Eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler des europäischen Hochmittelalters und seit Juli 2018 Unesco Weltkulturerbe – der Dom St. Peter und St. Paul in Naumburg an der Saale.

Dass die Besichtigung des Doms bei unserem Aufenthalt in Naumburg auf unserer Sightseeingliste ganz oben steht, war glasklar. Zwischen den Jahren sollte man sich allerdings tunlichst mit den Öffnungszeiten vertraut machen. Was ich natürlich versäumt habe 🙂 “Wollen Sie da jetzt noch rein? Wir schließen in einer halben Stunde und Sie sollten sich mindestens eine Stunde einplanen. Besser noch zwei, denn der Audio-Guide führt Sie mit zwei Stunden durch den Dom.” Uppssss … damit war dieser Programmpunkt an Hl. Abend Geschichte. Aber wir hatten ja noch weitere Möglichkeiten und da unsere Ferienwohnung nur 5 Minuten Fußweg zum Dom lag, war die Verlagerung auf den nächsten Tag auch nicht weiter dramatisch. Und da werden uns doch 4 Stunden Öffnungszeit auch reichen!
Tatsächlich waren wir gut 2 Stunden im Dom unterwegs, bis wir alles gesehen hatten. Die Eintrittsgebühr (inkl. Audio-Guide) von 7,50 € ist  mehr als gerechtfertigt. Zum ersten Mal auf unseren Reisen habe ich es in Sachsen-Anhalt und in Leipzig erlebt, dass zusätzlich zum Eintrittspreis fast überall auch Fotogebühr erhoben wird. Absolut gerechtfertigt, wenn damit auch diese Sehenswürdigkeiten unterhalten werden können.

Es ist unmöglich, dieses geschichtsträchtige und imposante Bauwerk in einen Beitrag zu packen, zumal ich auch sehr viel Fotomaterial aus dem Dom mitnahm. Deshalb habe ich den Dom in einzelne Bereiche aufgeteilt. Durch den jeweiligen Link kommt ihr auf die ausführlichen Beiträge dazu. Vielleicht sind sie Inspiration einmal selbst nach Naumburg zu fahren und den herrlichen Dom und die wirklich interessante und lebendige Altstadt von Naumburg zu besuchen. Vielleicht frische ich mit diesen Beiträgen einen alten Besuch von euch dort auf – oder er ist für all diejenigen, die trotzdem den Dom erleben möchten, es aber live nicht schaffen.

Der Naumburger Dom wurde in unterschiedlichen Bauphasen erstellt, die sich auch leicht am Außenbau ablesen lassen. Die größten Teile stammen aus der Spätromanik, mit den typischen Rundbogenfenster. Der frühgotische Westchor stammt aus dem 13. Jahrhundert, und die hochgotische Ostchorerweiterung aus dem frühen 14. Jahrhundert. Trotz dass man versuchte auf die romanischen Bauteile Rücksicht zu nehmen, fällt der gotische Baustil natürlich auf. Die verschiedenen Baustile fallen auch bei den Türmen auf. Spätromanisch sind die Untergeschosse aller vier Türme, teilweise bereits aus dem 13. Jh. In der Folge wurden die Türme weiter aufgebaut. Die Osttürme wurden jedoch erst um 1500 in der Spätgotik erhöht. Die Barockhauben der beiden Türme stammen von 1711 und 1713. Durch einen mutwillig gelegten Brand wurde 1532 der Dom schwer beschädigt. Dächer, große Teile der Ausstattung und Mauerwerk wurden zerstört. Erst im 19. Jh. wurden diese Brandschäden teilweise endgültig beseitigt.

Zwischen der Marienkirche (links) und dem Dom sieht man das steile Dach der Dreikönigskapelle. Diese wurde vom Naumburger Bischof Gerhard II. von Goch 1416 gestiftet. Wir haben sie doch tatsächlich bei unserem Besuch ‚übersehen‘. Die Kapelle selbst befindet sich als Raum der Stille im Obergeschoss, während sich im Erdgeschoss der Domladen befindet.

Auf dem Domplatz, vor dem Eingang zum Dom steht auf dem Brunnen eine der berühmtesten Stifterfiguren – Markgraf Ekkehard. Das Standbild wurde erst 1858 auf den 1532 geschaffenen Ekkehard-Brunnen gestellt.

Und jetzt beginnt unser Rundgang durch den Dom, den wir durch eine Vorhalle betreten.

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Wir sind im Ostchor mit seinem Ostlettner.
Die Superlative im Naumburger Dom sind unzählig. Einzigartig im Dom ist, dass das Langhaus von zwei Lettner abgetrennt ist. Der Ostlettner ist der älteste deutsche Hallenlettner und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Was es mit dem Lettner auf sich hat und warum der Ostchor auf den Lettner aufgebaut ist, könnt ihr im ausführlichen Beitrag lesen. Nicht zu vergessen die Krypta, die ebenfalls ein eindrucksvolles Ausstattungsmerkmal aufzuweisen hat. Sie ist unter dem Ostchor.

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Wir sind im Westchor mit dem Westlettner.
Komplett anders gestaltet als der Ostlettner und ein Meisterwerk mit der Handschrift des „Naumburger Meisters“ – der Westlettner. Ich war mehr als nur begeistert! Dahinterliegend der Westchor mit den 12 Stifterfiguren. Diese Figuren stellen aber keine Heiligen oder Bischöfe dar, sie sind DIE Personen, die maßgeblich am Bau des Doms durch ihre Stiftungen beigetragen haben. Und hier steht sie, an der Seite ihres Gemahls Ekkehard – die weltberühmte „Uta von Naumburg“.
Ich habe mich sehr lange am Westlettner und im Westchor aufgehalten. Warum? Das lest ihr im ausführlichen Bericht.

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Ausführlich geht es jetzt ins Langhaus mit der Elisabethkapelle und der Evangelistenkapelle.
Das Langhaus wird durch die beiden Lettner abgegrenzt und erscheint dadurch gar nicht mehr sooo groß. In den Seitenschiffen sind unzählige Grabmäler der Naumburger Bischöfe und Domgeistlichen zu finden. Die wunderschöne Kanzel hat meine ganze Aufmerksamkeit bekommen. Und was jetzt Martin Luther und das „Naumburger Bischofsexperiment“ mit dieser Kanzel zu tun haben? – Lest es im ausführlichen Bericht.

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Über den Kreuzgang geht es weiter zur Marienkirche.
Auch hier weist der Naumburger Dom wieder ein Superlativ auf. Einmalig sind die zwei Klausuren und ehemals zwei Kreuzgänge beim Dom. Warum es heute nur noch einen Kreuzgang gibt und was es mit der Marienkirche auf sich hat – lest es im ausführlichen Bericht.

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Viele ganz besondere Schätze gibt es im Domschatz zu bewundern.
Teile des Domschatzes durften leider nicht fotografiert werden. Trotzdem sind sie mit den alten Schriften, genauso wie im Domgewölbe sehr sehenswert. Schaut selbst im ausführlichen Bericht.

Ja, es ist wirklich ein ausführlicher Bericht geworden. Ich muss im Nachhinein immer noch schmunzeln, als unser lieber Freund in dessen Wohnung wir die Tage in Naumburg verbringen durfte im Vorfeld auf meine Frage nach Sehenswürdigkeiten sagte: „Ach, da gibt es eigentlich nicht soviel.“ Von wegen! Die ganze Stadt strotzt nur so von Sehenswertem. Vom Umland ganz zu Schweigen. Aber es sei ihm verziehen, dass man als Einheimischer irgendwann etwas ‚betriebsblind‘ wird. Mir geht es ja mit meinem Schwabenland oft genauso. 🙂