Auf dem Vyšehrad in Prag geht es auf der Alten Burg in den Kasematten unterirdisch durch die alte Festung.

Ein Tag auf dem Vyšehrad, das war unser heutiges Tagesziel. Bei vier Wochen in Prag, muss man ja nicht im Schnellgalopp durch die einzelnen Besichtigungspunkte rennen. Und da wir im Juni 2020 die Prager Neustadt, wozu ja der Vyšehrad gehört, sträflich vernachlässigt haben, wollten wir diesen Stadtteil ausgiebig in Augenschein nehmen. Auch wenn unsere Wohnung auf Zeit in Prag 6 etwas außerhalb lag, brachte uns der tolle Verkehrsverbund an jedes Ziel, und war es auch noch so abgelegen. Ja, für die einen wären 40 Minuten Fahrt, von einem Ende der Stadt ins andere, zuviel. Für uns ging die Zeit mit vielen Blicken auf die Stadt sehr schnell vorbei.

Aber – um es gleich vorweg zu nehmen – auch nach knapp sechs Stunden auf dem Felsenberg über der Moldau, haben wir dort oben noch nicht alles gesehen. Man kann sich wirklich in dem weitläufigen Park etwas verlieren. Und bevor wir den kleinen Treppenweg hinunter zur Moldau gingen, signalisierten die Beine auch ‚wir haben genug für heute‘.

Immerhin haben wir bereits die ausführliche Besichtigung der Basilika St. Peter und Paul und den Besuch auf dem Ehrenfriedhof auf dem Vyšehrad hinter uns. Und bei diesen sehenswerten Zielen kann ich ja wirklich die Zeit vergessen 😉

Zu meinen ausführlichen Beiträgen kommt ihr mit den nachfolgenden Links:

Einen Vorgeschmack gibt es schon mit den nachfolgenden Fotos …

Jetzt kommt mit zu

meiner Besichtigung der Kasematten auf dem Vyšehrad in Prag

Wir haben es ja ein bisschen mit der Unterwelt 🙂 Bei unserem Besuch im Juni 2020 in Dresden haben wir uns durchgefragt, bis wir endlich den Eingang zu den Kasematten der Festung Dresden gefunden haben. Eindrücklich ist hier in Animationen dargestellt, zu welchem Zweck die Festung samt der Unterwelt damals genutzt wurde. Für ganz kleine Kinder könnte das Kanonengeknalle aber vielleicht etwas laut und erschreckend sein.

Bei unserer Winterreise im Dezember 2019 nach Sachsen-Anhalt haben wir uns in Zeitz in die Unterwelt begeben. Diese unterirdischen Gänge hatten nicht primär den Zweck der Verteidigung, sondern der Lagerung von Bier. Damals das wichtigste Lebenselexier. Schon die Babys bekamen in dieser Zeit verdünnte Biersuppe, weil Bier eben zu dieser Zeit einfach reiner war als Wasser. Ohne Führung könnte man sich in den unterirdischen Gängen schon verlaufen, und es war schon komisch, als es dann hieß, jetzt stehen wir unter der Bank. Aber, solltet ihr einmal in der Gegend dort sein – die Führung ist sehr empfehlenswert.

Deshalb gab es auch keine lange Überlegungsphase, als wir vor

dem Ziegeltor auf dem Vyšehrad

standen, ob wir uns die Kasematten der alten Prager Festung anschauen.

Dieses Backsteintor wurde im Empire-Stil 1841 gebaut. Gleichzeitig wurde da eine neue Straße durch den Vyšehrad gebaut. Durch das große Tor konnten sich also die Autos von A nach B bewegen, die kleinen Durchgänge blieben für die Fußgänger. Karel Chotek gab die Initiave zu diesem Torbau. Als Statthalter in Prag hatte er aber noch weitere Ideen, die Prag in ihrer Infrastruktur nach vorne brachten. So setzte er sich für den Ausbau der Straßenbeleuchtung ein, und sorgte dafür, dass die Kanalisation in Prag ausgebaut wurde. Und wir stehen jetzt im Werk des Ehrenbürgers von Prag, denn direkt im Tor ist das kleine Büro, in dem man sich mit einem kleinen Eintrittsgeld den Zugang zu den Kasematten kaufen kann.

Bevor es losgeht,

ein paar Infos zur Entstehung der Kasematten auf dem Vyšehrad in Prag

die lange nach der Entstehung der zweiten Prager Burg 1070 durch Vratislav II. erfolgte. Ich mach jetzt den ersten Zeitsprung zu Karl IV. der 1348 damit begann, einen weiteren Stadtteil in Prag aus dem Boden zu zaubern. Die Altstadt platzte, weil durch eine Stadtbefestigung keine weitere Ausdehnung mehr möglich war, aus allen Nähten. Die Bürger siedelten sich bereits außerhalb der Stadtmauern Richtung heutiger Neustadt an. Karl wollte eine zügige Bebauung und setzte den Bewerbern auch Fristen. Damit die Stadt aber auch nach Süden gut abgesichert war, ließ Karl IV. um die Neustadt eine Stadtbefestigung bauen.

Inzwischen ist 1654 Kaiser Ferdinand III. an der Macht, und er gab den Auftrag den Vyšehrad als Festung auszubauen. Bis 1678 wurden an den Backstein-Außenmauern gearbeitet, die im Grundriss ein unregelmäßiges Fünfeck darstellen. An den Ecken jeweils eine hervorstehende Bastion. Mit dieser Arbeit war man dann bis 1727 beschäftigt. Aber nicht nur damit, man begann im Untergrund unterirdische Gänge anzulegen, Kasematten.

Die dicken Außenmauern, und dazu noch hohe, ließen diese unterirdische Wegesystem gut zu. So konnte man diese gut geschützten Gänge dazu nutzen, um Munition und Vorräte zu lagern, und sie waren ein Schutzraum für die Soldaten. Über der Decke waren die Kasematten mit Erde bedeckt, so lief man nicht die Gefahr eines Einsturzes. Und ein Gegner konnte so natürlich auch nicht die geheimen Gänge ausmachen.

Bei der Belagerung von Prag 1742 kam die Festung aber glücklicherweise nicht zum Einsatz. Das Geschehen zwischen den Franzosen und Österreichern spielte sich hauptsächlich um die Prager Kleinseite und Altstadt ab. Schlussendlich nahm die zeitweise Besetzung der Franzosen für Prag im Dezember 1742 ein gutes Ende. Der französische General hatte nicht die volle Einsatzkraft seiner Truppen und flüchtete aus Prag, ohne dass er sich um seine rund 6.000 verwundete Soldaten scherte.

1744 im Zweiten Schlesischen Krieg ging es dann nicht mehr so glimpflich für Prag aus. Und wenn es nach dem Willen der Preußen gegangen wäre, dann gäbe es den Vyšehrad heute so nicht mehr. Denn die brachten über 130 Fässer mit Schießpulver in die Kasematten. Mit einer brennenden Zündschnur wäre der Vyšehrad in die Luft geflogen. Drei Bürger bewiesen aber allen Mut, kappten die Zündschnüre gerade noch rechtzeitig, und retteten die Festung.

1784 wurden dann die vier, bis dato selbstständigen, Stadtteile zu einer Stadt Prag vereint. Die Stadtmauer im Süden der Neustadt wurde mit den Mauern der Festung auf dem Vyšehrad verbunden.

 

Mittlerweile hat sich die nette Dame im Büro richtig winterfest eingemummelt. Würde ich vermutlich auch, wenn ich mehrfach am Tag in die Gemäuer der Unterwelt gehen müsste. Aber an der Türe zu den Kasematten war für die Dame Schluss. Sie schloss uns die Tür auf, knipste das Licht an, wünschte uns viel Spass – und verschwand. Und mit ihr fiel die Tür wieder ins Schloss.

Ensetzt schaute ich meinen Mann an, denn DAMIT hatte ich ja jetzt nun gar nicht gerechnet. Was, wenn die Tür nicht von innen zu öffnen wäre? Ihr könnt euch mein Kopfkino gerade vorstellen? Mein Mann unterbrach die Szenen in meinem Kopf aber ganz schnell, indem er von innen an der Türe zog. Haaaach Glück gehabt, sie ließ sich öffnen. 😀

Der Gang durch die Kasematten auf dem Vyšehrad in Prag

war die ersten Meter gewöhnungsbedürftig. 1,6 Meter ist der Weg breit und geht 2,6 Meter in die Höhe. Wenn man sich die Mauern von außen anschaut – alles klar!
Insgesamt sind die unterirdischen Wege über 1 km zu beiden Seiten des Tores lang. Und ich sah im Moment, außer den Lampen in regelmäßigen Abständen an der Wand – NICHTS!

Wo wir daaa wohl rauskommen? Diese Frage wurde mir bald beantwortet, nämlich

im Gorlice Saal auf dem Vyšehrad in Prag

Oh Heiligs Blechle! Das war im ersten Moment, als ich aus dem Kasematten Gang in den Saal trat, mein Ausruf der Bewunderung. Wir Schwaben nehmen diese höchste Form der Bewunderung und Erstaunens nur in Ausnahmefällen her 😉 Der größte Saal auf dem ganzen Vyšehrad befindet sich gerade hier in der Unterwelt. 13 Meter geht er in die Höhe und hat eine Fläche von 330 qm, und wurde in der Zeit von 1656-1678 fertig gestellt. Lange Zeit diente dieser große Raum früher als Luftschutzraum und als Lager für Kartoffeln und Gemüse.

Wie ich mit dem ersten Blick erfassen konnte, dient er heute aber als Aufbewahrungsort für sechs Originalstatuen von der Karlsbrücke. Denn die dreißig Brückenheiligen dort sind allesamt nur Nachbildungen.

Die sechs

Original-Brückenskulpuren der Karlsbrücke im Gorlice Saal auf dem Vyšehrad

bin ich erstmal im Schnellgang abgelaufen …

hl.augustinus gorlice saal vysehrad prag 0290
hl. nikolaus v. tolentino gorlice saal vysehrad prag 0294
hl. ludmilla gorlice saal vysehrad prag 0297
hl. adalbert von prag gorlice saal vysehrad prag 0301
hl. bernhard mit der madonna gorlice saal vysehrad prag 0312
hl. anna gorlice saal vysehrad prad 0305

Man könnte die nachfolgenden Minuten vor Ort im Gorlice-Saal auch übertiteln „Inge im Glück“ – denn wie ihr vielleicht schon bei meinen anderen Berichten bemerkt habt, ich habe eine Schwäche für Skulpturen (und vor allem für kleine Himmelsboten) im Lauf der Zeit entwickelt. Ich bin jedesmal aufs Neue fasziniert, wie ausdrucksstark man einen Stein doch bearbeiten kann. Da ich alle Statuen ja von der Karlsbrücke im Juni 2020 schon kennengelernt habe, will ich jetzt doch wissen, ob es einen Unterschied Original zur Kopie gibt.

Die Hl. Ludmilla mit dem kleinen Wenzel

unterscheidet sich tatsächlich zur Kopie. Ich finde den Gesichtsausdruck der Originalskulptur viel weicher und liebevoller (sofern man das bei einem Stein sagen kann). Ab 1720 hat M.B.Braun vier Jahre lang an der Schutzpatronin von Böhmen gearbeitet. In den Darstellungen wird sie mit einem Schal dargestellt, durch den sie den Tod gefunden hat. Ja, man kann da bei Oma und Enkel, die die beiden sind, schon in beiden Fällen von einer Familientragödie mit tödlichem Ausgang sprechen. Den Mord an Ludmilla hat die Schwiegertochter in Auftrag gegeben, weil sie nicht verknusern konnte, dass die Oma ihren kleinen Sohn Wenzel, samt seinem Bruder, erzieht. Typischer Fall von Eifersucht.

Wenzel, der hier in der Skulptur in einer Bibel liest, und von der Oma im christlichen Glauben erzogen wurde, zählt ebenfalls zu den wichtigsten Landespatronen Böhmens. Auch ihm hat ein hinterhältiger Plan seines eigenen Bruders den Tod gebracht. Wenzel, als Nachfolger des Vaters an der Regentschaft, war damit dem Bruder ein Dorn im Auge. Er selbst sähe sich gerne an diesem Platz. Der fiese Plan war, Wenzel in einen Hinterhalt zu locken. Seine Mannen hat man betrunken gemacht – und als Wenzel auf dem Weg zum Gebet in die Kapelle war, wurde er vom Bruder angegriffen. Er hat nicht überlebt.

hl. ludmilla und wenzel gorlice saal vysehrad prag 7930
hl. ludmilla und wenzel gorlice saal vysehrad prag 7944
hl. ludmilla und wenzel gorlice saal vysehrad prag 7946

Der Hl. Augustinus

wurde 1708 im Stein verewigt. 354 wurde er geboren und hat zu damaliger Zeit schon bewiesen, dass man es weit bringen kann und dass es doch damals schon so ähnlich zuging wie manchmal auch heute. Sein Studium brach er wegen Geldnot ab, und schloss sich einer Straßengang an. Er kam dann doch wieder zum Studium zurück, lernte ein Mädchen kennen und bekam mit ihr unverheiratet einen Sohn.

Ab 385 geht es dann in seiner Karriereleiter nach oben. Er war erfolgreich als Professor für Rhetorik tätig. Hat er noch in seiner Studentenzeit das gläubige Leben seiner Mutter verächtlich betrachtet, so ließ er sich dann selber taufen. 391 wird er (nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes) zum Priester geweiht und fünf Jahre später zum Bischof ernannt. Auf ihn geht der Augustiner-Orden zurück. Meist hält er ein flammendes Herz bei seinen Darstellungen in der Hand.

hl. augustin gorlice saal vysehrad prag 7921
hl. augustin gorlice saal vysehrad prag 7928
hl. augustin gorlice saal vysehrad prag 8062

Der

Hl. Nikolaus von Tolentino

wurde original 1708 in Stein gemeißelt. Auch die beiden Statuen (Original und Kopie) unterscheiden sich etwas. Hält er auf der Karlsbrücke das für ihn wichtige Attribut, die Lilie, in der Hand, so fehlt ihm das im Gorlice Saal. Aber egal, ob mit oder ohne Lilie, er zählte zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert zu den beliebtesten Heiligen in Europa. 1245 geboren, trat er dann zehnjährig in den Augustiner-Eremitenorden ein. Er konnte wohl gekonnt predigen, denn große Scharen von Gläubigen versammelten sich, wenn er predigte. Nach Tolentino (Italien) kam er 1275 und war dort bis zu seinem Lebensende.

Um ihn rankt sich eine wunderschöne Legende – das Rosenwunder. Man berichtet, dass er einem strahlend leuchtenden Stern gefolgt wäre. Auf dieser Reise wurde ihm ein gebratenes Hühnchen aufgetischt, was für ihn als Vegetarier aber die falsche Mahlzeit war. So schlug er das Kreuzeszeichen über dem Brathühnchen, das sich daraufhin in die Luft erhob und wegflog. Da Nikolaus sehr spartanisch lebte, auch in seinen Mahlzeiten, brachte er sein Brot zu den Armen. Das gefiel seinen Oberen im Orden aber gar nicht. Als er bei solch einer Aktion ertappt wurde, schlug er das Tuch auf, in dem das Brot eingewickelt war – alle Augen sahen aber nur Rosen.

hl. nikolaus v. tolentino gorlice saal vysehrad prag 7948
hl. nikolaus v. tolentino gorlice saal vysehrad prag 7951
hl. nikolaus v. tolentino gorlice saal vysehrad prag 7953

Auch bei Statue der

Hl. Anna selbdritt

kann ich von der Brücke zum Original eine Abweichung feststellen. Aber ich finde, da spricht ja nichts gegen die künstlerische Freiheit und gegenüber kleinen Abweichungen an der von M.V. Jäckel im Jahr 1707 geschaffenen Hl. Anna. Er ist übrigens noch für weitere Heiligenstatuen auf der Karlsbrücke verantwortlich.

Diese Statuengruppe ist häufig verbreitet und zeigt die Hl. Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind auf dem Arm. Seit dem 6. Jahrhundert wird die Mutter von Maria verehrt. Anna, von königlicher Herkunft aus dem Geschlecht Davids, wurde wohl erst nach langer Ehe mit Joachim mit Maria schwanger. Falls ihr es noch nicht wisst, die Hl. Anna ist die Schutzpatronin gegen Gewitter. Wenn ihr noch mehr über die Mutter von Maria wissen möchtet, dann klickt einfach HIER.

Der

Hl. Adalbert von Prag

wurde 1709 im Stein verewigt. Der Sohn eines böhmischen Fürsten, der eigentlich nach seiner Geburt Vojtěch hieß, wurde von einer schweren Krankheit heimgesucht. Damals, und Vojtěch wurde so um 956 geboren, erhoffte man sich christlichen Beistand, wenn man den Sohn einem Heiligen und der Kirche verspricht. In seinem Fall war es die Mutter Maria. Nach seiner Firmung und nachdem er die Domschule dort besucht hatte, bekam er von dem Erzbischof Adalbert ebenfalls diesen Namen.

981 wurde er in Prag zum Priester geweiht und kaum zwei Jahre später wurde er zum Bischof von Prag ernannt. Wohl schon mit Berechnung. Denn da war ein bisschen Unruhe im Land zwischen zwei konkurrierenden Fürstenhäusern. Die Premysliden gegen genau dem Adelsgeschlecht aus dem Adalbert stammte. Der neue Bischof setzte sich gegen den Verkauf christlicher Sklaven ein, die man auch in Prag an Heiden und Juden verkaufte. Aber er lief insgesamt mit seinen Reformen gegen die Windmühlen der Politik und gab 988 als Bischof auf. Bedeutete für ihn – Flucht aus Prag. Er kam als Bedediktinermönch in einem Kloster in Rom unter.

In der Folge gab es einen HickHack – ach komm doch wieder zurück nach Prag. Was Adalbert 992 dann auch mit zwölf Mönchen tat und das Kloster Břevnov in Prag gründete. Auch wurde er wieder Bischof von Prag. Bis halt das ganze Spiel, wie schonmal, wieder begann und er wieder nach Rom floh. Man kann halt nicht aus seiner Haut mit seiner Gesinnung. Sein Tod war nicht schön – er soll mit einem Ruder erschlagen worden sein, und mit Spießen durchbohrt worden. Den Rest der Grausamkeit erspare ich euch hier. Ein Adler solle seinen Leichnam bewacht haben. Adalbert wird deshalb mit einem der Attribute Adler, Ruder oder Spieß dargestellt.

Hier im Gorlice Saal, genauso wie auf der Karlsbrücke wird er aber mit einem Buch dargestellt.

Die größte Statuengruppe hier unten im Gorlice Saal ist der

Hl. Bernhard mit der Madonna

auf den Erschaffer M.V. Jäckel geht die Statue 1709 zurück. Unverkennbar erhöht Maria mit dem Jesuskind. 1090 wurde Bernhard in eine begüterte und fromme französische Familie hineingeboren. Nach der Schule trat er einem Kloster bei und brachte frischen Wind in den ‚eingestaubten‘ Zisterzienserorden. Neue Klöster entstanden. Man sagt, bis zu seinem Tod wären es 343 Klöster gewesen, die unter Bernhard von Clairvaux gegründet wurden.

So wirklich bequem soll er nicht gewesen sein, den Päpsten in Rom konnte er schon ganz gehörig Gegenwind geben. Und berühmt war er für seine Begabung zu reden und zu predigen.
Dass der Hl. Bernhard mit der Madonna dargestellt wird, ist seiner Marienverehrung zuzuschreiben. Die beiden haben sogar ihren eigenen Gedenktag am 18. Oktober. Und die Zisterzienserkirchen seines Ordens sind allesamt der Mutter Maria geweiht.

tor vom gorlice saal in den park auf dem vysehrad 7917

Die Treppe und das Tor in die Freiheit – diesen Gedanken hatte ich mit Blick auf die große Treppe.

Und die hat auch ihren Grund, denn seit Mitte der 90er Jahre kann man hier im Untergrund im Gorlice-Saal im Sommer Ausstellungen bewundern. Vermutlich lässt man die Besucher nicht über die Gänge der Kasematten gehen, sondern einfach vom Park hinunter in den Saal.

aussentor zum gorlice saal auf dem vysehrad 7133

Und damit wäre auch das große Tor erklärt, das ich beim Rundgang im Park nicht zuordnen konnte.

Bevor wir den langen Kasematten-Gang wieder zurück zur Eingangstür gehen (hoffentlich ist sie immer noch geöffnet) – gibt es noch einen Kurzum-Blick. Es ist schon beeindruckend wie massiv diese Festung gebaut wurde.

Glück gehabt 😀 – wir standen wieder draußen im Ziegeltor. Es gibt aber nicht nur diesen einen Weg in die Kasematten.

Weitere Kasematten-Wege im Vyšehrad in Prag

denn dieser kurze Weg war ja nun wirklich kein Kilometer. Es gibt noch zwei weitere Wege, einer führt zur Freilichtbühne, der andere zur St. Martins Rotunde. Diese sind aber nur im Rahmen von Führungen zu betreten.
Es verwundert wirklich nicht, dass diese einmalige Festung als Nationales Kulturdenkmal eingestuft ist.

sommerbuehne auf dem vysehrad prag 7869
st.martins-rotunde vysehrad prag 6965

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