Ein Besuch in Speyer, eine der ältesten Städte Deutschlands, lohnt sich nicht nur wegen dem weithin bekannten Kaiserdom. Die Stadt bietet noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten.

Auf der Rückreise von unserem Moselurlaub haben wir endlich einen Stopp in Speyer eingelegt, das schon lange auf meiner Wunschliste stand. Ganz klar war natürlich der Besuch des bekannten Doms zu Speyer, aber wir wollten noch mehr von der Stadt sehen. Die Zeit hat bei weitem nicht ausgereicht wirklich alles Sehenswerte in Speyer zu erkunden, aber einen kleinen Überblick hat uns der Innenstadtrundgang durchaus geboten.

Die Geschichte der Stadt Speyer reicht sehr weit zurück. Schon 10 v. Chr. wurde im römischen Reich von römischen Militärposten ausgehend der Impuls für die Stadtbildung gesetzt. Um 150 tauchte die Stadt unter keltischem Namen in einer Weltkarte, Reishandbuch und einer Straßenkarte aus dem 3. Jahrhundert aus. Zurecht kann sich also Speyer als eine der ältesten Städte Deutschlands bezeichnen. Umfassende Privilegien erhielt Speyer als erste Stadt in Deutschland im Großen Freiheitsbrief, in dem Heinrich V. 1111 den Bürgern persönliche Freiheiten gewährte. Die Geschichtschronik der Stadt ist lang, und wer sich dafür interessiert, kann diese ausführlich auf Wikipedia nachlesen.

Ich nehm euch jetzt mit auf unserem kleinen Stadtrundgang, der am Dom beginnt. Leider war am Domplatz soviel Gewusel, dass ich die große steinerne Schale nicht ohne ’schmückendes Beiwerk‘, sprich Menschen, hätte fotografieren können. Nach einer Überlieferung wurde die Schale nach jeder Neuwahl eines Bischofs für das Volk mit Wein gefüllt. Satte 1580 Liter passen in den Napf. Gleich gegenüber dem Dom und zu Beginn der Maximilianstraße, auf der sich zahlreiche sehenswerte Gebäude der Stadt befinden, ist das Stadthaus. 1903 wurde es im neobarocken Stil von der Bayerischen Versicherungsanstalt errichtet.

Nachdem an diesem Wochenende auf der Maximilianstraße Straßen/Weinfest war sind wir be der nächsten Seitenstraße nach rechts abgebogen und kamen bei der herrlichen Dreifaltigkeitskirche raus, die ich euch in einem anderen Beitrag näher beschreibe. Abseits dem Rummel sind wir beim Altpörtel angekommen. Dieser Turm, der zu 68 Mauer- und Tortürmen der Stadt Speyer gehörte ist das westliche Stadttor Speyers und liegt am Ende der Maximiliantraße vis-a-vis dem Dom (oder am Anfang, je nachdem 🙂 ) 1230 hat man mit dem Bau begonnen, 300 Jahre später wurde das oberste Turmgeschoss hinzugefügt. Aus dem Jahr 1708 stammt das steile Dach des mit 55 Metern eines der höchsten und bedeutendsten Stadttore Deutschlands.
Merkt ihr was? Speyer bietet wirklich Superlative mit seinen Sehenswürdigkeiten. Interessant ist auch die Turmuhr mit ihren zwei Zifferblätter. Auf dem großen Zifferblatt wird die Stunde angezeigt, die Zeiger auf dem kleinen Zifferblatt die Viertelstunden. Warum? Früher war die Stunde die wichtigste Zeitangabe und auch deshalb so groß, dass Reisende schon von Ferne die Uhrzeit erkennen konnten.

Nach einer wirklich verdienten Kaffeepause am Kornmarkt haben wir uns dann doch ins ‚Gewühle‘ gestürzt und sind auf der Maximilianstraße wieder zurück Richtung Dom. Und schon gab es die nächste Sehenswürdigkeit – die Alte Münz. Nach heftigen Diskussionen zwischen Bischof und den Bürgern wurde Speyer 1294 freie Reichsstadt und das Münzrecht ging auf die Gesamtheit der adligen Geschlechter über, die das Haus der Münzer als Amtssitz bauen ließen. Nach der Zerstörung Speyers 1689 wurde der imposante Barockbau errichtet, der bis ins 19. Jahrhundert Umschlagsplatz für den Handel war.

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Der Weg zurück führt am historischen Rathaus vorbei, ein repräsentativer Spätbarockbau, der zwischen 1712 und 1726 errichtet wurde. Im 15. Jahrhundert stand an dieser Stelle eine städtische Kanzlei, die aber bei dem Stadtbrand 1689 zerstört wurde.

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Von Speyer aus führt der Jakobsweg bis nach Metz.

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Vorbei am Historischen Museum beendeten wir unseren kleinen Stadtrundgang in Speyer, einer Stadt, die mit vielen Highlights trumpfen kann.
Prädikat: empfehlenswert – und vielleicht kommen wir auch einmal wieder.
Mehr zu und über Speyer könnt ihr auf der Stadtwebseite nachlesen.

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