Es ist tatsächlich unmöglich, meine ‚Best of 2019‘ Reisehighlights in einen Bericht zu packen. Ich hätte es Anfang 2019 nicht für möglich gehalten, dass ich in diesem Jahr so viele herrliche Flecken erleben darf.

Der Juli 2019 begann mit einer sehr einprägsamen Kurzreise ins Berchtesgadener Land. Auch wieder einem Reisegutschein gedankt, der endlich auf Einlösung gedrängt hat. Mein Mann ist nicht unbedingt DER Bayernfan, als ich ihm aber in Vorbereitung auf die Reise (so wie ich es immer vor unseren Reisen mache) mit möglichen Ausflugszielen konfrontiert habe, war dann doch seine Neugierde geweckt. Deshalb darf die gesamte Reise nach Schneizelreuth auf die Best of Liste 2019. Weniger prickelnd war die Anfahrt und ich frage mich immer wieder, warum muss dieser herrliche Flecken Erde am hintersten Zipfel Deutschlands liegen und der Weg dahin nur über die verstopften Autobahnen rund um München erreichbar sein? Egal ob wir auf der Hinfahrt eine Variante über Bad Tölz gewählt hatten oder uns auf der Rückfahrt dem Schicksal der verstopften Münchner Strecke überlassen haben – wir waren jeweils satte 5 Stunden auf der Straße!

Wettertechnisch hatten wir für die drei Tage das große Los gezogen und noch am Anreisetag ein Highlight angesteuert.

Zauberwald bei Ramsau
Hintersee

Es ging in den Zauberwald bei Ramsau, einem der schönsten Geotope Bayerns. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Zauberwald, der vor ca. 3500-4000 Jahren durch einen Bergsturz entstanden ist. Der Weg führt immer am Wasser entlang, mit riesigen Felsblöcken, über Brückchen und Stegen – einfach nur bezaubernd schön.

Ein Weg führt im Wald entweder nach Ramsau oder als Rundweg an den nächsten Flecken, der mich immer wieder denken ließ – wie schön ist doch unsere Natur.

Der Hintersee – im Herzen des Nationalparks Berchtesgaden. Romantisch liegt er am Ende des Ramsauer Tals als glasklarer, smaragdgrüner aber eiskalter Bergsee. 12 Meter ist er tief und auch im Hochsommer kommt er nur auf eine Wassertemperatur von ca. 12 Grad.

Wir haben uns die Besonderheiten des Sees bei einer kleinen Schifffahrt mit der Annerl erklären lassen. Und nach diesem gefüllten Tag bezogen wir dann unser Hotelzimmer in Schneizlreuth.

Anbetrachts der langen Anfahrt haben wir dieses Wochenende mit Programmpunkten gut gefüllt. Am nächsten Tag ging es zum Kehlsteinhaus, mit einer gigantischen Aussicht auf die Berge, aber auch mit dem beklemmenden Gefühl der Geschichte um das Kehlsteinhaus. Bereits die Fahrt nach oben war atemberaubend. Weiter ging es dann zum Königssee, bei dem natürlich die Schifffahrt zur weltberühmten Wallfahrtskirche St. Bartholomä nicht fehlen durfte.
Der Abschluss dieses gigantischen Wochenendes, das vor allem mir noch lange, nicht nur positiv in Erinnerung blieb, war vor der Rückreise noch die Fahrt über Rossfeld-Panoramastraße.

Kehlsteinhaus
St. Bartholomä am Königssee
Rossfeld-Panoramastrasse

Bei solchen Kurzreisen ist es uns egal, wenn so gut wie keine Zeit zum relaxen bleibt. Schließlich möchten wir dann ja so viel wie möglich, und soviel wie es eben bei mir gesundheitlich zu der Zeit ging, mit vielen Pausen dazwischen sehen.

Nach der Rückkehr merkte ich aber, dass es mir gesundheitlich alles andere als prickelnd ging. Ich war zu dieser Zeit noch weit davon entfernt zu sagen, es geht mir wieder gut. Aber doch hatte ich mich im Vergleich zu Anfang 2019 ganz langsam wieder etwas verbessert. Nach mehreren Check-ups und Ursachenerforschung beim Arzt, was jetzt der Grund für diese Verschlechterung war, stellte sich nach einigen Wochen heraus – da hatte es jemand auf ein schwäbisches Mädel abgesehen gehabt. Eine bistige bayrische Zecke hatte mir ein Abschiedsgeschenk aus dem Zauberwald mitgegeben – Borreliose!
Freude kam mit diesem Geschenk wahrlich nicht auf, knallte ich doch gesundheitlich wieder im Steilflug nach unten.

Den Sommer über hatte ich somit einiges zu tun, mich wieder zu stabilisieren. Selbst kleine Ausflüge in meiner Heimat von einer Stunde waren anfangs sehr anstrengend. Aber wie heißt es, steter Tropfen höhlt den Stein. Immer wieder sind wir, nachdem die stärksten Symptome abgeklungen waren, mit den Kameras ‚bewaffnet‘ raus. War doch in dieser Zeit meine Heimat im Umland in aller Munde, es gab die Remstalgartenschau 2019. Ein ganzes Tal mit ca. 80 km Länge, welches die Rems durchfließt hat sich herausgeputzt. 16 Gemeinden haben wirklich tolle Programme geboten.

Schwäbisch Gmünd
Himmelsgarten Schwäbisch Gmünd
Mögglingen

Wir sind bewusst durch meine Heimatstadt Schwäbisch Gmünd, mit den Augen eines Touristen. Macht das mal mit eurer Stadt, ihr werdet erstaunt sein.
Kindheitserinnerungen sind z.B. mit dem stattlichen Hl.Kreuz Münster meiner Stadt verbunden. Und im Zuge unserer ‚Touristentour‘ habe mich auch wieder ein bisschen in die Geschichte eingelesen – so wie ich es auch bei unseren anderen Reisen immer mache. Ich mag das Hintergrundwissen zu dem jeweiligen Ziel, und nicht nur mit ‚Ah‘ und ‚Oh‘ Sehenswürdigkeiten anschauen und weitergehen.

Immer wieder gerne bin ich im Himmelsgarten mit seinem Himmelsstürmer, einem beliebten Familienpark von Schwäbisch Gmünd. Oft finden hier Veranstaltungen statt, wechselnde Blumenbepflanzungen sind zu bewundern und es ist ein ElDorado für Kinder, so könnte man den Familienpark in einem Satz kurz beschreiben.
Wobei er aber noch viel viel mehr zu bieten hat. Plant ihn doch mal in euer Programm ein, wenn ihr in der Ecke von Schwäbisch Gmünd seid.

Völlig überrascht hat mich eine kleine Gemeinde im Ostalbkreis dieses Jahr. Ein Ort mit vielen Gesichtern – Mögglingen. Ich war begeistert was diese Gemeinde im Rahmen der Remstalgartenschau aus ihrem Ort gemacht hat.

Deshalb darf sie in meiner Best of 2019 Liste nicht fehlen. Sogar Südtirol ist kurzzeitig mit dem Meraner Blütenhimmel in Mögglingen eingezogen. Auch ein grünes Klassenzimmer konnte man bewundern, die Baumschule. Wobei der Schwabe das nicht immer lobend meint, wenn die Aussage kommt „Warst du in der Baumschule?“ 🙂

Ich hab mich während diesen Monaten wirklich angestrengt, die Nachwirkungen der bayrischen Zecke in die Flucht zu schlagen. Hat sie mich doch, was den Aufbau meiner Kondition anging, ganz erbärmlich zurück geworfen. Und ich war grundsätzlich noch nicht übern Berg. Aber so wie ich das ganze Jahr nicht aufgegeben habe, stand dies auch jetzt nicht zur Debatte. Denn im September stand unsere nächste Highlight-Reise an.

Wie war das? Auch aus den Steinen die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen!
Von wieder arbeiten zu können war ich nach wie vor noch weit entfernt, also habe ich das Beste daraus gemacht. Bist du neugierig drauf, was da 2019 noch alles kam? Dann nichts wie los zum dritten und letzten Teil meiner Best of 2019 Reisehighlights.

Reisehighlights 2019