Nicht nur die historische Altstadt von Lindau am Bodensee hat ihren Reiz. Man sollte auch einmal um die Insel – ein wunderschöner Rundweg macht das möglich.

Ein Tag Lindau, das war der heutige Programmpunkt in unserem spontanen Kurzurlaub am Bodensee. Hugo haben wir gut auf einem der großen Parkplätze vor der kleinen Halbinsel untergebracht, dann ging es zu Fuß über die Brücke – zu beiden Seiten Bodensee pur.
Wie aufgereiht dümpelten die kleinen Boote im Fischerhafen. Noch früh am Morgen wollte kaum jemand bei dem wolkenverhangenen Wetter auf den See. Direkt nach der Brücke bogen wir rechts ab in den Uferweg. Vielleicht habt ihr es in manch anderen Berichten von mir schon gelesen – ich bin ein Wasserkind. Egal ob See, Fluß oder Meer, es gibt für mich nichts Schöneres als am Wasser zu sein, die Wellen, Enten und Schwäne zu beobachten, in die Ferne zu schweifen und sich auch manchmal den Wind ums Näschen wehen zu lassen. ABER, ich liebe das Wasser nicht, indem ich stundenlang dort liege und mich in der Sonne braten lasse. Diese Art von Urlaub ist nichts für mich, spätestens nach einer Stunde solchem Nichtstun regen sich die ‚Hummeln im Hintern‘ und ich muss weiter – und wenn es nur weiter am Wasser entlang ist.

Und so gab es an diesem Morgen die ersten Blicke auf unser Schwäbisches Meer. 63 km ist der See lang und verbindet Deutschland mit Österreich und der Schweiz. Nicht nur zwei Bundesländer teilen sich den See (Bayern und Baden-Württemberg), auch der See besteht aus zwei Teilen, dem Untersee und dem größeren Obersee. Gespeist wird der Bodensee vom Rhein. Der See ist ein Paradies für Wassersportler und bietet viele Urlaubsorte rund um den See. Dementsprechend ist der Bodensee im Sommer (aber nicht nur dann) ein begehrtes Ausflugs- und Urlaubsziel.

Fischerhafen in Lindau am Bodensee
Bodensee bei Lindau
Ein Segelboot zieht auf dem Bodensee seine Kreise.

Auch beim

Rundgang um die Insel Lindau

sind einige interessante Details sehenswert. Am Uferweg trifft man als erstes auf den

Pulverturm in Lindau

Dieser 1508 erbaute Turm ist ein Teil der Ummauerung der Stadt und wurde vermutlich als Folge des Schweizer- oder Schwabenkriegs als notwendig angesehen. Monatelang haben sich 1499 die Schweizer mit dem Haus Habsburg und den Verbündeten im Schwäbischen Bund wegen der Vorherrschaft im Grenzgebiet bekriegt. Zwar gewannen die Schweizer, aber Gebiete bekamen sie dennoch keine dazu. Nun dachte man, sich mit diesem Wehrbau besser schützen zu können, was tatsächlich 1646/47 auch gelang. Denn der Turm half mit, dass die die schwedischen Truppen abgewehrt werden konnten.

Ende des 18. Jahrhunderts bekam dann der bisher namenlose Wehrturm einen Namen. Denn nach den napoleonischen Kriegen lagerte die Lindauer Bürgerwehr in diesem Turm ihr Pulver ein. So war er fortan der Pulverturm.
1897/98 wurde dem Lindauer Bürgermeister der Turm als Sommerwohnung überlassen und in dem Zuge bautechnisch im Inneren verändert.  So bekam das Erdgeschoss mit den zwei Meter dicken Mauern einen Aufenthaltsraum und eine Treppe wurde ins Obergeschoss eingebaut.
Heute ist der Pulverturm im Besitz der Stadtwerke Lindau und wird für Sitzungen und Tagungen genutzt.
Nach Sichtung meiner Fotos hatte ich das Gefühl, der Turm wollte einfach nicht in Gänze fotografiert werden 😆 Bedeutet: Einfach selber nach Lindau fahren und vor Ort anschauen.

In enger Nachbarschaft zum Pulverturm ist die ehemalige

Luitpoldkaserne

die heute einer vielfältigen Nutzung zugeführt ist.
Auf Bestreben der Stadt Lindau wurde 1902/03 auf der Hinteren Insel eine zweite Kaserne erbauen, die nach dem damaligen bayerischen Prinzregeten Luitpold von Bayern benannt wurde. Als 1945 die Franzosen kampflos Lindau übernahmen, nahmen diese in der Kaserne Stellung und besetzten auch den Pulverturm, den sie erst im Frühjahr 1952 wieder freigaben.

Im September 1973 gab die Bundeswehr endgültig den Standort Lindau auf, und damit ging die siebzigjährige militärische Nutzung der Inselstadt Lindau endgültig zu Ende. Das von der Stadt Lindau erworbene Gebäude wurde Anfang 2000 umfangreich saniert und ist im angrenzenden

Luitpoldpark

ein wahrer Hingucker geworden.
Der Park direkt am Seeufer zum Bodensee ist eine der schönsten Grünflächen in Lindau.

Hier am Seeweg entlang wusste ich manchmal nicht, wohin ich zuerst schauen sollte. Waren es die

Wassertiere auf dem Bodensee

die mich faszinierten, oder die kleinen Details am Weg – oder die

Ausblicke auf den Bodensee

Wir haben auf jedenfall sehr viel Zeit für den Weg benötigt, denn ’so rein zufällig‘ gab es auch noch einen Antiquitätenhändler auf dem Weg, dessen Angebot einfach nur sehenswert ist.
Kommt mal mit, und erlebt den Weg mit meinen Augen ….

Am Ende des Luitpoldparks und zum Übergang über den Bahnhof hin zum Lindauer Hafen zieht die

Karlsbastion in Lindau

den Blick noch auf sich. Auf der leichten Erhöhung (der Schanze) steht die mehr als 100 Jahre alte Ulme mit Seltenheitswert. Denn viele ihrer Artgenossen sind in den vergangenen Jahren durch Krankheiten abgestorben. Neben der Ulme hat das Maximiliansdenkmal seinen Platz gefunden. Einst war die Statue des bayerischen Königs aber im Seehafen zu finden. Im zweiten Weltkrieg wurde sie jedoch eingeschmolzen und fand dann ihren neuen Platz auf der Karlsbastion in Lindau.

Ein Blick auf die Karlsbastion in Lindau mit der über 100 Jahre alten Ulme.
Das Maximiliansdenkmal auf der Karlsbastion in Lindau.
Detailaufnahmen des Maximiliandenkmals auf der Karlsbastion in Lindau.

Halbzeit bei unserem Bummel „Einmal um die Insel“ und angekommen im

Lindauer Hafen

Die Lindauer Hafeneinfahrt wird als die schönste Hafeneinfahrt am Bodensee beschrieben und ist weit über die Grenzen von Lindau bekannt. Einerseits wegen dem Bayerischen Löwen, andererseits wegen dem 36 Meter hochen Neuen Leuchtturm, der den Schiffen, den Weg in den Hafen weist und der südlichste seiner Art in Deutschland ist. Majestätisch sitzt seit 1856 der sechs Meter hohe Löwe da und scheint aufmerksam das Geschehen auf dem Bodensee zu beobachten.

Wir sind am Lindauer Hafen zu einem Bummel durch Lindau abgebogen, um dann nach einer Kaffeepause direkt am Hafenbecken weiter um die Insel zu gehen.

Vorbei geht es am

Bootshafen

in dem die Schiffe an den Haken genommen werden um auf dem Bodensee sanft aufzukommen.

Die weiteren

Eindrücke am Bodensee

entlang dem Rundweg, der uns wieder zurück zur Brücke führte, und uns dann wieder zu ‚Hugo‘ zurückbringt, genießt ihr jetzt Kommentarlos.
Vielleicht habe ich euch ja mit diesem Rundweg und dem Bummel durch Lindau Lust gemacht unserem schwäbischen Meer, dem Bodensee, einen Besuch abzustatten.