Einzigartig ist der Kreuzweg mit seinen Kapellen, der den Berg hoch zur Felsenkapelle St. Salvator führt. Die Wallfahrtskirche St. Salvator bietet zudem einen Weitblick über die Stadt Schwäbisch Gmünd und zu den Drei-Kaiser-Bergen.

Als gebürtige Gmünderin ist der St. Salvator immer wieder ein Ziel für einen kleinen ‚Ausflug‘. Mein letzter Besuch liegt allerdings schon Jahre zurück. Mir wurde bewusst, dass ich eigentlich noch nie so richtig zum Fotografieren dort oben an der Kirche über Schwäbisch Gmünd war. „Ich muss doch meine neue Kamera testen“ – das war der Hauptgrund für den kleinen Ausflug heute.

Da die neben der Kirche liegende kleine Salvatorschenke aufgrund von Corona noch geschlossen ist, haben wir nicht ‚DEN‘ Besucherandrang zur Wallfahrtskirche St. Salvator erwartet. Also ideal zum Fotografieren. Und so war es dann auch.

Die Geschichte zur Wallfahrtskirche St. Salvator in Schwäbisch Gmünd

ist eigentlich kurz und bündig. Erwähnt wurde die kleine Höhle am Nepperberg (auch Epperstein genannt) 1483 von einem Ulmer Dominikaner bei seiner Besichtigung der Jakobshöhle in Jersualem. Sie weckte in ihm die Erinnerung an eine ganz ähnliche, aber kleinere Höhle auf dem Epperstein, eine in den Fels geschlagene Kultstätte. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde mit dem Ausbau der beiden Felsenkapellen begonnen, deren Höhlencharakter aber bewusst erhalten werden sollte. Am 19. August 1618 wurden die beiden Altäre in der Felsenkapelle durch den Augsburger Weihbischof geweiht. Einer der Altäre wurde zu Ehren des Erlösers, St. Salvator (Salvator mundi = Erlöser der Welt) geweiht, der andere zu Ehren der Heiligen Johannes (des Täufers) und Jakobus.

Sogar Kaiser Ferdinand III. soll auf den in Fels gehauenen Ölberg aufmerksam geworden sein. Mit großer Bewunderung gab er dem Bildhauer und Baumeister Caspar Vogt den Auftrag, eine Gruft als Nachbildung des Heiligen Grabes zu erstellen. Streitigkeiten zwischen dem Kaiser und der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd ließen die Gruft aber unvollendet.

Nachdem 1644 die Kapuziner die Seelsorge des ganzen Kirchenkomplexes übernommen haben, wurde dieser in der Folge mehr und mehr zu einem Wallfahrtsort. Im 18. Jahrhundert entstanden noch weitere Kapellen – dazu aber später mehr.

Einmalig und zu etwas ganz Besonderen machen den Kreuzweg St. Salvator hoch zu den Felsenkapellen

die kleinen Kapellen am Kreuzweg St. Salvator

Der Baumeister Vogt fertigte zunächst nur die traditonellen Bildstöckchen entlang des Kreuzwegs. 1737 wurden daraus Fachwerkhäuschen, die dann 1789 zu kleinen Kapellen mit Kuppeldach wurden. In diesen Kapellen zeigen lebensgroße Figuren das Leiden Christi.

Ich finde, egal ob man gläubig ist oder nicht, diesen Weg zu gehen, ist immer wieder schön. Denn er hört an der Wallfahrtskirche nicht etwa auf. Nein, man kann weiter hinauf zu einem herrlichen Erholungspark der Stadt Schwäbisch Gmünd – dem Himmelsgarten. Warum Himmelsgarten? Anlässlich der Gartenschau 2014 wurde dieser Begriff geprägt: die Stadt ist das Erdenreich, der Weg (eine Möglichkeit eben über St. Salvator) die Himmelsleiter – und hoch oben über der Stadt ist der Himmelsgarten, ein begehrtes Ausflugsziel für die ganze Familie.

Eine Besonderheit unter den sieben Kapellen ist die

Ecce-Homo-Kapelle mit dem Herz-Jesu-Brünnlein

Eine der bewegendsten Szenen der Leidensgeschichte ist im Mittelteil der zweigeschossigen Kapelle dargestellt. „Ecce homo! Sehet welch ein Mensch!“ Der Pelikan oben auf der Spitze des Giebels, verweist auf das Brünnlein ganz unten in der Kapelle. Aus der Seitenwunde des Heilands vergoss er Blut und Wasser – symbolisiert hier mit dem Quellwasser aus den Felshängen am Nepperberg.
Bereits im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts wurde sie von einem Augsburger Kupferstecher so stilisiert, wie sie in jüngster Zeit wieder hergestellt wurde.

Über den Kalvarienberg geht es weiter hinauf – an der Kerkerkapelle vorbei zur Kreuzigungsgruppe und weiter zu den zwei kleinen Kapellen nahe der Kirche St. Salvator.

Im 18. Jahrhundert wurden auf dem Weg zu den Felsenkapellen noch zwei weitere Kapellen errichtet.

Die Muschel- und die Heiliggrabkapelle auf dem Salvator in Schwäbisch Gmünd

Die erste ist die Muschelkapelle deren Tonnengewölbe über und über mit Kiesmörtel, Muscheln und Schnecken geschmückt ist. Ich war fasziniert.
Die Heiliggrabkapelle scheint dagegen eher nüchtern, aber deshalb nicht weniger schön. Sie wurde nach 1792 gebaut, die wunderschönen Glasfenster bekam sie Ende des 19. Jahrhunderts.

Und da ist sie nun –

die Wallfahrtskirche St. Salvator mit ihren beiden Felsenkapellen

Vermutlich war die Kirche in den Kriegsjahren nicht von Verwüstungen verschont geblieben, denn 1654 wurde sie erneut geweiht. In dem Zuge gab es größere Veränderungen – die obere Kapelle bekam eine Vorhalle und der Glockenturm wurde gebaut.

In der oberen Felsenkapelle befindet sich die eindrucksvolle Szene am Ölberg, die 1636 Kaiser Ferdinand III. bei seinem Besuch in Schwäbisch Gmünd so beeindruckt hatte. Und nicht nur den – ich war es auch!
Es ist faszinierend wie ausdrucksstark die aus dem Felsgestein gemeißelten Gesichter sind. Einmal im Monat (ob auch jetzt zu Corona-Zeiten weiß ich nicht) und natürlich vor Ostern öfters, werden in der Kapelle Wallfahrtsgottesdienste abgehalten.

Ziel eines jeden Pilgers, der hoch zur Kirche kommt, ist aber das Wallfahrtsbild in der unteren Felsenkapelle.

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Die Außenfassade der Kirche darf man sich ruhig näher betrachten. Sie ist mit zahlreichen Sandsteinreliefs, die biblische Motive darstellen, geschmückt.
Wenn ihr die Fotos seht, dann ist es kein Wunder, dass der Salvator immer gerne ein Ziel für Hochzeitspaare mit ihren Fotografen ist. So auch bei unserem Besuch. Außer uns, war aber niemand mehr dort oben. Ich wünsche dem Brautpaar ganz viel Glück! Ich kann mir vorstellen wie bezaubernd diese Fotos geworden sind, habe ich sie doch eine Weile beobachtet.

Um diesen Ort, damit er so erhalten bleibt wie er ist, kümmert sich rührend der Salvator-Freundeskreis e.V.. Eine nicht endende Aufgabe.

Und jetzt die versprochenen Blicke auf die älteste Stauferstadt Schwäbisch Gmünd und zu den Drei-Kaiser-Bergen. Unübersehbar mit Blick auf die Stadt ist das Hl.-Kreuz-Münster, der Königsturm oder unser glänzendes Gold- und Silber Forum.
Der Blick in die Ferne gilt von rechts nach links: dem Hohenstaufen, dem Hohenrechberg und dem Stuifen.
Der Weg nach oben macht also bestimmt Lust noch mehr von der Stauferstadt und der Umgebung zu erkunden.

Hab ich euch Lust gemacht, den Wallfahrtsort St. Salvator zu besuchen und den Kreuzweg nach oben zu laufen?

Dann seid IHR jetzt an der Reihe – beim

Gewinnspiel mit Inge’s Reise- und Fotoblog

Das geht ganz einfach. Haltet einfach auf eurem Weg nach oben ein bisschen die Augen offen, nehmt eure Kamera oder Handy und schickt mir mind. 12 Fotos von den nachfolgenden Detailaufnahmen. (Kann auch mit Kindern eine schöne Aufgabe sein.) Schickt mir dann die Fotos bis zum 30. Januar 2021 (ihr habt also genügend Zeit 🙂 ) per E-Mail an info@inges-reiseblog.de. Schreibt mir noch das Datum dazu, wann ihr die Fotos gemacht habt. Sie müssen nach dem Erscheinungsdatum meines Berichts liegen.

Tja, und wenn ich eure Mails habe, dann bekommt ihr nach eurer Wahl eines meiner Geschenke. Die seht ihr hier. Welches davon? Das klären wir dann, wenn ich eure Fotos habe und wer die Detailbilder gefunden hat 🙂 Denn ich hab auch ganz tolle Kindertassen.

Ich freu mich auf eure Mails!
(Es ist klar, dass bei mir Datenschutz groß geschrieben wird. Die Fotos werden nicht von mir verwendet (hab ja meine eigenen 🙂 ) und die Mail von euch wird anschließend gelöscht.)

So kommt ihr zum St. Salvator und den Felsenkapellen in Schwäbisch Gmünd