Man sagt Schwäbisch Hall, der Stadt am Kocher im nordöstlichen Baden-Württemberg nach, dass sie eine der schönsten Städte Süddeutschlands mit historischem Altstadtkern ist.

Ich wollte das genauer wissen und so kam „Ein Tag in Schwäbisch Hall“ schon vor einiger Zeit auf unseren ‚Da müssen wir unbedingt hin-Plan‘. Nachdem uns Corona mal wieder unsere komplette Urlaubsplanung zwei Tage vor Reiseantritt endgültig über den Haufen gefegt hat, nahmen wir die Umsetzung dieses Plans in Angriff. Von meiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd ist man in nichtmal einer Stunde in Schwäbisch Hall. Tja, aber nur ohne Baustellen. Wir kamen dadurch aber über herrliche kleine Flecken, die wir ohne die Umleitung nie entdeckt hätten. Es ist halt immer für etwas gut, wenn etwas so ist, wie es ist.

In meinem „Schwäbisch Hall erleben“ – Kompakt Bericht möchte ich euch dazu inspirieren, die wirklich herrliche Stadt selber zu entdecken. Wir haben es nicht an einem Tag geschafft, und so wird dieser Bericht immer wieder erweitert werden. Vielleicht kennt ihr Schwäbisch Hall dem Namen nach ja bereits? „Auf diese Steine können sie bauen“ so wirbt die dort ansässige, weithin bekannte Bausparkasse aus der Stadt. Und noch ein anderes Highlight der Stadt ist euch vielleicht bekannt, die Freilichtspiele, die jedes Jahr im Sommer auf der Freitreppe, dem Wahrzeichen der Stadt, abgehalten werden.

Aber gehen wir zuerst mal zurück zur Entstehung der Stadt, mit

ein bisschen Geschichte zu Schwäbisch Hall

In ganz alten Urkunden wird Schwäbisch Hall meistens nur „Hall“ genannt, und wir und vermutlich auch die Haller Einwohner verwenden auch heute noch die Kurzform. Auch wir in Schwäbisch Gmünd streichen oft das „Schwäbisch“, wir leben in Gmünd und sind Gmünder. Hier werden wir Schwaben sehr liebevoll unserem Ruf gerecht – wir sparen wo es nur geht 😀 😀

Menschliche Besiedlungen dort, wo heute die Altstadt ist, gehen weit zurück. Seeeehr weit. Etwa 6000 v. Chr., da war die Jungsteinzeit, sind oberhalb des Kochertals Ansiedlungen nachweisbar. Und das, für das die Stadt bekannt wurde, die Salzgewinnung, konnte mit einer keltischen Saline für das 5.-1. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen werden. Die Kelten erkannten da schon, dass man aus dem salzhaltigen Grundwasser durch Erhitzen Salz gewinnen konnte. Dann geht es erst wieder mit Überlieferungen über die Existenz von Hall so ums 11. Jahrhundert weiter. Was dazwischen war, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

Aber auch wieder eine Saline war der Grund dafür, dass im Mittelalter eine Siedlung am Kocher entstanden ist. Über die Stadt bestimmten die Grafen von Comburg-Rothenburg (vielleicht kennt ihr Rothenburg ob der Tauber?). Da diese aber ohne männliche Nachkommen blieben und deren Geschlecht ausstarb ging Schwäbisch Hall auf die Staufer über. Überall im Ländle sind sie halt zu finden, vor allem in meiner Heimatstadt, der ältesten Stauferstadt, von den Staufern gegründet. Aber nicht nur dort – bei meinen Recherchen habe ich über den Stauferkaiser im Moseltal gelesen und sogar in Prag. Konrad III. war zu dieser Zeit an der Macht. Auf seinem Sterbebett hat er aber, entgegen den Gepflogenheiten, den Thron nicht an seinen Sohn vererbt, sondern an Friedrich I. Barbarossa. Er und Konrads Sohn waren dabei, als 1156 die Kirche St. Michael geweiht wurde.

1204 wird Hall zur Stadt, immer noch im Besitz des Herzogstums Schwaben. Die Salzgewinnung und der Handel damit verschaffte der Stadt eine wirtschaftliche Blütezeit. Aber nicht nur damit. Ab Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden unter Kaiser Friedrich I. in Hall die Heller, oder die Haller Pfennige. Ihr kennt doch sicher dieses Sprichwort „Wer den Heller nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.“ Die Heller wurden begehrt und verbreiteten sich rasch. Minderwertiges Geld, aber sie ersetzten ältere Münzen mit höherem Silbergehalt. (Bis 1545 wurden Münzen in Schwäbisch Hall geprägt, anschließend wurden sie in Nürnberg hergestellt.)

Hall wurde zur Reichsstadt im Römisch-deutschen Reich und unterstanden damit in allen Entscheidungen nur dem deutschen König/Kaiser. Und dann kamen die Bayern. 1340 stellte Kaiser Ludwig v. Bayern nach einem Streit eine neue Verfassung der Stadt auf. Durch einige Konflikte im 14./15. Jahrhundert mit dem Herzogtum Franken, das ja bekanntermaßen Bayern zugehört, grenzten sich die Räte der Stadt klar ab und erklärten 1442, dass die Stadt ab sofort Schwäbisch Hall heißt und zu Schwaben gehört. Damit war das „Schwäbisch“ im Ortsnamen. Und demonstrativ schloss sich 1495 Schwäbisch Hall dem Schwäbischen Reichskreis an, der aus zehn Reichskreisen des Römisch-deutschen Reiches bestanden. Als die Stadt dann 1802 zu Württemberg kam, wurde dieses Schwäbisch wieder aus dem Ortsnamen gestrichen, dafür durfte/musste der Zusatz „am Kocher“ mit in den Stadtnamen. Es war ein Hüh und Hott mit dem Stadtnamen, denn 1934 durfte das Schwäbisch dann wieder offiziell in den Stadtnamen.

Die Stadt hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie euch in Einzelheiten aufzuzählen – ich würde euch noch eine Weile mit Lesen beschäftigen. Wenn ihr aber doch mehr darüber erfahren möchtet, dann könnt ihr HIER oder auch HIER nachlesen. Auch Stadtbrände haben die Stadt nicht verschont und gaben ihr mit dem Wiederaufbau ihr heutiges Aussehen.

Gut über 40.000 Einwohner zählt die Stadt, in dem doch eher fränkischen geprägten Teil Baden-Württembergs. Naja, allzuuuuweit liegt sie ja nicht von der Grenze zu Franken weg.
So, jetzt aber genug mit Geschichte und Landzugehörigkeiten – jetzt geht es los, die Stadt zu entdecken.

Egal auf welcher Seite des Kochers ihr beginnt, an allen Ecken und Enden erwarten euch Fachwerkhäuser, kleine Gässchen und Ecken. Ich empfehle den Damen, lasst eure High Heels im Schrank und wählt die bequeme Variante. Es geht die meiste Zeit über Kopfsteinpflaster (passt zum mittelalterlichen Stadtkern) und es geht links und rechts des Kochers bergauf. Mehr ebene Fläche zur Ausdehnung der Stadt gab das Kochertal an der Stelle nicht her, als den Berg hoch.

Parkplätze gibt es genügend in Schwäbisch Hall. Wir haben Fridolin beim Busbahnhof für kleines Geld abgestellt und sind dann am Kocher entlang gleich über die Henkersbrücke hinüber zur

Katharinenvorstadt in Schwäbisch Hall

Knapp zwei Stunden haben wir uns auf dieser Seite der Kocherstadt fotografisch ‚ausgetobt‘. Es gibt da aber auch wirklich viel zu entdecken.
In diesem Bericht erfahrt ihr noch mehr über Schwäbisch Hall und zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten der Katharinenvorstadt. Kommt ihr mit zu diesem Teil des Stadtrundgangs durch Schwäbisch Hall?

Auf dem Roten Steg haben wir den Kocher überquert und sind in

die Altstadt von Schwäbisch Hall

Hier am Kocher sieht man gleich eine der romantischen Ecken von Schwäbisch Hall – beim Grasbödele und der Kocherinsel Unterwöhrd. In meinem Bericht über die Altstadt könnt ihr noch einiges zu den Salzsiedern erfahren. Denn genau in diesem Bereich findet das jährliche Salzsiederfest statt. Weiter geht es durch kleine Fußgängersträßchen zum imposanten Marktplatz der Stadt. Hier könnt ihr euch einmal im Uhrzeigersinn drehen und bekommt bei jedem Dreh einen der vielen unterschiedlichen Baustile, die sich hier auf dem Marktplatz vereinen, zu sehen. Der historische Marktplatz soll zu einem der Schönsten in Süddeutschland zählen. Hier findet sich auch das Wahrzeichen der Stadt, die berühmte Freitreppe.

Ach was soll ich euch jetzt noch mehr von der herrlichen Altstadt von Hall erzählen. Schaut einfach in meinen Bericht zur Altstadt, seht euch die Fotoimpressionen an und erfahrt Interessantes zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten.

Hoch über dem Marktplatz thront die

Kirche St. Michael in Schwäbisch Hall

Direkt vor der Kirche ist die große Freitreppe mit ihren 53 Stufen, auf der die Freilichtspiele stattfinden. Ich finde, die Schauspieler bringen da eine unglaubliche Leistung, da auf den Treppen zu spielen. Alle Achtung! Die Kirche solltet ihr bei eurem Rundgang durch Schwäbisch Hall unbedingt anschauen. Ich habe noch nie soooo viele Grabmale und Gedenkstätten in einer Kirche angetroffen, wie hier in St. Michael. Auch der Hochaltar ist wunderschön.

Ich mach euch jetzt mit meinen Fotos ein bisschen Lust darauf die Kirche zu besuchen. Klar erfahrt in meinem ausführlichen Bericht noch viel mehr zur Kirche und ihrer Ausstattung. Und wenn ihr ins Detail gehen möchtet? Die Details könnt ihr mit meinem Gewinnspiel entdecken.

Schwäbisch Hall trumpft auch mit seinen Kunst- und Kulturschätzen. Moderne Kunst findet sich in der Kunsthalle Würth, die Alten Meister sind in der Johanniterkirche zu bewundern. Wir standen mehrfach vor verschlossenen Türen (Öffnungszeit und Besuchstag waren nicht konform), deshalb ist Schwäbisch Hall schon während unseres Besuchs auf die Wiederholungsliste gekommen. Den ‚Bildungsauftrag‘ werden wir dann auch im Hällisch-Fränkischen Museum erfüllen, dem wir nur einen Seitenblick geschenkt haben.

Ihr seht, will man alles was Schwäbisch Hall zu bieten hat entdecken, dann muss man wirklich im Schnelldurchgang durch die Stadt, was aber der wiederum nicht gerecht werden würde. Auf unserem Besichtigungsplan steht noch das Freilichtmuesum Wackershofen und die Comburg ganz oben.

Mit jeder weiteren Besichtigung wird der Beitrag „Schwäbisch Hall erleben – kompakt“ um diese Punkte erweitert werden. Deshalb lohnt sich ein Besuch auf meinem Reise- und Fotoblog immer wieder. Vielleicht entdeckt ihr ja auch die fehlenden Besichtigungspunkte noch vor mir? Dann lasst mich doch gerne an euren Erlebnissen teilhaben.

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