In einer einzigartigen Bergkulisse liegt der Königssee mit der weltberühmten Wallfahrtskirche St. Bartholomä im Nationalpark Berchtesgaden.

Schon vor unserer Wochenendtour stand fest, sind wir im Gebiet um Berchtesgaden, dann darf auf keinen Fall der Königssee auf der Besichtigungsliste fehlen. Vorab sei gesagt – es ist gänzlich unmöglich dieses herrliche Gebiet in ein oder zwei Wochen Urlaub zu erkunden, geschweige denn an einem Wochenende. Aber das, was wir gesehen haben, macht Lust auf einen weiteren Aufenthalt.

Auch für den Königssee bekamen wir am Vortag den Tipp ‚Geht sehr früh dahin‘, was aber nicht ging, weil wir diesen Tipp schon fürs Kehlsteinhaus umgesetzt haben. Und so war es kurz vor 14 Uhr als wir den Parkplatz erreicht haben. Uff, mein erster Gedanke und mein Blick erfasste: Sehr voll! Alle Leute am Königssee? DAS kann ja heiter werden.
Etwas beruhigter stellten wir dann fest, Die Jennerbahn und der Königssee teilen sich den Parkplatz.

Und egal wie bescheiden es aussah (bei Temperaturen von über 35° geht es nicht mehr nach Schönheit 🙂 ) – Strohhut auf den Kopf, Wasserflasche in die Tasche – Augen zu und raus in die gefühlt abartige Hitze.
Großes Mitleid bekam ich mit zwei jungen Fahrern von Fahrradrikschas, die sportlich in die Pedale tretend Besucher beförderten.
Nein, nein, dann doch lieber das Stück bis zum See langsam durch die Einkaufspassage schlendern und sich mit einem Wassereis auf der halben Strecke abkühlen.

Inges Reiseblog Ingeborg Nagel
Königssee
Königssee
Königssee

Wir hatten tatsächlich aber keinen Stress weder beim Fahrkartenschalter ein Ticket zu bekommen, noch auf ein Schiff zu warten. Es scheint, die haben nur auf uns gewartet 🙂
Allerdings war das Schiff sehr gut bis auf den letzten Platz gefüllt (auch bei der Rückfahrt) und es war etwas schwierig auf beiden Fahrten Fotos zu schießen.

Fakt ist, der Königssee hat wahrlich diesen Namen verdient. Smaragdgrünes Wasser, steil aufragend die Watzmann-Ostwand zur einen Seite und ringsum eingebettet in steil aufsteigende Felswände. Wir hatten zwei humorige Schiffsführer und erfuhren, dass nur Elektro- und Ruderboote auf dem See fahren dürfen. Ausnahmegenehmigungen für Motorboote gibt es sehr wenige. Und waren jetzt Menschen an Bord, so ließ er uns wissen, dass ebenso die Kühe und Tiere derart über den See auf ihre Almen befördert werden. Die Nacht dürfen die 18 Fährboote, die seit 1909 elektrisch betrieben werden in den Bootshäusern verbringen. Sie fahren bei Hochbetrieb alle 20 Minuten, und so ist ‚gut Verkehr‘ auf dem herrlichen See.

Knapp 200 Meter ist der See an der breitesten Stelle tief und sehr kalt. Selbst an diesem sehr heißen Tag sollen es nicht mehr als 14° Wassertemperatur gewesen sein. Aber immerhin doch gut 2° wärmer als der Hintersee.
Noch vor der breitesten Stelle hielt das Boot an, es wurde mucksmäuschenstill auf dem Boot und einer der Schiffsführer spielte mit seiner Trompete. Das berühmte Echo vom Königssee ließ die Melodie zweimal erklingen – Gänsehautfeeling!

Steigt ein und fahrt mit mir über den Königssee …

Drei Haltestellen gibt es auf dem See. Wir haben das Ticket bis St. Bartholomä gelöst und es uns offen gelassen, ob wir noch bis zum letzten Zipfel des Sees, nach Salet fahren. Die Bedarfshaltestelle ‚Kessel‘ wird nur angefahren, wenn Bergwanderer an der Hütte eine rote Tafel stecken, die dem Schiffsführer dann signalisiert ‚da will jemand mit.‘

Nach ca. 30 Minuten Fahrt hat das Schiff an unserem Zielpunkt angelegt. Übrigens führt um den Königssee keine Straße und so ist es für mich immer wieder beachtlich, dass alles für das Leben notwendige z.B. auf der Halbinsel Hirschau mit St. Bartholomä oder auf den Almen am Ende des 8 km langen Sees oder am dahinterliegenden Obersee mit dem Schiff gebracht werden muss. Daher ist es auch gerechtfertigt, wenn dann der Kaffee oder das Bier etwas teurer ist als ‚an Land‘.

Schon von weitem haben die weltbekannten Zwiebeltürme das Wahrzeichen des Königssees angekündigt. Und an der Anlegestelle herrschte ein wuseliges Treiben von ankommenden und abfahrenden Touristen und anlegen und ablegen der Boote.

Ja, und da steht sie dann – die weltberühmte Wallfahrtskirche St. Bartholomä, die ich bis dato nur von Postkarten oder aus den Medien kannte. Beeindruckend!

Auffällig ist die unterschiedliche Form der beiden Türme. Die Kirche stammt bereits aus dem Jahr 1134 und wurde im 17. Jahrhundert vergrößert. Direkt an die Kirche ist das Jagdschloss angebunden. Der hl. Bartholomäus steht als der Patron der Hirten und Almleute und wurde Schutzherr der Kirche.
Mehr Informationen zu dieser beeindruckenden Kirche findet Ihr hier

Inmitten grüner Wiesen, die Berge immer im Blick ist neben der Kirche das ehemalige Jagschloss der Pröbste und Chorherren von Berchtesgaden. 1912 wurde das Jagschloss, 1700 erbaut, in dem sich Prinzregent Luitpold von Bayern wohl gerne zur Jagd aufgehalten hatte in einen reinen Gastbetrieb umgebaut. Unter Bäumen war ein riesiger Biergarten. Den ganzen Tag schon unterwegs haben unsere Bäuchlein bei diesem Anblick ganz laut ‚HUNGER und DURST‘ gerufen.

Und es gibt, ich stehe offen dazu, bestimmte Vorlieben von meinem Mann und mir, wenn wir uns in Bayern aufhalten. Nichts geht ihm über eine knusprige Schweinshaxe, die er dann auch megalecker zubereitet am Abend in unserem Hotel bekam. Jetzt lachte ihn aber einen Obatzten an und mich – wie könnte es anders sein – ein Kaiserschmarrn.

Ich habe es schon immer wieder in meinen Beiträgen erwähnt, dass mein Mann und ich uns zu den kleinen Genießern zählen. Das bedeutet für uns aber kein Nobelrestaurant oder Luxusevent – nein, man kann mit einfachen, kleinen Dingen ein unheimliches Geschmackserlebnis haben. So wie an dem Tag mein Mann mit dem Obatzten.
Wären wir in einer Ferienwohnung untergebracht gewesen, und wäre es nicht so abartig heiß an diesem Tag gewesen – dann wären hätten wir mit Sicherheit zugeschlagen. An der Fischerei St. Bartholomä. So haben wir nur mit dem Duft von geräucherten Fischen vorlieb genommen.

Am Ufer hinter der Wallfahrtskirche haben wir dann den Blick über den See genossen – bei einem leichten Lüftchen und im Schatten. Haben der Fütterung der ‚Königssee-Enten‘ zugesehen, dankbar über einen wunderschönen Tag auf dem Kehlsteinhaus und dem Königssee.
Irgendwann war es dann aber Zeit aufzubrechen, mit dem Blick auf den restlichen Teil des Sees, der dann mit einem kurzen Fußweg verbunden zum Obersee führt. Vielleicht irgendwann einmal wieder …..

Königssee