Eine Familienburg, das ist die mittelalterliche Burg Scharfenstein mittendrin im Erzgebirge. In Scharfenstein, einem kleinen Ortsteil von Drehbach bietet sie den Blick über die Dächer des Ortes hinweg – und hinein in eine längst vergangene Zeit.

Jetzt sind wir also nach dem kurzen Ausflug in den Spreewald wieder in Sachsen gelandet. Genauer gesagt an der Grenze zum Erzgebirgskreis, einen Katzensprung entfernt von viel Wald und Bergen. Sachsen, ein Bundesland reich mit Schlösser und Burgen, hat uns die Entscheidung leicht gemacht, hier noch ein bisschen auf Erkundungstour zu gehen. Da unsere SchlösserlandKarte (mit der habt ihr für ein Jahr oder einen bestimmten Zeitraum freien Eintritt in ganz viele Schlösser und Burgen des Bundeslandes) noch ein paar Tage Gültigkeit hat, kommt jetzt natürlich wieder die Schwäbin zum Vorschein 😀 😀

Aber da uns Burgen eh faszinieren, war das jetzt keine Strafe, davon noch ein paar zu besuchen. Also auf geht’s heute zum Burgen- und Schlössertag 🥳

Über Berg und Tal mitten durch dichten Wald und wieder über freie Wiesenflächen mit einer gigantischen Aussicht (nur mit keiner Haltemöglichkeit) fuhr Fridolin in das ca. 30 Minuten entfernte kleine Örtchen Scharfenstein. Lotte war mal wieder so frech und lotste mich auf Straßen, wo ich nicht mehr weiterkam. Macht sie ja gerne, ich erinnere mich Schrecken noch an Schloss Neuenburg in Sachsen-Anhalt 🙈 Ihr aber zu widersprechen ist oft zwecklos. Also brav die Straße wieder zurück und den großen Parkplatz zu Fuße der Burg angefahren. Der arme Fridolin, der stand doch tatsächlich fast allein auf weiter Flur. Mitten in der Woche hatte der Ort etwas von – verschlafen!

Gegenüber dem Parkplatz, auf dem Weg zur Burg Scharfenstein hoch, war es für alle, denen es noch nicht bewusst war, wo sie sich befanden sichtbar – im Erzgebirge.
Und wir genossen mit jedem Schritt näher die Blicke zur Burg.

Durch das dicke Burgtor hindurch – und dann hieß es

Burg Scharfenstein erleben

Selten noch hat mich eine Burg/Schloss bereits am Eingang so begeistert, sie mit Kindern zu besuchen. Kein Wunder nennt man sie die Familienburg Scharfenstein – und gleich vorab, ich glaube, eure Kinder werdet begeistert sein, wenn ihr einen Ausflug mit ihnen dorthin macht. Neben dem ersten Tordurchgang ist das ‚Kinderland‘ zum Spielen und Basteln – mir als großem Kind wurde aber kein Einlass gewährt. Und der Blick von der Brücke zeigte auf das Mittelalter-Dorf, welches in verschiedenen Veranstaltungen Einblicke in diese Zeit vermittelt. (Zur Corona Zeit war verständlicherweise keine Veranstaltung ausgeschrieben.)

Und dann standen wir im Innenhof der Burg, unübersehbar mit dem hohen Bergfried. Jetzt hieß es, sich einmal rundum zu drehen ….

Wer hat sie erbaut? Ein bisschen

Geschichte zur Burg Scharfenstein

Die Spornburg, das ist eine Burg, die nach mindestens zwei Seiten im Gelände steil abfällt, wurde um 1250 erbaut. Man vermutet durch die Herren von Waldenburg. Jaaaa, genau dieeee, denen wir in Großhartmannsdorf auch begegnet sind. Man trifft sich halt an allen Ecken und Enden wieder 🙂
Hab ich eins, will ich mehr – so ging das früher (und wohl auch heute noch). Die von Waldenburg verfügten über Besitzschaften in einem breiten zusammenhängenden Gebiet. Neben Scharfenstein auch Wolkenstein in unmittelbarer Nachbarschaft (uns wurde der Besuch aber durch eine Sperrung der Straße dorthin verleidet). Neun Dörfer durften Zins an den Schlossherren zahlen. Und immer mehr stieg der Wert des Gebietes.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg Scharfenstein 1349/50 im Lehnbuch von Friedrich dem Strengen (der auch im Fürstenzug zu Dresden mitreitet). Wie es in damaliger Zeit häufig der Fall war – lieber Besitz du musst wandern, von einer Hand zur andern, so auch Burg Scharfenstein.

Heinrich von Einsiedel (ein meißnischer Uradel) machte dem am 26. Januar 1492 ein Ende und kaufte die Burg, samt den dazugehörigen Dörfern. Nach 1530 wurde ein bisschen erneuert und angebaut und erhielt diverse Seitenflügel.

Das Renaissanceportal am Eingang wurde 1630 erbaut. Bis 1919 blieb der Besitz von Burg Scharfenstein in der Familie. Der letzte Scharfensteiner verkaufte dann die Burg dann wieder an einen von Einsiedel, aber aus dem Hause Reibersdorf.
Ganz ehrlich, da blickt kein Mensch mehr wirklich durch, wer wohin und zu wem gehört.

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Nach einem Brand wird die Burg 1921 wieder aufgebaut.
Durch eine Ersteigerung erwarb 1931 der Fabrikbesitzer Hauptmann Eulitz die Burg und erlebte in der Folge viele Nutzungen. Im April 1998 wurde Burg Scharfenstein, als erste komplett sanierte Burg des Freistaats Sachsen, eröffnet.

Nachdem wir mit der App eingescannt haben, ging es zur

Besichtigung der Innenräume von Burg Scharfenstein

Reich ornamentierte Holzdecken sind die Highlights in mehreren Räumen. So in dieser Art, habe ich sie noch nie auf einer Burg gesehen. Entweder wurden sie geometrisch zwischen den Balken ausgemalt oder mit Blüten- und Fruchtornamenten. Oder es war eine Kassettendecke mit teilweise auch biblischen Darstellungen.
In den Räumen sind Ausstellungen untergebracht. Unter anderem auch über den als Wildschütz bezeichneten Karl Stülpner.

Karl Stülpner wurde als achtes Kind 1762 in eine in Scharfenstein lebende Familie hineingeboren. Nichts genaues weiß man über diesen Mann nicht, denn nur wenig in seinem Lebenslauf ist tatsächlich belegt. Viele Legenden ranken sich um ihn, die sich auch teilweise auf der Burg Scharfenstein abgespielt haben. In seiner Heimatregion wird er auch heute noch als Volksheld angesehen, manchmal sogar als ’sächsischer Robin Hood‘ bezeichnet.
Mit 72 Jahren soll er wohl nochmals Vater geworden sein, das Mädchen lebte aber nicht lange. Es wird berichtet, dass man ihn im Oktober 1839 wegen alter Schwäche wieder nach Scharfenstein zurückbrachte. Der Gemeinderat durfte für seinen Lebensunterhalt aufkommen, und für jeweils acht Tage Herberge wurde er im Ort herumgereicht. 1841 starb er schließlich an Entkräftung.

Über ihn, aber auch noch über ganz vieles andere wird in

der Ausstellung auf Burg Scharfenberg

verschiedenen Räumen informiert.

Nach dieser, für Kinder vielleicht eher ‚trockenen‘ Besichtigung dieser Räume, geht es dann in

das Weihnachts- und Spielzeugmuseum auf Burg Scharfenstein

Im 16. Jahrhundert wurde in Mitteleuropa das Erzgebirge zum Zentrum des Bergbaus. Immer mehr Menschen siedelten sich dadurch in der Region an. Besonders nach dem Dreißigjährigen Krieg kam der Erzbergbau jedoch im 17. Jahrhundert weitgehend zum Erliegen. Und nun? Von der Landwirtschaft oder dem Holzbedarf ließ sich nicht wirklich leben, auch die Textilproduktion sorgte nicht für einen ausreichenden Lebensunterhalt. So entwickelte sich im Erzgebirge etwas, was diese Region dafür dann bekannt machte – die Holzwaren- und Spielzeugherstellung.

In einer Zeitreise, die vor 200 Jahren beginnt, erlebt man hier diese traditionelle erzgebirgische Volkskunst. Man erfährt die Geschichte von den Lichterengeln und warum der Lichterbergmann entstanden ist. Man kann staunend vor einer großen Weihnachtspyramide von um 1880 stehen oder die Weihnachtsberge bewundern. Papierkrippen von ca. 1880-1910 sind in der Ausstellung genauso zu betrachten wie man über die Erfindung des Nußknackers lesen kann.

Es war für mich faszinierend durch die vielen Räume zu gehen in denen sich das Weihnachts- und Spielzeugmuseum präsentiert. Und bereits während meines Besuchs, und da die Burg wirklich einladend für Kinder ist, war für mich klar – Burg Scharfenstein schafft es ins

Gewinnspiel mit Inge’s Reise- und Fotoblog

Vielleicht kennt ihr es schon aus anderen Beiträgen, oder habt auf der Seite Inge’s Goodies schon gesehen, was ich da mit euch vorhabe.
Kinder, jetzt seid ihr an der Reihe (Mama und Papa dürfen natürlich dabei helfen):
Von den nachfolgenden 20 Detailaufnahmen schickt ihr mir bitte bis 30. Januar 2021 mindestens 10 Aufnahmen per Mail zu (info@inges-reiseblog.de) und ein Foto von der Eintrittskarte. Das Datum muss nach Veröffentlichung dieses Beitrages liegen.

Ihr braucht aber nicht kreuz und quer durch die Räume spurten, geht einfach mit aufmerksamen, offenen Augen durch.
In der Mail schreibt ihr mir bitte euer Alter dazu, dann kann ich den Preis für euch besser aussuchen. Ihr bekommt nämlich eine meiner selbstgestalteten Motivationstassen für Kinder – für jüngere Kinder die kleinere Tasse, für die größeren wächst die Tasse mit. Die Auswahl seht ihr auf der Seite Inge’s Goodies (oben über dem Hauptmenü.

Alles klar? Dann Augen auf …..

Bis Januar 2021 ist ein ganz bekanntes Gesicht zu Gast auf der Burg –

das Sandmännchen ist auf Burg Scharfenstein

Hach, ich war hin und weg, die tägliche Sehnsuchtsfigur aus meiner Kindheit wieder zu sehen. In einer Sonderausstellung ist das Sandmännchen mit seinen Freunden in einem großen Raum zu Gast. Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi. Und da sind auch noch Frau Fuchs und Frau Elster, die eine tiefe und lange Freundschaft verbindet.
Und natürlich das Sandmännchen, das am 22.11.1959 zum ersten Mal im deutschen Fernsehen zu sehen war. Immer zur gleichen Zeit machte es jeden Tag die Kinder (auch mich damals) mit einer Geschichte darauf aufmerksam, dass jetzt Bettgeh-Zeit ist  Jeden Tag hatte es eine andere Geschichte dabei, und man freute sich schon wieder auf die Geschichte am nächsten Tag. (Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen 🙂 )

Ja, er war der liebevolle Freund aller Kinder, der kleine ‚Sandstreuer‘ der mit seinem weißen Bart und immer einem liebevollen Gesicht, ohne ein Wort zu sprechen, ins Reich der Träume geschickt hat.

Es war tatsächlich sehr kurzweilig durch die ganzen Ausstellungen zu gehen. Irgendwann standen wir dann wieder im Burghof. Während Corona-Zeit war keine Führung angeboten, ich könnte mir aber vorstellen, dass diese ganz interessant sein könnte, auf dieser Burg, die seit 750 Jahren durchgehend bewohnt ist.

Mit Blicken über den Ort ging es langsam wieder hinunter zu Fridolin, der immer noch fast allein auf uns wartete. Und weiter ging es dann zum nächsten Ziel an diesem Tag – zu Schloss Augustusburg.

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