Ein kleines Superlativ im südlichen Sachsen-Anhalt – so könnte man den Geiseltalsee nennen. Und ein wunderschönes dazu.

Wie so oft auf unseren Reisen lieben wir es, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. So auch auf Schloß Neuenburg, wo wir den Tipp für diesen herrlichen See bekamen. Es fing alles im Kassenraum des Schlosses an, mit dem Hinweis auf die vielen Broschüren, die auf weitere Sehenswürdigkeiten im Umland aufmerksam machen. Dabei auch eine schöne große Faltkarte – und alles gratis. Die zwei netten Menschen an der Kasse haben herzlich gelacht, als ich beiläufig bemerkte, dass dies das Herz eines jeden Schwaben höher schlagen lässt …. g r a t i s!! 🙂 🙂
Da ich die Faltkarte natürlich sofort geöffnet habe, fiel mein Blick auf das große Gewässer mitten in der Karte. Dazu noch gar nicht weit entfernt von Freyburg und Schloß Neuenburg. Und so kamen wir ins Gespräch: Jeden Tag fährt er diese Strecke bis zum Schloß …. und vor vielen Jahren war da noch gar kein See … erzählte uns der ‚Kassenmann‘.

10 Minuten vom Schloss zum See, und an der Seeuferstraße Zeugen der Vergangenheit – Braunkohleschaufeln.
Im Geiseltal wurde bereits seit 1698 Braunkohle gefördert. Allerdings wurde man sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seiner Bedeutung bewusst und nützte die erschlossenen Gruben zur Versorgung der umliegender Zuckerfabriken. Nach dem Abbau der Braunkohle machte man sich schon zu DDR-Zeiten Gedanken dazu, wie man die verbliebenen riesigen Tagebaurestlöcher weiter nutzen konnte. Ziel war, ein riesiges überregionales Erholungs- und Freizeitgebiet als Bergbaufolgelandschaft zu schaffen.
Nach umfangreichen Erd- und Sanierungsarbeiten wurde am 30. Juni 2003 mit der Flutung mit Saalewasser der rund 2.600 Hektar großen Fläche begonnen. Täglich stieg der Pegel um einen Zentimeter, bis im April 2011 der höchste Pegelstand von rund 98 m ü. NHN erreichte.

Und so ist ein wunderschöner Tagebaurestsee entstanden, der der größte künstliche See in Deutschland ist. Zudem gehört er zu den zehn wasserreichsten Seen in Deutschland und ist das größte Gewässer im Mitteldeutschen Seenland. Wirklich Superlative!

Unser Ziel war der kleine Hafen Marina Mücheln. Man hat den Eindruck, der ganze See liegt im tiefen Winterschlaf und die Stimmung am See …. ich war restlos begeistert, als ich vom Damm den See erblickte. Lasst diese Stimmung einfach auf euch wirken ….

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