Überwintern bei Mojácar in Andalusien – Woche 2

Autor: Inge

veröffentlicht am: Jan. 31, 2026

Inhaltsverzeichnis

Wir starten in die zweite Woche "Überwintern bei Mojácar" von unserer insgesamt acht Wochen in Andalusien. Vier Wochen verbringen wir in der Nähe von Mojácar in Andalusien.

So viele Ausflüge am Anfang wie möglich. Nachdem sich der Wettergott schon in der ersten Woche unschlüssig war - Sonne oder Regen, und vor allem wo, haben wir uns nur einen Ruhe- und Arbeitstag gegönnt. Mal sehen, ob uns das Wetter in der zweiten Woche auch weiter mit herrlichem Wetter verwöhnt. Kommt ihr mit in unsere Erlebnisse -

Überwintern bei Mojácar in Andalusien - Woche 2 vom 25.01.-31.01.2026

die am Sonntag mit einem launischen Wetterspiel beginnt. Vor Reisebeginn habe ich reichlich Ausflüge in einem Radius von ca. 100-150 km von unserem Quartier recherchiert. Ob wir dann tatsächlich so weit fahren, entscheiden wir immer erst vor Ort. Manchmal entdeckt man so viele kleine Örtchen oder Buchten ohne Absicht. Nachdem wir am Tag davor eine längere Fahrt in die Wüste von Tabernas hingelegt hatten, wurde der Sonntag erstmal zum Ausschlafen und einem ausgiebigen Frühstück genutzt. Aber den ganzen Tag daheim, nein, dazu war das Wetter trotz teilweiser dunkler Wolken zu schön. Also bekam 'Fridolin' den Auftrag, bring uns bitte an den

Playa de Garrucha in Andalusien

Es waren nur wenige Kilometer zum Nachbarort. Dort wartet ein riesengroßer Parkplatz bei der

Festung von Garrucha

auf die Besucher.

Die Festung, offiziell heißt sie Castillo de las Escobetas, wurde 1769 von König Carlos III. in Autrag gegeben. Wie überall an der Küste, musste man sich vor den Piratenangriffen schützen. Damit man die Überfälle besser abwehren konnte, wurde vor der Festung eine halbrunde Artilleriebatterie gebaut. Fünf Kanonen waren auf die Angreifer gerichtet.

Nachdem man sie nicht mehr als Verteidigungsfestung brauchte, wurde sie zur Kaserne für die Carabinieri und später dann für die Guardia Civil. Nach einer Restauration wird die Festung heute für Veranstaltungen genutzt und beherbergt ein Interpretationszentrum für Fischerei und Meeresumwelt.

Heute war nur ein Teil des ca. 1,1 Kilometer langen Sandstrandes unser Ziel. Schließlich soll doch mein Vorsatz "jeden Tag ans Meer" umgesetzt werden. Dafür bietet sich der Playa Las Escobetas, wie er auch genannt wird, perfekt an. Kaum jemand war heute unterwegs bei diesem unsicheren Wetter. Dabei war es tatsächlich so warm, dass man ohne Jacke am Strand entlang spazieren kann.

Eine große Promenade lädt dazu ein, wer nicht direkt im Sand stapfen möchte. Zahlreiche Chiringuitos, diese kleinen Strandbars die ich bereits letztes Jahr an der Costa Blanca lieben gelernt habe, verteilen sich entlang der Promenade. Wenn sie denn auch geöffnet wären. Es war noch keine Saison - weder für einen Kaffee, noch für berühmte rote Garnele, für die Garrucha berühmt ist. Also dann eben doch daheim kochen nach dem ausgiebigen Bummel, der nicht unser letzter dort blieb.

Der Montag zeigt sich von der sonnigen Seite und wir fahren ca. 20 Kilometer ins Hinterland zu einem

Stadtbummel in Vera in Andalusien

Erstes Ziel ist

die Stierkampfarena von Vera

die man am Rand der Stadt nicht übersehen kann. Wer die Öffnungszeiten beachtet, dem wird kostenfrei Einlass in die älteste Stierkampfarena der Region Almería gewährt. 1849 wurde die erste Arena gebaut, die dann im Laufe der Jahre aber zu klein für die wachsende Bevölkerung von Vera wurde. 1879 wurde der Nachfolgebau eingeweiht, in dem so rund 1.000 Menschen dem spanischen Kulturgut zuschauen konnten. Die Geschichte des Stierkampfs ist aber schon viel älter und war bereits in der Antike verbreitet.

Ob man in heutiger Zeit dieses 'Spektakel' noch abhalten muss? Tradition hin oder her - darüber lässt sich wohl geteilter Meinung sein. Ein kleines Museum zeigt eindrucksvoll die Geschichte dieser Tradition, Tafeln an der Wand, welche Matadors gegen die vierbeinigen Kolosse gekämpft haben.

Klein, aber fein ist

die Altstadt von Vera

in die uns dann der 'kleine Hunger' getrieben hat. Drei Kirchen, davon zwei geschlossen - tolle Ausbeute, oder? Auch mit einer 'Kaffeetankstelle' wurden wir erst auf dem Plaza Mayor, dem zentralen Platz beim Rathaus fündig. Es scheinen sich jetzt im Januar nicht viele Menschen zu einem Stadtbummel hinreißen lassen. Trotzdem ist dieser kleine Altstadtbereich einen Blick wert - noch mehr Eindrücke bekommt ihr in einem eigenen Beitrag.

Auf dem Rückweg zu unserer Ferienwohnung bietet sich noch ein Stopp am

Playa de Vera

an. Nicht nur um meinen Vorsatz zu erfüllen. Ich bin einfach durch und durch ein Wasserkind. Nicht unbedingt zum Baden, aber Wasser ist für mich von jeher ein Kraftort. Auf Ibiza hat das Meer in harten Zeiten so manche Träne mit hinaus genommen. Auf 'meinen' Klippen hab ich das Meer zugelabert, als ich auf meine Prüfungen für meine Selbstständigkeit gelernt habe. Und nach meinen kleinen Schlaganfällen war der erste Schritt zur Verarbeitung am Wasser. Mein Mann weiß das schon, dass bei keiner Reise ein Gewässer, noch besser das Meer, fehlen darf.

Ein kleiner Strandspaziergang zum Abschluss darf heute deshalb nicht fehlen. Ausgeblendet haben wir, dass wir uns am ersten FKK-Strand Europas bewegt haben. An dem über zwei Kilometer langen und ca. 120 Meter breiten Strand haben wir dann gesehen, dass man hier das Wetter nicht unterschätzen darf. War es gestern in Garuccha zwar wolkig, aber trocken, hat es am Playa de Vera einen ganzen Strandabschnitt durch starken Regen überschwemmt. Eifrig waren Mitarbeiter dabei, die Spuren zu beseitigen.

Wir haben vorsorglich auf dem Rückweg zur Wohnung noch die Vorräte aufgefüllt, denn der Wetterbericht meldet für die nächsten Tage Sturm. Mit Blick aus dem Fenster, sehen wir am Dienstag auch schon, wie die Palmen mehr Schwung bekommen. Trotzdem scheint die Sonne, keine Schlechtwetterwolke ist in Sicht. Aber wer weiß, wie schnell sich das alles hier ändern kann? Also kein großes Programm, sondern ein Friseurbesuch für meinen Mann. Ich streiche das "kein großes Programm", denn es wurde eine sehr lange Angelegenheit mit vielen Lachmomenten.

Friseurbesuch in Mojácar

Dafür müssen wir nicht hinauf in das Mojácar Pueblo, das schöne weiße Dorf auf dem Berg. Nicht auf den ersten Blick erkennbar, befindet sich an der Küstenstraße ein großes Einkaufszentrum. Gleich drei Friseure soll es dort geben. Im ersten Salon war der Friseur 'sick'. Okay, kann passieren. Also weiter zum nächsten. Hier gab es kein Wasser - es wurden keine Kunden angenommen. Mein Mann und ich tauschten die ersten Blicke und verkniffen uns das Lachen. Aber, in einer kleinen Seitenstraße direkt neben dem Einkaufscenter war ein kleiner Barber-Friseursalon. Nichts wie hin, denn mein Mann hat nur gute Erfahrungen, da er bei uns daheim nur zu einem Barber geht. Im Laden sitzen jedoch noch zwei Männer, die ebenfalls auf Verschönerung warten. Es ist 11 Uhr, wir sollen so gegen 12.30 Uhr wiederkommen.

Kein Problem, trinken wir noch einen Kaffee in einem der vielen Restaurants und Cafés in dem, von der Straße nicht einsehbaren Einkaufsareal. Lauter kleine und größere Lädelchen freuen sich da auf Einkäufer. Während wir entspannt unseren Kaffee mit Blick auf das Meer genießen, wird der Wind stärker. Getränke- und Speisekarten unternehmen gemeinsam mit den Servietten ihre Flugstunden. So schnell, dass der Kellner sie kaum einfangen kann. Wind und Sonne - die Menschen nehmen es recht gelassen hin. Irgendwann war die Zeit, dass wir zum Barber sollten. Um dort nochmal über eine halbe Stunde wartend zu sitzen. Er ist einer von der gründlichen Sorte.

Spontan fällt mir mein (unvergessliches) Erlebnis bei einem Barber in Budapest im letzten Jahr ein. Wir beide hatten dringend einen Haarschnitt nötig. Schließlich waren wir bereits 11 Wochen bei der Überwinterung 2025 unterwegs, und hatten noch fünf Wochen durch meine Zahn-OP in Budapest vor uns. Wir haben ihm auf englisch alles toll beschrieben was 'Frau' gerne möchte, nur hat der Friseur bei 'not so short' wohl nur 'short' verstanden. Neeeeeiiiin, nicht short an den Seiten. Zu spät. Schlussendlich ging ich mit einem sehr pfiffigen Kurzhaarschnitt aus dem Salon und gedanklich habe ich für mich einen Haken bei 'kein Barber-Besuch mehr' gesetzt.

Sehr gründlich hat er meinen Mann aufgehübscht und mit windschnittigem Haarschnitt mussten wir auf jeden Fall noch zum

Playa del Descargador in Mojácar

Ich muss doch sehen, wie hoch die Wellen bei dem aufkommenden Sturm sind. Das ist halt die kindliche Freude am Wasser - ohne Worte.

Die Wellen hielten sich, trotz des immer stärker werdenden Sturms, in Grenzen. Da der Sturm aber an Power zunimmt, machen wir uns auf den Heimweg. Um dann auch den Mittwoch in unserer großzügigen Ferienwohnung zu verbringen. Arbeiten und Faulenzen - das sind heute unsere einzigen To-Does. Und immer wieder auf der Terrasse schauen, wie sich die Palmen immer mehr im Sturm biegen. Zu dieser Zeit gab ich dem Sturmnamen noch keine Bedeutung. Schlussendlich sind in diesen acht Wochen in Andalusien aber 7-8 Stürme (alle mit Namen, deshalb von Bedeutung) durchgezogen. Und ja, man sollte die Warnungen wirklich nicht unterschätzen. Im Nachbarort fiel eine Palme.

Nach zwei geruhsamen Tagen haben wir am Donnerstag eine Tagesfahrt nach Aguilas unternommen. Wir haben damit kurzfristig Andalusien verlassen, denn Aguilas liegt in der Provinz Murcia, der wir nach unseren acht Wochen einen zweiwöchigen Besuch am Mar Menor abstatten werden. Fahre nicht direkt dorthin, sondern genieße

die Fahrt auf der Küstenstraße AL-7107 in Andalusien

die vor allem nach Villaricos wunderschöne Ausblicke und Buchten bietet. Vorbei an der alten Kaserne Antiguo Cuartel de Guardia Civil und daneben den Überresten des Erzbergwerkes Fundición Esperanza II, welches wir schon in der ersten Woche besucht haben, ist unser

erster Stopp am Mirador Las Conchas

der einen atemberaubenden Blick auf die Küste und die Buchten bietet. Einmalig schön.

Unterhalb der Küstenstraße findet sich dann auch der passende Strand dazu

die Cala de las Conchas

der zum Bezirk Cuevas del Almanzora gehört. Man darf sich nicht verwirren lassen. Auch Orte, wie Cuevas del Almanzora, die ein Stück im Landesinneren liegen, haben ihre dazugehörigen Strände. Da die kleine Bucht wie eine halbrunde Muschel in die Landschaft einfügt, hat sie den Namen 'Concha' für Muschel bekommen. Gut geschützt sind die Buchten entlang der Küstenstraße durch die Hänge der Sierra Almagrera, durch deren Ausläufer sich die Straße schlängelt. Man kann wohl auch ein Stück zur Bucht fahren, aber es gibt neben der Küstenstraße ebenso Platz das Auto abzustellen, um dann in die Bucht hinunterzulaufen.

Dabei entdeckt man noch die Ruinen eines ehemaligen Bergbauwerks. Solche Ruinen lassen sich gehäuft in der Region finden. Eine tolle Ausflugsfahrt haben wir zu den Ruinen der Mine de los Tres Pacos gemacht. Ein Lost Place inmitten unberührter Natur.

Wollt ihr ein Stück mit mir auf der Küstenstraße AL-7107 fahren?

Wir haben es uns angewöhnt, bei unseren Überlandfahrten einfach unsere Dashcam mitlaufen zu lassen. Landschaftlich ist es wirklich einmalig schön. Und so kann ich euch einen kleinen Eindruck in meinen Filmen vermitteln und euch vielleicht Lust darauf machen, Andalusien selbst zu besuchen?

Übrigens findet ihr auf meinem YouTube Kanal noch viele weitere Filme unserer bisherigen Reisen.

Der nächste Stopp, ihr seht es bereits in der Filmvorschau, ist bei der

Cala Cristal

Auf ca. 170 Meter Länge soll dieser kleine Sandstrand besonders gut zum Tauchen geeignet sein. Kristallklar soll das Mittelmeer hier sein - nicht von ungefähr kommt deshalb der Name der kleinen Bucht. Der Parkplatz ist groß genug, allerdings gibt es, wie bei vielen anderen Buchten keinerlei Infrastruktur wie Toiletten oder Mülleimer.

Man kann tatsächlich hier an der Küstenstraße ausgiebiges 'Buchtenhopping' betreiben. Es gibt davon genügend, und die vielen Parkbuchten an der Straße weisen den Weg. Wir lassen es mit diesen Buchten jedoch genug sein, schließlich haben wir ein ganz besonderes Ziel, und noch einige Kilometer bis dahin vor uns. Es geht nämlich zum

Castillo de San Juán de las Águilas

Für Fridolin finden wir ein Plätzchen auf dem großen Parkplatz am Hafen, von dem es nur wenige Schritte zum Aufgang zur Burg sind. Leider, leider - es gibt keine Auffahrtsmöglichkeit und auch keinen Aufzug nach oben. In einem gemütlichen Spaziergang kommen wir nach oben. Für sehr kleines Geld gewährt man den Besuchern Eintritt, die dann mit einem 360° Blick und einem kleinen Museum belohnt werden.

Es gibt mal wieder zu viele Fotos, um sie hier in den Wochenbericht zu packen. Deshalb gibt es einen eigenen Beitrag zum Castillo. Das wurde 1756 von Ferdinand VI. in Auftrag gegeben, die Fertigstellung erlebte er allerdings nicht mehr. Sein Nachfolger und Halbbruder Carlos III. (Karl III.) brachte den Bau zu Ende. 85 Meter über dem Meeresspiegel hatte er damit eine perfekte Verteidigungsanlage.

Einen Stadtbummel haben wir uns geschenkt, denn wir haben noch ein paar Punkte auf unserem Besichtigungszettel. So ist das nächste Ziel

Embarcadero del Hornillo in Águilas

Auch als Hornillo-Kai oder Hornillo-Brücke ist der ehemalige Erzverladehafen ein sehenswerter Lost Place. Wir haben nicht den Weg über die Stadt gewählt, denn es gibt auch von dort einen Zugang über einen Tunnel inklusive Museum - aber geschlossen wegen Renovierungsarbeiten. Also hat 'Lotte' schon alles richtig gemacht, als sie uns in ein Wohngebiet gelotst hat, wo man dann auf einer kleinen Anhöhe einen tollen Blick auf den Kai hat. Und mehr wollten wir doch gar nicht.

Im 19. Jahrhundert wurde in der Sierra de la Almagrera bei Cuevas del Almanzora (Ziel in unserer Woche 1) eine Blei- und Silberader entdeckt. Damit war der Beginn des Bergbaus in der Region, in der später auch Eisenerz abgebaut wurde. Es ergab sich eins zum anderen, nach dem Bau der Bergbauunternehmen benötigte man eine Eisenbahn und damit auch einen Kai zur Verschiffung. 1903 wurde der Verladekai eingeweiht, der jedoch erst 1904 wirklich in Betrieb gehen konnte. Benannt wurde der Pier nach der Bucht in der er liegt, "El Hornillo". Zwei Schiffe konnten gleichzeitig an der aus Stahl und Beton gebauten Konstruktion beladen werden. 178 Meter lang, 12 Meter hoch und über eine 40 Meter lange Brücke wurde er mit dem Bahnhof verbunden. 1973 war Ende mit der Verladestation. Neben dem Castillo ist es eins von mehreren Kulturdenkmäler von Águilas.

Gegenüber liegt die kleine Insel 'Isla del Fraile', ein kleines Naturschutzgebiet.

Auf dem Rückweg zu unserer Ferienwohnung machen wir noch einen Abstecher zum

Castillo San Juan de los Terreros

In der Nähe von Pulpi liegt im gleichnamigen Ort in luftiger Höhe, 54 Meter über Meeresspiegel, diese Burg. Gebaut wurde die Verteidigungsanlage 1764 unter König Karl III., der auch den Bau der Burg in Águilas zu Ende gebracht hat. Die Lage auf dem Hügel La Amarguera ist perfekt, um die gesamte Küstenlinie im Überblick zu haben. Eine Garnision, die dort oben stationiert war, sollte die Angriffe abwehren.

Ob es sich tatsächlich so zugetragen hat? Eine Legende erzählt, dass nur 12 Soldaten einst einen nächtlichen Piratenangriff abgewehrt haben sollen. Mit vortäuschen einer großen Truppe sollen sie die Angreifer in die Flucht geschlagen haben.

Uns braucht niemand in die Flucht schlagen, nachdem wir uns die Straße hochgeschlängelt haben, waren wir die einzigen Besucher. Pech nur - das Castillo war geschlossen. Man sollte einfach die Mittagsruhe beachten > erneutes Memo an uns.

Auch am Freitag gibt es keinen wirklichen Ruhetag. Im Gegenteil.

Eine Fahrt in den Naturpark Cabo de Gata-Níjar in Andalusien

steht auf dem Plan. Und das mit herrlichem Wetter und Sonnenschein. Da kann man einfach nicht in der Wohnung sitzenbleiben. Soweit wir kommen - das war die Absprache, denn Google verspricht uns allein mit dem Fahrweg eine Strecke von ca. 180 km. So geht es auch ganz früh los. Wieder die bereits bekannte Passstraße Richtung Carboneras, um dann zum

Playa de Agua Amarga

dem ersten Stopp zu kommen. Gelockt hat der uns mit seinem großen Felsen am Strand in dem einige Höhlenwohnungen zu finden sind. Der Strand in dem kleinen Fischerörtchen gab einiges an Fotomotiven her. Deshalb bekommt er seinen eigenen Beitrag in meinem Reiseblog. Einen Vorgeschmack bekommt ihr aber schon hier ...

Auf

die Fahrt vom Playa de Agua Amarga zum Playa de Cabo

muss ich euch einfach mitnehmen. Wir fahren nämlich direkt durch den herrlichen Naturpark.

Nur abwechslungsreiche Natur, fast kein Mensch unterwegs, und erst nach ca. 30 Minuten Fahrt erreichen wir das erste kleine Dorf, das aber eigentlich nur aus Gewächshausplantagen besteht.

Leider, und das kann ich persönlich nun überhaupt nicht verstehen, ist der Naturpark auch die größte bewässerte Gewächshausplantage der Welt. Warum in einem Naturpark? Soweit das Auge reicht ziehen sich von den Bergen zum Meer, vor allem um die Region Almería die in der Sonne glitzernde Folienhäuser. Klar, ich verstehe, dass von diesem großen Anbaugebiet der europäische Markt versorgt wird. Zerrt aber der Wind an den Folien, zerreißt oder zerstreut sie in alle Richtungen, dann bleiben die dort liegen.

Ca. 33.000 Hektar Landfläche zählen auf dieser Halbinsel zum Naturpark, der bei den Salinen unzählig vielen Vogelarten eine Heimat gibt. Wir machen einen längeren Stopp

am Playa Las Salinas im Naturpark Cabo de Gata

traumhaft schön ....

Natürlich darf man von hier nicht weg, ohne den

Leuchtturm von Cabo de Gata und das Sirenas-Riff

gesehen zu haben. Über eine kurvige Bergstrecke geht es hinauf zum Leuchtturm. Und da oben jagt uns nicht die Zeit, sondern der heftige Wind. Lange haben wir uns deshalb nicht aufgehalten.

Die vielen Eindrücke von dieser Fahrt habe ich natürlich in einem eigenen Beitrag zusammengefasst. Mein Fazit: auch wenn wir am Ende über 200 km gefahren sind - der Naturpark sollte auf jedem Besichtigungsplan stehen. Denn er bietet an der Ostküste noch viele weitere schöne Strände und Buchten, die wir alle gar nicht mehr geschafft haben.

Der Samstag begann nach zwei großen Tagestouren dann auch sehr geruhsam. Nach einem ausgiebigen Frühstück wollen wir aber das gute Wetter ausnützen, denn der Wetterbericht meldet für die kommende Woche die Ankunft des Sturmes "Leonardo". Während unserer vier Wochen sind acht Stürme durchgezogen, die aufgrund ihrer Stärke allesamt Namen erhalten haben. Nach

Turre in Andalusien

soll es dann gehen. Ein kleiner Spaziergang durch den Ort, das war der Plan. Aber tatsächlich war dann der Spaziergang doch etwas länger. Die Stadtgeschichte geht weit zurück, aus der Alt- und Jungsteinzeit wurde schon Leben durch Funde belegt. Stadtrechte gab der König dann 1596.

Einen kleinen Stadtkern gab es zu besichtigen, aber mit durchaus interessanten Dingen. Wie z.B. die Fenster an der Pfarrkirche von Turre. Ein Spaziergang oder Fahrt zur kleinen Einsiedelei über der Stadt ist ebenfalls lohnenswert, schon allein wegen dem Ausblick. Also viel zu viel, um alles hier in meinen Wochenbericht zu packen. Deshalb gibt es auch für Turre einen eigenen Beitrag auf meinem Reiseblog. Hier ein paar Impressionen von dem kleinen Ort.

"Jeden Tag ans Meer" - auch heute bleiben wir meinem Vorsatz treu, und machen auf der Rückfahrt zu unserer Ferienwohnung noch einen

Stopp am Strand von Mojácar

Jeden Tag genießen und so viel wie möglich unternehmen. Das ist unser Motto auf unseren Reisen, und vor allem hier in Mojácar. Denn das Wetter zeigt sich bereits in diesen zwei Wochen mehr als launisch für Andalusien. Zum Glück wurden wir bisher von den Wetterkapriolen verschont. Hoffen wir, dass wir auch nächste Woche glimpflich davonkommen.

So wie langsam die Sonne hinter den Bergen verschwindet, geht auch unsere zweite Woche in Andalusien zu Ende. Wollt ihr weiter unsere Überwinterung 2026 mitverfolgen, die Wochenberichte unserer acht Wochen allein in Andalusien, oder die Einzelberichte - dann schaut immer wieder gerne auf meinem Reiseblog vorbei und stöbert euch durch die inzwischen weit über 400 Gesamtbeiträge.

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