Von weitem schon zu sehen ist die imposante Stiftskirche St. Martin und St. Severus in Münstermaifeld.

Eigentlich stand diese Kirche überhaupt nicht auf unserem Besichtungsplan, ich wusste nichtmal dass es diese imposante Kirche gibt. Als wir von der Burg Eltz auf der Rückfahrt waren, fiel mir dieses riesige Gebäude auf. ‚Was ist das? Noch eine Burg?‘ Diese erste Wahrnehmung war so beeindruckend, dass wir spontan beschlossen haben – suchen und anschauen. Als wir dann, zugegeben mit einmal verfahren, durch den Ort auf das Gebäude zugefahren sind, haben wir realisiert: Das ist eine Kirche!!
Wahnsinn! Mitten auf dem großen Münsterplatz, leicht erhöht steht diese riesengroße Kirche. Ganz ehrlich, ich war auf meinen Reisen schon in soooo vielen Kirchen, aber so etwas? Hmm, ja das Münster in meiner Heimatstadt hat ja auch eine beachtliche Größe, ist aber irgendwie anders. Diese Kirche sieht mit ihrem wuchtigen Westbau tatsächlich aus wie eine Burg. Diese Größe – das musste ich erstmal auf mich wirken lassen.

Hoch oben auf der waldfreien Hochfläche sieht man nach vielen Seiten die Stadt Münstermaifeld mit ihrer mächtigen Kirche. Schon die Kelten siedelten sich um den kleinen Berg auf dem die Stiftskirche steht an. Und genau auf diesem Berg richteten die Römer eine römische Befestigungsanlage. Vermutlich aus dieser Zeit ist der untere Teil des rechteckigen Mittelturms der Kirche entstanden. Quader mit römischer Inschrift sind in der Nordecke des Turms eingemauert. Auf diesem Fundament wurde zwischen 573 und 596 mit dem Bau der Kirche begonnen, die dem fränkischen Nationalheiligen Martin v. Tours geweiht wird. 952 wird der hl. Priester Severus der zweite Schutzpatron und Namensgeber dieser Kirche.

Im 11. Jhd. wird im romanischen Stil eine neue Kirche erbaut, von der heute noch die Westfassade mit den 34 m hohen Türmen steht. 1225 wird dann die dritte Kirche erbaut, die 1400 in ihrer heutigen gotischen Form vollendet wird.

Durch den Haupteingang habe ich erstmal diese imposante Kirche auf mich wirken lassen.

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Ich wusste nicht, wohin ich als erstes blicken sollte. Alles war so riesig und beeindruckend. Aber beherrschend ist beim ersten Blick nach vorne der Antwerpener Goldaltar, ein Meisterwerk der mittelalterlichen Holzschnitzkunst aus dem 16. Jahrhundert.

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Auch ins Auge stechen nach Betreten der Kirche die Statuen der Pfarrpatrone St. Martin und St. Severus, sowie St. Hubert und die des Johannes des Täufers.

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Beeindruckend ist an der Stirnwand des nördlichen Querschiffes das 8 Meter hohe Gemälde des hl. Christophorus mit dem Gotteskind auf dem Arm. Es stammt aus dem 13. Jahrhundert. Ebenso beeindruckend sind die alten Wandmalereien, die bei der vorletzten Indstandsetzung der Kirche sichtbar geworden sind und gesichert werden konnten.

 

Ein weiterer Blickfang ist die erste Orgel der berühmten Orgelbaufamilie Stumm, die 1722 mit einem Kostenauswand von 600 Rheinischen Gulden errichtet wurde.

Es gibt noch so unglaublich vieles in der Kirche zu entdecken – wie z.B. die Darstellung der Grablegung Christi mit sieben Figuren aus Tuffsein. Über dem Hl. Grab die Darstellung von Christus zwischen vier Engeln mit Leidenswerkzeugen. Oder der Taufstein aus belgischem Marmor aus Ende des 12. Jahrhunderts. Ebenso sind in der Stiftskirche die Eltzer Gräber, sowie ein Marmordenkmal von Johann Wilhelm Antonius Bertramus Herr zu Eltz, der Domherr zu Trier.
Kommt mit auf einen Rundgang durch die Kirche …

Solltet ihr irgendwann einmal die Burg Eltz besuchen, dann macht diesen kleinen Abstecher hinüber nach Münstermaifeld und schaut euch diese Kirche an. Sehenswert sind wohl auch das kleine Städtchen, das wir aber an diesem Abend, nach vollem Programm an diesem Tag, nicht mehr angeschaut hatten. Schließlich wartete noch gut über eine Stunde Rückfahrt nach Briedel, zu unserem Standortörtchen.

Wenn ihr noch mehr zu dieser imposanten Stiftskirche oder über Münstermaifeld erfahren möchtet, dann klickt hier: https://www.muenstermaifeld.de/historisches-muenstermaifeld/stiftskirche