnte sogar mehrere Sprachen. Ganz viel hat ihm seine Großmutter Ludmilla beigebracht, die sehr Gott zugetan war. Als Wenzels Vater starb, war er war noch zu klein um die Regentschaft sofort zu übernehmen. Die soll bis dahin seine Mutter Drahomira übernehmen. Wenzel und sein Bruder Boleslav wurde deshalb der Oma Ludmilla übergeben. Damit fing das Unheil an, denn die Schwiegertochter konnte nicht verknusern, dass ihre Schwiegermutter ihre Söhne erziehen sollte. Ganz klarer Fall von Eifersucht. Die aber so weit ging, dass Drahomira Ludmilla ermorden ließ. Sie wurde mit ihrem Schal erdrosselt und wird deshalb in fast allen Darstellungen mit einem Seidenschal dargestellt.

Als nun Wenzel alt genug war die Regierungsgeschäfte selbst zu führen, kam das nächste Drama in Form seines Bruders, der sich selber gerne als Herrscher gesehen hätte. Da der seinem Bruder in Prag aber nichts tun konnte, lockte er Wenzel in einen Hinterhalt. Er gab auf seiner Burg ein Fest zu Ehren der Hl. Kosmas und Damian, die Patronen der Burgkirche (auch die beiden finden sich hier am Altar) und lud seinen Bruder ein. Jeder seiner Gefolgsleute warnte Wenzel dorthin zu fahren, trotzdem nahm Wenzel die Einladung seines Bruders an. Zwar mit Schutz seines Gefolges, aber die konnten am nächsten Morgen betrunken auch nichts mehr ausrichten. Als Wenzel zum Gebet in die Kapelle gehen wollte, griff ihn sein Bruder mit dem Schwert an. Vor der Kirche kam es zum Kampf zwischen den beiden Brüdern. Noch mehr über ihn, könnt ihr in meinem Bericht zur Wenzelskapelle im Veitsdom lesen.

Neben diesen beiden versammeln sich hier aber farbenfroh auch der Hl. Cyrill und Method, die Hl. Kosma und Damian, der Hl. Nepomuk, Adalbert, Iwan und noch mehr.

In der

Kapelle St. Clemens in der St.Peter-und-Paul Basilika

könnt ihr neben dem neugotischen Altar mit dem Altarbild im Barockstil für den Hl. Clemens, das so um 1700 stammt, einen Steinsarg sehen. Hier soll ein Mitglied der Přemysliden bestattet gewesen sein. Ursprünglich sollen ja die Familienmitglieder um König Vratislav II. in der romanischen Krypta in der Friedhofskirche beigesetzt worden sein. Allerdings hat man bei Grabungen weder diese Gruft noch sterbliche Überreste der Herrscherfamilie gefunden.

Bei archäologischen Ausgrabungen soll man jedoch hier in der Kirche das Altarbild von Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm gefunden haben, das ich euch weiter oben bereits gezeigt habe.

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In der

Kapelle des Hl. Johannes Nepomuk in der St. Peter und Paul Basilika

habe ich länger verweilt. Vielleicht habt ihr es in anderen Berichten auf meinem Reiseblog bereits bemerkt – ich habe eine Schwäche für ‚meinen Muckl‘, wie ich ihn liebevoll in meinen Gedanken nenne, entwickelt. Im Veitsdom könnt ihr sein Hochgrab bewundern. Und wenn ihr da gerade vor Ort keine Möglichkeit habt, dann klickt einfach auf meinen Bericht. Dort könnt ihr auch über sein Leben nachlesen, das hier im Altarbild, das etwa um 1700 entstand, gezeigt wird.

Wenn man sich aber näher in sein Leben eingelesen hat (so wie ich), dann fällt es (mir zumindest) aber schwer dieser Version der Bilder in Gänze Glauben zu schenken. Fakt ist, er hat zu den Menschen gepredigt, war Priester und hoch angesehen. Dass er aber Beichtvater der Königin, der Gattin von König Wenzel IV., gewesen sein soll – darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Die Legenden sagen, Nepomuk wollte dem König nicht verraten was seine Gemahlin gebeichtet hätte und fand deshalb in der Moldau den Tod.

Andere Stimmen sagen, er hätte deshalb den Tod in der Moldau gefunden, weil er als erzbischöflicher Generalvikar den Kopf für den HickHack zwischen dem Erzbischof und dem König hinhalten musste. Der Erzbischof floh, Nepomuk wurde gefangen genommen und als Ranghöchster unter den Gefangenen musste er mit dem Leben bezahlen. Ihr seht ihn meistens mit fünf Sternen über dem Kopf dargestellt. Diese fünf Sterne hätten über dem Fundort der Leiche gestanden. Und gemäß der ersten Version sollen sie bedeuten „tacui – ich habe geschwiegen“ und das Beichtgeheimnis nie ausgeplaudert. Wir werden es nie erfahren, wie es wirklich gewesen ist.

Der Reliquienaltar soll jedoch noch einen ganz besonderen Schatz hüten. Auch wieder einer Legende zufolge, soll Karl IV. verschiedene Reliquien bekommen haben, so auch das Schulterblatt des Hl. Valentin. Ja, genau der Valentin, dem Verliebte am 14. Februar gedenken. Wenn ihr in der Kirche seid, schaut mal, ob ihr die Reliquie entdeckt.

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Der Heilige des nächsten Seitenaltars, auf den ich noch genauer eingehe, kennt ihr ebenfalls ganz bestimmt.

Die Kapelle des Hl. Franz von Assisi in der St. Peter und Paul Basilika

Der Altar im neugotischen Stil aus dem 17. Jahrhundert zeigt Szenen aus dem Leben des Heiligen. Er wurde 1181 in Assisi geboren und war der Gründer des Franziskanerordens. In seiner Vita konnte ich nachlesen, dass er 1202 mit den Staufern gegen die Nachbarstadt Perugia kämpfte, die von Welfen beherrscht wurde. Ja, so klein ist die Welt. Ihr wisst ja bestimmt aus meinen Berichten, dass meine Heimatstadt die älteste Stauferstadt ist, und die Stammburg der Staufer, auf dem Hohenstaufen, nur einen guten Steinwurf von meinem Heimatort entfernt ist.

Frei nach der Legende der Vogelpredigt, habe ich im Naumburger Dom zwei wunderschöne Handläufe gesehen. Franz von Assisi predigt zu den Tieren.

Die übrigen der insgesamt elf Kapellen dürft ihr selber entdecken, solltet ihr in Prag sein. Ein paar Impressionen bekommt ihr aber schon ….

Die Kirchenfenster in der Basilika St. Peter und Paul in Prag Vysehrad

sind beeindruckend schön. Der tschechische Kirchen- und Historienmaler František Sequens hat sie geschaffen. Da braucht es keine weiteren Worte dafür.

Für die nachfolgenden Fotos stand ich eine Weile als ‚Hans-guck-in-die-Luft‘ da

die Deckenmalereien in der Basilika St. Peter und Paul auf dem Vysehrad in Prag

Die sind aber auch zuuu schön. Wie ich eingangs schon schrieb – da ist kein Fleckchen unbearbeitet.

Die Wandfresken in der St. Peter und Paul-Basilika in Prag

sind wahre Meisterwerke. Diese Jugendstil-Malereien, die an den Säulen Portraits von Heiligen zeigt, wurden über viele Jahre von verschiedenen Künstlern geschaffen. So war im zweiten Abschnitt auch Alfons Mucha dabei, von dem mehrere Werke in Prag bewundert werden können. Er hat z.B. auch die einmalig schönen Glasfenster im Veitsdom gemacht.

1911 wurden die Bogenfelder über den Seitenschiffen von dem Ehepar Urban wunderschön gestaltet. Leider hab ich nirgendwo etwas darüber gefunden, wessen Leben und Szenen hier dargestellt sind. Aber egal, sie sind auch ohne dieses Wissen sehr sehenswert.

Während ich mich an den Wandmalereien nicht sattsehen konnte, ging mein Mann Schätzchen anschauen. Und natürlich für mich auch fotografieren. Wir wären sonst ja nieeee aus dieser herrlichen Kirche gekommen 😉

Die Schatzkammer in der Basilika St. Peter-und-Paul auf dem Prager Vyšehrad

Es blieb während unseres vierwöchigen Aufenthaltes in Prag nicht das einzige sakrale Schatzkästchen, das uns staunen ließ. Alles soll schön und wertvoll sein, so das Denken in dieser Zeit, wenn man mit Gott Liturgie feiert. Das war allerdings den Hussiten reichlich egal, als in den Hussitenkriegen Kirchenschätze zerstört oder gestohlen wurden.

In der Schatzkammer der Kirche darf man teilweise Kostbarkeiten aus dem 14. und 16. Jahrhundert bewundern. Der Rest stammt aus neuerer Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts. Und ganz klar sollen die Fotos nur ein Vorgeschmack dessen sein, was euch da sonst noch erwartet.

Das ist aber noch lange nicht alles, was ihr bei der Besichtigung der Basilika entdecken könnt. Wenn ihr also mal in Prag seid, lohnt sich ein Besuch der zweiten Prager Burg auf dem Vysehrad. Ich fand es wirklich sehr schade, dass man die Besucher der Kirche an diesem Tag an einer Hand abzählen konnte.

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