Nicht nur der Naumburger Dom als eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler des europäischen Hochmittelalters ist eine Reise wert, auch der Domschatz zeigt wahre Schätze.

Wenn ihr bereits mit mir im Dom unterwegs gewesen seid, dann wisst ihr, was für Schätze dort zu sehen sind. Ich weiß nicht, was ich hier besonders hervorheben sollte, das romanische Kruzifix in der Krypta, die Kanzel im Langhaus, der Ostchor und der Ostlettner allgemein …. meine absoluten Highlights sind jedoch in der Westseite des Doms. Der frühgotische Westchor mit dem einzigartigen Westlettner und speziell bei den Stifterfiguren die Uta. Irgendwie unnahbar dargestellt, aber DAS Sinnbild schlechthin für die ’schönste Frau des Mittelalters‘. Vielleicht hab ich es nicht so mit unnahbaren Menschen, die lebensfrohe Reglindis mit ihrem fröhlichen Lachen entspricht eher meiner Mentalität.
Fast sind diese Schätze nicht mehr zu toppen. Aber der Domschatz belehrt da eines Besseren.

Teile des Domschatzes, in dem Urkunden, Handschriften und Bücher gezeigt werden, durfte nicht fotografiert werden. Ein Teil des Domschatzes wird aber im größten romanischen Gewölbe in Mitteldeutschlands präsentiert, auf einer Fläche von ca. 285 m². Über den Kreuzgang gelangt man zum Domschatzgewölbe aus dem 13. Jahrhundert, und allein schon die Tür, die dort hineinführt ist wunderschön. „Jakobs Traum von der Himmelsleiter“, ein Werk des Magdeburger Künstlers Heinrich Apel, der auch für die beiden Handläufe im Ostchor verantwortlich ist.

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Aber auch die Tür zum eigentlichen Domschatz kann sich sehen lassen.

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Hier nur ein Teil der wunderbaren Ausstellungsstücke:

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Ein Naumburger Chorbuch von 1500-1504
Der Holzeinband ist mit Schweinsleder, die Pergamentblätter sind auf Kalbshaut

Die Geburt Christi
ein Gemälde von 1510 des bedeutendsten Wittenberger Renaissancekünstlers Lucas Cranach.
Es war möglicherweise Bestandteil des Marienaltars im Naumburger Dom.

Der Stephanusaltar um 1510
Die Retabel stammt vom ehemaligen Altar der Stephanuskapelle im Naumburger Dom und gelangte Ende des 17. Jh. in die Pfarrkirche von Kistritz. Von dort wird es dem Domschatz als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Die Naumburger Pietà von 1330/1340
Aus Pappelholz hergestellt und noch mit Teilen der Originalfassung ist sie eines der ältesten Andachtsbilder seiner Art. Sie gehörte im Mittelalter zur Ausstattung eines Altars in der Naumburger Domkirche.

Marienretabel des Altars der heiligen Maria und Dorothea um 1450
Er stand im Mittelalter im Langhaus in der Naumburger Domkirche.

(als Retabel wird der Aufsatz eines Altars bezeichnet)

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Dreikönigsretabel aus dem Zisterzienserkloster Pforta um 1510/1520
Diese Leihgabe aus der Landesschule Pforta ist das einzig erhaltene Altarretabel aus der Kirche des 1540 aufgelösten Klosters vor den Toren Naumburgs.
Seit 1543 befindet sich darin eine Landesschule und ist eine der ältesten Bildungseinrichtungen Mitteldeutschlands.

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