Inmitten des UNESCO-Biosphärenreservats Schwäbische Alb liegt die ehemalige Residenzstadt Bad Urach. Neben viel Naturerlebnis kann die kleine Kurstadt einen charmanten historischen Altstadtkern bieten.

Ein Tag auf der Schwäbischen Alb, so war unser heutiger Plan. Zum Uracher Wasserfall sollte es gehen und von dort noch weiter in die Umgebung – Natur pur wollten wir. Aber zwischen wollen und bekommen lagen heute kleine Welten.

Für Fridolin war der Weg nach Bad Urach neu, weniger aber für mich. Sehr viele Jahre habe ich die Stadt (bewusst oder unbewusst?) gemieden. Und auch bei der heutigen Fahrt kam sie wieder hoch – die Erinnerung an eine Woche, auf die ich hätte gut verzichten können. Kaum hatte ich meine Eltern damals in die kleine Kurstadt gebracht, in der sich mein Paps von seinem Schlaganfall erholen sollte, wurde ich drei Tage später in aller Frühe durch einen Anruf aufgeschreckt ‚Komm schnell, Papa kommt auf Intensiv, sieht nicht gut aus.‘ Alle Blitzer auf der Strecke kamen mir heute in Erinnerung, die ich damals geschickt ausgetrickst habe. Ich konnte weder meinen Kindern, die noch im Tiefschlaf lagen, tschüss sagen, noch wusste ich am Ende des Tages die Lage einzuschätzen. Wir bangten eine Woche um das Leben meines Vaters, und ich verließ Bad Urach erst wieder, als sicher war, dass mein Vater den Rücktransport in meine Heimatstadt überstehen würde. Von der kleinen Stadt habe ich außer dem Krankenhaus, der Rehaklinik und einer Bäckerei nicht viel gesehen.

Auch heute stand die Innenstadt nicht wirklich auf unserem Besichtigungsplan, sondern nur der Uracher Wasserfall. Wir haben uns angewöhnt, sowas wie die frühen Vögel bei unseren Ausflügen zu sein, was sich auch heute als klug herausstellte. Denn gegen Mittag nahmen die Besucherscharen, die zum Wasserfall wollten, immer mehr zu. Was uns aber in der Intensivität so gar nicht gefiel, Corona war ja mitten drin unsichtbar dabei, und Abstand irgendwann nicht mehr gegeben. Also verwarfen wir den Plan, am Wasserfall nach oben zu gehen, um dort entweder zum Rutschenfelsen oder zur Burgruine Hohenurach weiterzugehen. Auf der anderen Seite des Brühlbachs ging es wieder (nur wir beide allein) Richtung Fridolin zu. Und was jetzt?

Da wir die Innenstadt gar nicht auf dem Schirm hatten, fehlte mir jegliche Info für einen Stadtrundgang. Google, dein Freund und Helfer, ließ uns wissen, dass die Tourist-Info noch geöffnet hat und dort Stadtpläne erhältlich sind. Also dann doch Innenstadt Bad Urach 🙂
Richtig verfahren kann man sich in der knapp 12.000 Einwohner zählenden Stadt nicht. Zumal auch Kurbereich und Altstadtbereich voneinander getrennt liegen. Parkplätze gab es in Hülle und Fülle und wir machten uns auf Richtung Altstadt, oder immer den Fachwerkhäusern nach. Denn auch in dieser kleinen Altstadt, stehen so wie in Waiblingen, Schorndorf, Schwäbisch Hall oder Dinkelsbühl teilweise ein Fachwerkhaus neben dem anderen.

Kommt mit zu meinem Bummel durch Bad Urach

durch die kleinen Gässchen.

Bevor es den ersten längeren Fotostopp gibt –

ein bisschen zur Stadtgeschichte zu Bad Urach

das ja erst seit 1983 das ‚Bad‘ vor dem Stadtnamen hat. Diese Geschichte beginnt sehr früh, denn Funde belegen, dass es bereits eine bedeutende Siedlung der Alamannen bei Bad Urach gegeben hat. Es kam die Zeit der Staufer und die Zeit, als sich ein Adelsgeschlecht ums andere gründete. Im Gebiet Urach war es zu Beginn des 12. Jahrhundert Egino samt seinem Bruder Rudolf, die so um 1050 bei Reutlingen die Burg Achalm errichteten. Rudolf blieb auf der Achalm, Egino in Dettingen und seine Nachfahren ließen über Urach eine Burg errichten. Damit man sich nicht großartig mit wechselnden Namen herumschlagen musste, behielten die Nachfolger einfach den Namen und wurden durchnummeriert.

Die Lage an einer wichtigen Handelsstraße war gut für die Entwicklung von Urach, denn bereits 1140 erhielt der Ort Marktrechte. Durch geschickte Hochzeiten wurde das Gebiet erweitert. 1235 gab es ein bisschen Zoff unter den Staufern. Kaiser Friedrich II. und sein Sohn König Heinrich VII. waren nicht einer Meinung. So sehr, dass es zu Kämpfen kam, bei denen Heinrich Unterstützung durch die Uracher Egino und seinen Brüdern erhielt. Die Burg Achalm konnten sie vor den Kaisertruppen noch retten, das Wahrzeichen von Urach, die Burg Hohenurach aber nicht. Als die Staufer ohne männliche Nachkommen ausstarben, ging auch dieses Uracher Grafengeschlecht unter, bzw. sie wurden Grafen von Freiburg und anderen Ländereien. Dann fing man an Ländereien zu tauschen und vermutlich aus Geldmangel wurden Besitzungen bei Urach an den Grafen Ulrich von Württemberg verkauft. Endgültig endeten die ‚Uracher‘ 1261 und die Stadt war damit ein Teil von den Grafen von Württemberg. Und dem war es gerade recht, denn nach dem Ende der Stauferherrschaft sortierte er die Gebiete neu und Stuttgart wurde zur Residenzstadt der Württemberger.

Wir sind im Jahr 1419 als der württembergische Graf Eberhard IV. sehr jung verstirbt und seine beiden Söhne Ludwig und Ulrich noch zu jung zum Regieren sind. Ab 1433 ändert sich das jedoch und beide Brüder regieren Württemberg gemeinsam. Bis … ja bis Ulrich auf die Idee kommt, das Land zu teilen. Er bekommt den östlichen Teil samt der Residenz in Stuttgart, sein Bruder Ludwig den westlichen Landesteil ohne Residenz. Die schuf sich Ludwig dann in Bad Urach und machte die Stadt zur Residenzstadt. Das Schicksal seines Vaters wiederholte sich, auch Ludwig verstarb sehr früh und hinterließ unmündige Kinder. Wie es dann weitergeht? Später mehr davon ….

Dann kam der Dreißigjährige Krieg, losgetreten mit dem 2. Fenstersturz in Prag (ich stand im Juni 2020 im Alten Königspalast wo alles begann). Nachdem die Schlacht bei Nördlingen verloren war, ging es Tage später in Urach zur Sache. Alle Verteidigung half nichts, Ende Oktober 1634 begann die Belagerung der Stadt und später der Burg Hohenurach. Ich mag es mir nicht vorstellen – 27 Dörfer wurden in Brand gesteckt. Als 1639 das grausame Treiben ein Ende hatte, kam Urach wieder zu Württemberg, aber mit weit weniger Land als davor. Und die Stadt war arm, richtig arm. Der Aufbau ging nur langsam voran, und als man dachte – jetzt geht es vorwärts, begann 1688 der Einmarsch der Franzosen. Und die forderten was sie nur konnten, und nicht nur Geld, sondern auch Getreide. Die Folge war eine große Hungersnot und ständige Auseinandersetzungen.

1803 entstand das Herzogtum Württemberg, aus dem drei Jahre später das Königreich wurde. Urach blieb Sitz des Oberamts. Seit 1983 ist Urach ein staatlich anerkannter Luftkurort und Heilbad und darf sich ‚Bad Urach‘ nennen.

 

Wir stehen jetzt bei unserem Rundgang  vor

dem Sprandel’schen Haus in Bad Urach

eines der größten Häuser in der Altstadt. So um 1440 wurde es erbaut und war mit der Grafenfamilie verbunden. Später ging es in den Besitz von bürgerlichen Familien. Jaaaa, groß ist es wirklich ….

Sprandel’sches Haus in Bad Urach 0528
Sprandel’sches Haus in Bad Urach 0594
Sprandel’sches Haus in Bad Urach 0583

Ein paar Schritte weiter sind wir bei der

ehemaligen Klostermühle in Bad Urach

1454 wurde sie erstmals als Mühle betrieben, brannte aber 1876 ab. Wiederaufgebaut, diente sie bis 1958 als Getreidemühle, bis sie jetzt seit 1990 eine Heimat für das Stadtmuseum bietet. Ein Blick ums Hauseck lohnt sich, das alte Mühlrad ist noch erhalten. Nein, so richtig plätschert es nicht am kleinen Bach, aber doch dreht es sich noch ganz gemütlich und bietet ein romantisches Eckchen in Bad Urach.

Vier Jahre lang, genauer gesagt von 1818-1822, war Eduard Mörike Schüler am evangelischen theologischen Seminar in Urach, das im Chorherrenstift untergebracht war.

Ihm zu Ehren ist an der ehemaligen Klostermühle, bzw. am Stadtmuseum eine Gedenktafel angebracht.

Er ist’s

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

deutscher Erzähler, Lyriker und Dichter, 1804 - 1875

Nix Frühling, es war ein sonniger Herbsttag – hier in Bad Urach. Ein Blick nach links vom Stadtmuseum zu einem liebevoll restaurierten Fachwerkhäuschen, dem

Chorherrenhaus in Bad Urach

1514 wurde es erbaut und war ehemals eine Schenkung eines der Stiftsherren des über der Straße liegenden Stifts. Zu Ehren des Grafen steht in diesem Areal eine Erinnerung in Form einer Stele.

Graf Eberhard V. ließ 1477 den

Mönchshof in Bad Urach

für die „Brüder vom gemeinsamen Leben“ erbauen. Das Stift wurde direkt an die daneben liegende Evang. Stiftskirche St. Amandus angebaut. Die ‚Brüder‘ waren eine zusammengewürfelte Gemeinschaft aus geistlichen, adeligen und bürgerlichen Chorherren, die sich vor allem mit theologischen Studien und der Herstellung von Büchern beschäftigten. Als Lehrer fungierten sie an der Lateinschule in Urach. Da der Zustrom in Urach so groß war, wurden weitere drei Bruderhäuser in der Umgebung gegründet. Es war wohl kein Zufall, dass der Propst des Stifts ein Vertrauter des Herzogs war, und auch einer der ersten Professoren der 1477 neu gegründeten Uni Tübingen. 1514 ging die Zeit der Bruderschaft in Urach zu Ende.

Nachdem ab 1599 der Herzog von Württemberg den Uracher Bürgern das Privileg zur Herstellung von Leinen verliehen hatte, und damit auch die weltweite Vermarktung des Produkts, mussten die Leinenweber von Urach auch irgendwo unterkommen und arbeiten. Dafür wurden 29 Häuser in der Webervorstadt erbaut. Als Lagerort und für das Kontor wurde das Stift genutzt.
(Die Webervorstadt haben wir nicht besucht, das dürft ihr selbst 🙂 )

Außenansicht Stiftskirche St. Amandus Bad Urach 0714

Ganz klar konnten wir einem Besuch der spätgotischen

Stiftskirche St. Amandus in Bad Urach

die ab 1474 erbaut wurde, nicht wiederstehen. Und das war auch gut so. Denn wieder einmal sahen wir im Inneren eine ganz besondere Kirche.

Am

Denkmal von Otto Fürst von Bismarck

vorbei, der übrigens schon seit 1899 hier an der Stiftskirche St. Amandus steht, geht es in wenigen Schritten zum

Residenzschloss Urach

1400 wurde mit dem Bau angefangen, der Mitte des 15. Jahrhunderts vollendet wurde. Eine Grafengeneration hat mit Ludwig I. das geteilte Württemberg schon vom Schloss aus regiert. Bis Ludwig, ebenfalls wie sein Vater jung starb, und zwei unmündige Söhne hinterließ. Wovon einer später auch verstarb. Sohn Eberhard, zunächst mit seinem Onkel Ulrich aus Stuttgart als Vormund, schaffte es dann an dem vorbei, die Regentschaft zu übernehmen und zog als zweiter Regent im Residenzschloss ein. Graf Eberhard, der auch Eberhard im Bart genannt wird, hat diesen Beinamen seit einer Pilgerreise nach Jerusalem, wo er das Gelübde ablegte, seinen Bart in Zukunft nicht mehr zu schneiden.

Eberhard heirate prunkvoll in Urach eine Italienerin, das einzige Kind der beiden verstarb aber. Weitere gab es in der Ehe nicht – allerdings ein paar außerhalb der Ehe 😉 Die kamen aber natürlich für eine Nachfolge nicht in Frage. Im Dezember 1482 gelang es Eberhard das geteilte Württemberg Urach und Stuttgart wieder zu vereinen. Damit verlegte er die Residenz nach Stuttgart und die Zeit als Residenzstadt für Urach ging zu Ende. Das Residenzschloss diente fortan als Jagdschloss für die Herzöge. Nach dem Tod von Herzog Eberhard I. 1496, kam einer der Söhne vom Stuttgarter Ulrich an die neue Regierung, Eberhard II. Wie in so vielen anderen Adelsgeschlechtern wurde der Name einfach weitergereicht und nur die Zahl dahinter änderte sich.

Auffällig an der Außenwand des Schlosses ist die Schweinefamilie. Da wollte ich doch genauer wissen, was es mit dem Borstenvieh an der Wand auf sich hat. 1507 begab sich Herzog Ulrich auf Jagd nach einer riesigen Wildsau. Wenn man auf die Jahreszahl schaut, dann gab es damals noch keine Gewehre, um so ein Tier abzuschießen. Ulrich erlegte die Wildsau aber auch ohne eine solche Waffe und wurde mit dieser Heldentat gefeiert. Deshalb die bronzene Familie als Erinnerung an der Außenwand 🙂

Aufgrund Corona waren im Shut-Down light die Schlösser und Museen wieder geschlossen. Wir hätten gerne das Residenzschloss von innen besichtigt, was bedeutet – es wandert der zweite Grund für einen erneuten Besuch von Bad Urach auf den Wiederholungszettel. (Der erste ist die Burgruine Hohenurach, eines der Wahrzeichen der Stadt)
Aber der Blick von außen war ja schonmal nicht ohne ….

Direkt am Residenzschloss steht

das Tiergartentor in Bad Urach

das ursprünglich dort nie stand. 1603 wurde es als Eingang zur Webervorstadt geschaffen, aber so wie es aussieht nicht, um Feinde, die der Stadt nicht wohlgesonnen sind, aufzuhalten. 1992 zog das Tor vor das Residenzschloss um.

Tiergartentor Bad Urach 0763
Tiergartentor Bad Urach 0766
Tiergartentor Bad Urach 0209

Des Schwaben liebstes Gebäck, so wird in einer Sage überliefert, soll aus Bad Urach stammen. Ich backe ja unser Brot und Brötchen meistens selber, aber von ihr habe ich immer ehrfürchtig die Finger davon gelassen. Auch wenn es sie in anderen Bundesländern oder sogar in fernen Landen auch gibt, kein Bäcker der Welt macht sie soooo gut wie die Schwäbischen. 🙂 Ich spreche von

der Erfindung der Schwäbischen Brezel

Wie sie entstanden sein soll? Dazu habe ich eine schöne Sage gefunden.

Wer anderen übel nachredet, tut das meist nicht ungestraft. So erlebte es auch der Uracher Bäcker der dem Grafen Eberhard übel nachgeredet hatte und mit dem Tod bestraft werden sollte. Auch, wenn er sein Talent als Bäcker sehr schätzte. Also gab er ihm eine Aufgabe, für die er drei Tage Zeit hatte. Sollte ihm diese gelingen, wurde er vom Tod verschont.

Er sollte ein Brot backen, durch das die Sonne dreimal durchscheinen kann. Dazu sollte es dem Kaiser besser schmecken als alles andere was bisher aus seiner Backstube kam.

Als er am letzten Tag dabei war, einen leicht gesalzenen Hefeteig herzustellen (er wusste ja um die Vorliebe des Kaisers für das Herzhafte), schaute er voller Verzweiflung zu seiner Frau hinüber. Fiel ihm nichts ein, ist er am nächsten Tag tot. Sie stand mit verschränkten Armen da, was den Bäcker auf die Idee brachte. (Na, ob das jetzt ein Kompliment für seine Frau war, darf jeder selber beurteilen 😀 ) Er rollte aus dem Teig eine Wurst, in der Mitte dicker, an den Enden schmal und verschlang die Enden so, dass die verschränkten Arme seiner Frau am Ende des Bauches zu erkennen waren.
Die Katze des Bäckers war schuld daran, dass es ein Laugengebäck wurde. Denn die stieß an das Backblech, so dass alle Teiglinge in einen großen Topf mit Lauge fielen. Seine Frau hielt den Bäcker davon ab, von neuem anzufangen, und die mit Lauge überzogenen Backteilchen trotzdem in den Ofen zu schieben. Eilig wurden noch grobe Salzkörner darüber gestreut und das Blech kam in den Ofen. Viel Zeit blieb ihm ja nicht mehr.

Mit dem fertigen Gebäck rannte er zum Kaiser und zeigte ihm seine Kreation. Dieser war begeistert und sah seine Aufgabe als erfüllt an – die Sonne konnte gleich drei Mal durch das Gebäck scheinen. Der Bäcker blieb am Leben und die berühmte schwäbische Brezel war erfunden.

hier gefunden

Übrigens findet ihr gegenüber vom Residenzschloss die Tourist-Info, die euch für euren Rundgang Stadtpläne bereithält. Da steht ihr dann vor der Entscheidung, wandelt ihr auf den Spuren der Grafen und Herzöge, oder geht ihr in den bürgerlichen Bereich, der sich genau hier in zwei Bereiche trennt. Wir haben an der Trennlinie von jedem etwas genommen, sind aber der Meinung – der Rest kommt ebenfalls auf den Wiederholungszettel, wenn wir das Residenzschloss besichtigen wollen.

Über kleine Seitengässchen, vorbei am

Amtsgericht in Bad Urach

ging es Richtung Marktplatz. Das Gelände auf dem das Gerichtsgebäude, das 1903 erbaut wurde, steht, gehörte einst zum gräflichen Besitz.

Amtsgericht Bad Urach 0778
Amtsgericht Bad Urach 0785

Sorry liebe Bad Uracher und liebe Leser, wenn auf dem Weg zum Marktplatz keine Begeisterung bei mir aufkam. Es gibt viel Sehenswertes in der Stadt, keine Frage, und wir kommen bestimmt auch mal wieder – auch um mit Sicherheit irgendwann  einen Kaffee auf dem Marktplatz zu trinken – aber in den Gässchen versprühen andere Fachwerkstädte, wie Waiblingen, Schorndorf oder Schwäbisch Hall mehr Charme.

Trotzdem sagt man dem

Marktplatz in Bad Urach

nach, er wäre einer der schönsten Plätze in Süddeutschland. Ich lass dies mal so stehen, denn wir Gmünder sagen das auch von unserem Marktplatz 😉 (und bestimmt noch ganz viele andere Städte)
Aber denkt man sich jetzt mal den ganzen Corona-Schlamassel weg, und vielleicht dreht man die Jahreszeit noch ein bisschen ‚auf wärmer‘, damit der Platz mit der Außengastro Leben bekommt – ja, da kann ich mir schon vorstellen, dass hier ein schönes Fleckchen für eine Pause ist.

Eines der größten Häuser der Stadt steht ja in der Nähe des Residenzschlosses, aber das

Alte Oberamt in Bad Urach

kann auch eine stattliche Höhe aufweisen. Der Vorgängerbau aus dem 15. Jahrhundert wurde durch diesen Bau im 16. Jahrhundert ersetzt. War es ganz früher eine Herberge, so siedelte sich ab 1812 der Oberamtmann dort an. Das Haus fungierte als Verwaltungssitz für das Uracher Oberamt.

Altes Oberamt Bad Urach 0820
Altes Oberamt Bad Urach 0824
Altes Oberamt Bad Urach 0829

Nicht zu übersehen ist

das Rathaus Bad Urach

am Marktplatz. 1440 wurde es erbaut und mehrfach erweitert oder umgebaut, bis es heute drei Geschosse aufweisen kann. Damals war das das Erdgeschoss noch offen und diente den Bäcker und Metzger als Verkaufsfläche. (Das erinnert mich an das alte Rathaus in Waiblingen, wo das Erdgeschoss heute noch offen ist.) Als es ab der Mitte des 19. Jahrhunderts geschlossen wurde, war es aber immer noch der Fruchtmarkt der Stadt. Ganz klar, dass sich der Marktplatz, so wie doch in jeder Stadt, als Platz für Wochen- und Jahrmärkte anbietet.

Das Rathaus steht wie so ein kleiner ‚Prellbock‘ zwischen dem kleinen (schnuggeligen) Bereich des Marktplatzes und dem großen offenen Platz.
Auf diesem kleinen Bereich steht der im spätgotischen Stil erbauten

Marktbrunnen in Bad Urach

oder auch Christophorusbrunnen genannt. Als Graf Eberhard 1495 zum Reichsfürst erhoben wurde, machte er den Brunnen der Stadt zum Geschenk. Zugleich war der Brunnen früher einer der wichtigsten Wasserspender der Stadt. Mit dem Rathaus als Kulisse ist er ein großer Anziehungspunkt, der auch mich hat eine Weile hier verweilen lassen.

Ihr seht anhand meines Bummels durch Bad Urach schon, dass es viel in der Stadt zu entdecken gibt. Wir haben noch lange nicht alles von der Stadt gesehen. Bekannt ist neben dem Uracher Wasserfall und der Stadt als Kurstadt auch die Therme in Bad Urach. Also – vielleicht sind wir mal wieder in Bad Urach?
Viel Spass bei euren Entdeckungen, lasst mich gerne daran teilhaben.

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