Am Albtrauf der Schwäbischen Alb liegt hoch über dem Echaztal das romantische Schloss Lichtenstein.

Das Märchenschloss Württembergs, 2009 Drehort des Märchenfilms „Dornröschen“ lag heute eher zufällig auf unserem Tagesplan. Ich weiß nicht wer sich an diesem Tag mehr gefreut hat – Fridolin und Lotte, weil sie endlich nach über vier Monaten wieder als Team zusammenarbeiten durften, oder mein Mann und ich, die wir nach siebenwöchiger freiwilliger Zurückhaltung in Coronazeiten einen Kundentermin wahrnahmen. Und der führte uns knapp zwei Stunden quer durchs Ländle. Und eben auf dem Rückweg vorbei an Schloss Lichtenstein, das schon länger auf unserem ‚da müssen wir hin‘ Zettel stand.
Komplett abgehakt ist es nicht vom Zettel, denn durch die Corona Situation war das Schloss nur von außen zu besichtigen. Aber es war eine schöne Abwechslung, mal wieder ausgiebig mit der Kamera unterwegs zu sein. Zumal unser Urlaub an Ostern aufgrund der Situation in der Box ‚Später‘ verschwunden ist.

Fridolin hatte den Parkplatz ganz für sich allein – und wir genossen die Schritte zur Burg.

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Der Blick vom Tal hinauf zum Schloss zeigt, dass dieses Schloss wahrlich den Namen ‚Märchenschloss‚ verdient. Und auch wenn wir nur rund um die Schlossmauern gewandelt sind, kann man sich mit geschlossenen Augen und viel Fantasie in die Zeit von damals zurückversetzten.

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Wer hats erbaut?
Es ist schon lange her. 1390 wurde an der Stelle wo heute das Schloss steht die neue Burg Lichtenstein erbaut. Denn 1381 ist nur ein paar hundert Meter weiter die Vorgängerburg im schwäbischen Städtekrieg zerstört und aufgegeben worden. Die neue Burg galt als eine der wehrhaftesten Burgen des Spätmittelalters, die aber nach und nach ihre strategische Bedeutung verlor und auch 1567 den Status als Herzogssitz. Sie wurde fortan als Forsthaus genutzt, verfiel in der Folgezeit.

Nachdem der letzte Lichtensteiner 1687 im Kampf gegen die Türken fiel und keine Nachffolger hinterließ wurden 1802 Teile der Burgruine abgetragen. Der spätere König Friedrich I. von Württemberg ließ darauf ein fürstliches Forst- und Jagdhaus errichten.

Ein Vetter des Königs, Wilhelm Graf von Württemberg (der spätere Herzog von Urach, ganz in der Nähe liegt Bad Urach) war sehr an der mittelalterlichen Geschichte und an historischen Bau- und Kunstdenkmälern interessiert. Und nachdem er schon länger nach einer Burgruine zum Bau eines Sommersitzes gesucht hatte, wurde er mit dem Ankauf von Lichtenstein fündig. Schließlich benötigte er auch einen Aufbewahrungsort für seine Kunstgegenstände und wünschte sich deshalb eine möglichst authentische Ritterburg. Und so wurde das Schloss zwischen 1840 und 1842 gebaut.

Das Kernschloss wurde auf dem steilen Felsturm errichtet, die mit einer weitläufigen Vorburg mit Eckbastionen und Geschütztürmen sowie Wirtschaftsgebäuden umbaut wurde. Das neugotische Schloss Lichtenstein darf sich zu den besten Bauten des romantischen Historismus in Deutschland zählen und ist eine der ersten historischen Schlossanlagen in Südwestdeutschland die sich in die Alblandschaft einbettet.

Kommt mit zu einem Rundgang um die Schlossanlage ….

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Der Kerl da hoch über dem Tal muss extrem schwindelfrei sein. Es ist kein geringerer als Wilhelm Hauff, ein Schriftsteller der Romanik.
1826 wurde sein Roman Lichtenstein veröffentlicht, der Bezug auf die spätmittelalterliche Burg Lichtenstein nimmt. Im Mittelpunkt seines Romans steht u.a. auch der geächtete Herzog Ulrich, der zeitweilig als Vertriebener auf dem Lichtenstein und in der nahen Nebelhöhle Zuflucht gefunden haben soll.

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Angrenzend an das Schloss ist ein wunderschöner Park mit einem ‚Steine-Turm‘. Anschaulich sind die Gesteine der Alb hier dargestellt, die sich vor mehr als 100 Jahrmillionen Jahren am Grund des damaligen Jurameeres abgesetzt haben.

Genießt jetzt mit mir noch ein paar Detailaufnahmen. Mir hat allein die Außenbesichtigung Lust gemacht das Schloss auch einmal von innen zu besichtigen. Fotografieren hier allerdings nicht erlaubt.

Bye, bye Ritter von Lichtenstein – bis bald mal wieder ….

Ritter von Lichtenstein
Ritter von Lichtenstein