Nachdem unsere Überwinterung 2025 nachhaltige positive Eindrücke bei uns hinterlassen hat, gibt es auch 2026 eine Fortsetzung. Dieses Jahr "Überwintern bei Mojácar in Andalusien".

Am 6. Januar 2026 sind wir zu unsere nächsten Überwinterung aufgebrochen. Wir waren 2025 in unserem angemieteten Ferienhaus in Calpe an der Costa Blanca so begeistert, so dass dort schon feststand "das machen wir wieder." Da wir aber keine 'Wiederholer' sind, sondern 'Neuentdecker' haben wir uns für die nächste Überwinterung 2026 Andalusien ausgesucht. Immer wieder habe ich begeisterte Berichte über diesen Teil Spaniens gelesen - das müssen wir selber entdecken und erleben.

Fahre nicht auf direktem Weg dorthin, mache einen Stopp an der Costa Brava. Unser Vermieter der Unterkunft 2025 in Barcelona hat uns den Besuch von Cadaqués in der Nähe von Roses empfohlen. Kurzentschlossen haben wir nach vier Tagen Fahrt quer durch Frankreich gen Spanien ein paar Tage in Roses verbracht, und die Gegend hier erkundet. Die Weiterfahrt von Roses nach Mojácar, unserem ersten Ziel in Andalusien, haben wir wohl geschickt gewählt. Obwohl ja keiner eine Glaskugel fürs Wetter hat. Kurze Zeit nach unserer Abfahrt hat Petrus die Schleusentore geöffnet und ließ heftige Unwetter und Regen über die Region kommen. Teilweise Überschwemmungen waren inklusive. Und wir? Wir fuhren der Sonne entgegen. Gemütlich mit einer Zwischenübernachtung ging es auf der AP7 (A7) an der Küste entlang. Bekannte Wege, die wir bereits aus dem Vorjahr kannten.

Trotzdem waren kleine Spannungsmomente inbegriffen, als auf einmal eine Baustelle ein Weiterfahren auf der Autobahn unmöglich machte. Und nun? Nach kurzzeitiger Verwirrung und mehreren Versuchen wieder auf den richtigen Weg zu kommen, half nur eine Kaffeepause. Und schwupps, nach dieser Tankstelle ging es wie von Zauberhand geleitet auf den richtigen Weg.

Die Anfahrt nach Andalusien

zählt für uns genauso als Urlaubstag, Warum hetzen? Soviel Zeit muss bei insgesamt fast vier Monaten Abwesenheit und auf Reisen schon drin liegen, dass man nicht über die Autobahn jagt. Naja, wenn man bei 120 km/h Höchstgeschwindigkeit in Spanien von 'jagen' reden kann.

Schon im Vorfeld hatten wir einen netten Kontakt zum Vermieter unserer Ferienwohnung der nächsten vier Wochen, die wir natürlich wieder über unsere Lieblingsbuchungsseite ausgesucht hatten.

"Ich hab gerade noch eine neue Heizung einbauen lassen" und "Mögt ihr Wein? Ich hab euch paar Flaschen bereitgestellt." Das war neben vielen anderen Tipps für Ausflüge eine nette Geste und ein toller Kontakt. Alfredo konnte uns leider nicht persönlich begrüßen, da er nach dem Heizungseinbau wieder zurück in sein Zuhause bei Madrid gefahren ist. "Aber Patrizia wird euch alles zeigen."

Auch von ihr wurden wir nett begrüßt. Sie zeigte uns die Wohnung und den Platz in der Tiefgarage, auf dem 'Fridolin' die nächsten vier Wochen stehen darf.

Die großzügige Wohnung in einer Wohnanlage (mit Pool) hatte einen Meerblick parat. Okay, mancher wird sagen, das geht noch besser. Ja, es ging besser, in der Wohnung der Wochen 4-8 bei Marbella.

Wir genossen auf jeden Fall den Blick aufs Meer, packten unsere Siebensachen in die Wohnung und machten uns auf den Weg, um den Kühlschrank zu füllen.

Und damit starten die vier Wochen von -

Überwintern bei Mojácar in Andalusien - Woche 1 vom 17.01.-24.01.2026

Dieses Abenteuer begann am nächsten Tag, dem Sonntag, mit einem Spaziergang zum

Playa de la Marina de la Torre Mojácar

der zu unserem gleichnamigen Wohngebiet gehört. Ein paar Kilometer vor Mojácar Pueblo haben hier mehrere Hotels ihren Platz, verschiedene Wohnanlagen und Häuser. Jetzt in der Vorsaison, da auch die Hotels noch geschlossen hatten, ging es hier recht geruhsam zu. Dieser östlichste Sandstrand auf dem Gebiet von Mojácar, er liegt an der Grenze zu Garrucha, ist knapp zwei Kilometer lang und zwanzig Meter breit.

Das Wetter war sich noch unschlüssig - Sonne oder Regen? Auf der Seite nach Garrucha im Norden zeigte sich die Sonne, während es nach Süden und übers Meer doch teilweise recht bedrohlich aussah. Aber Urlaub am Meer, und dann nicht sofort ans Meer gehen? Nein, für mich als bekennendes Wasserkind und Meerliebhaberin undenkbar. Und schließlich sind es ja nur so gut 600 Meter von der Wohnung bis zum Strand.

Am Strand entlanglaufen, aufs Meer schauen - den Geruch des Salzwassers einatmen ... ich bin angekommen.

Wir sind nach einiger Zeit doch trocken in die Wohnung gekommen und es kam auch kein Regen. Manchmal sieht es doch ungemütlicher aus, als es dann wird. Das durften wir in den kommenden vier Wochen noch öfter erfahren. Trotzdem überlegten wir uns am Abend, wie unsere weitere Woche geplant werden soll. Wir bleiben auch hier unseren bisherigen Gewohnheiten treu - am Anfang so viele Ausflüge wie möglich, wer weiß, wie sich das Wetter entwickelt und uns ausbremst. Aber erst einmal die nächste Umgebung erkunden.

So begann der Montag nach einem gemütlichen Frühstück mit einer Küstenfahrt gen Norden Richtung Villaricos.

Die Kaserne Antiguo Cuartel de Guardia Civil bei Villaricos in Andalusien

war unser Ziel. Ein Lost Place soll es sein - eine alte verlassene Kaserne direkt am Meer. Perfekt für den Spähposten übers Meer. Inzwischen braucht es diese Spähposten nicht mehr, das Gebäude wurde aufgegeben, dem Verfall überlassen und ist jetzt in der Hand der Gemeinde. Vielleicht entsteht hier irgendwann einmal ein toller Ort für Veranstaltungen.

Meine 'Emma' (Kamera) und ich liefen bei den tollen Fotomotiven zur Höchstform auf. Unmöglich alle Foto-Eindrücke hier in den Wochenbericht zu packen. Deshalb gibt es zur alten Kaserne einen eigenen Bericht.

Gleich daneben kommt man zu einem weiteren Lost Place. Wir gehen gerne an solche verlassenen Orte zum Fotografieren, die man ja eigentlich nicht verrät. Aber hier ist es kein Geheimnis, frei zugänglich an der Küste von Cuevas,

die Ruinas de Fundición Esperanza II in Villaricos - die alten Erzhütten

Im 19. Jahrhundert ist diese große Anlage am Meer entstanden. Zu einer Zeit, als die Förderung von Eisenerzen aus den umliegenden Bergen Bedeutung bekam. Man kann die Anlage, die von der Küstenstraße aus kaum einsehbar ist, von der alten Kaserne aus nicht verfehlen. Der große schlanke Schornstein weist den Weg. Auch hier gibt es einen separaten Bericht dazu, falls euch mehr Infos zu den Ruinen interessieren.

Gemütlich ging es die Küstenstraße wieder zurück. Aber nicht ohne dass wir noch einen

Stopp in Villaricos in Andalusien

einlegen. Die kleine Stadt liegt im östlichen Teil der Region Levante Almeriense und zählt zur Gemeinde Cuevas del Almanzora. Der Fluss Almanzora, der sich vom Hinterland seinen Weg gen Mittelmeer bahnt, mündet hier ins Meer. Von hier erschließen sich auch Wandermöglichkeiten in die Sierra Almagrera. Und auch wenn das kleine Örtchen eigentlich uninteressant erscheint, es hat lauschige Ecken und einen historischen Hintergrund, der bis 209 v.Chr. reicht. Wir haben uns eine kleine Kaffeepause gegönnt.

Bevor wir zu unserer Ferienwohnung abbogen, setzten wir meinen Vorsatz um: wenn möglich jeden Tag ans Meer. Wenn man es schon so direkt vor der Nase hat. Entlang des Strandes war es zu dieser ruhigen Jahreszeit egal, wenn direkt am Strand mal ein Wohnmobil oder Auto parkte. Mal noch kurz die Seele baumeln lassen, die Wellen beobachten - und dankbar lasse ich diesen Tag ausklingen.

Wir haben es uns auch dieses Jahr zur Gewohnheit gemacht, mit einem ausgiebigen leckeren Frühstück in den Tag zu starten. Dazu gehört jeden Tag ein frisch gepresstes Glas Orangensaft. Ich habe diese Gewohnheit schon 2025 in Calpe gehabt, und muss wohl meinen Mann so richtig damit angesteckt haben. Die süßen Früchtchen wurden jetzt in großen 5 kg Säcken geholt (Kilo 1 Euro) - einfach lecker. So gestärkt geht es heute, am Dienstag in Richtung Süden. Wir wollen den "Hippie-Strand" bei Carboneras suchen. Ich bin durch einen anderen Reisebericht auf diesen einmalig schönen und besonderen Strand aufmerksam geworden.

Besonders war auch die Fahrt über die Passstraße, aber dazu später. Zu diesem Strand ist der einfachste Weg über den

Playa del Algarrobico bei Carboneras in Andalusien

Kommt man von Norden, dann ist die verlassene Hotelruine die Markierung, denn kurz danach geht es auf einen großen Parkplatz, öhm - Schotterfläche. Wenn ihr von Süden kommt, und bereits die Ruine rechts seht, dann habt ihr den Abzweig verpasst. Auch über diesen Strand gibt es einen eigenen Bericht, weil es einfach zu viele Fotos davon gibt. Nennt mich verrückt, aber mich faszinieren die Wellen. Jede kommt anders daher, heute bei Wind noch ein bisschen größer als wir sie vom Strand von Calpe kennen. Trotzdem reichte ein Pulli, die Sonne wärmt bereits richtig gut. Inge im Glück ....

Immer am Strand entlang laufen - ich liebe es. Nach einem kleinen Stück des Weges (was bei mir natürlich immer länger als normal dauert) sieht man schon von Ferne den

Playa de la Galera mit dem Altar de la Virgen de Brecha bei Carboneras

Dieser einzigartige und besondere Ort, der inzwischen als Kunst eingestuft ist, wurde von einem ehemaligen Polizisten geschaffen. Um sich abzulenken ging er an den Strand, bemalte Steine und schuf vielfältige Steintürmchen, auch Steinmännchen genannt. Eigentlich ist dies ja aus Rücksicht für die Natur verboten. Hier wird es jedoch geduldet, weil es ihm unzählige Menschen nachgemacht haben und kunstvoll verzierte Kunstwerke geschaffen haben.

Durch mehrere Wege kann man diese Werke betrachten. Viele erzählen Geschichten, wurden aus unterschiedlichen Gründen dort abgelegt oder erbaut und inmitten dem Ganzen steht erhöht der "Altar de la Virgen de Brecha". Die Mutter Gottes wird in Spanien hoch verehrt und 'Brecha' deshalb, weil sich der Altar in einer Nische befindet, geschützt am Strand. Einmalig schön dieser Ort, und ich konnte nicht anders und habe ebenfalls meinen Steinturm hinterlassen. Ich habe mich lange hier umgeschaut, die vielen Fotos findet ihr ebenfalls in einem eigenen Bericht. Ja, es ist schon ein ganz besonderer Platz ....

Buchtenhopping könnte man es auch nennen, denn unsere Fahrt war noch nicht zu Ende. Da beide Strände ohne jegliche Infrastruktur sind, und hoffentlich auch so naturbelassen bleiben werden, meldeten unsere Bäuchlein aber das Bedürfnis nach einem Getränk und etwas Essbaren an. Ja, man könnte Proviant mitnehmen. Aber egal auf welchen Reisen - das gibt es bei uns nicht. Ein Getränk ja, aber da wir überwiegend am Abend selber kochen, schnabulieren wir uns bei unseren Ausflügen durch die kulinarische Landschaft.

Carboneras

war unser Ziel. Ein Parkplatz war schnell gefunden, ein kleines Restaurant (überwiegend von Einheimischen besetzt) auch - aber der Rest der Stadt entriss mir jetzt keine Begeisterungsstürme.

Weiter geht's zu einem Strand, den uns unser Vermieter als sehenswert empfohlen hat -

Der Playa de Los Muertos

Und damit hat er absolut recht. Unsere 'Lotte' führte uns auf einen Parkplatz, von dem man die Möglichkeit hat, entweder hinunter zum Strand zu laufen - oder zu einem Mirador. Großspurig sagte ich noch bei den ersten Schritten "gehen wir hinunter an den Strand", bis ich den Berg abwärts sah. Hinunter wäre ja nicht das Problem, aber ich müsste als gelenkige Gemse anschließend da auch wieder hoch. Ne, neeee, dann doch lieber auf der Höhe bleiben und

die Blicke vom Mirador Punta de Los Muertos auf den Playa

genießen. Man muss sich ja nicht unnötig plagen, oder? "Playa de Los Muertos" - der Strand der Toten, irgendwie unheimlich für einen Strand-Namen. Aber leider ist er wohl der Strand der Toten, denn je nach Küstenströmung wurden hier am Punta des Los Muertos häufig Schiffbrüchige angespült, die das Ereignis dann wohl nicht überlebt haben. Dunkle Felsen an dem hellen Strand verstärken diese unheimliche Stimmung noch.

Ich kann auf einen der größten Strände am nördlichen Rand des Naturparks Cabo de Gata blicken. Atemberaubend schön, wie die losgelösten Vulkanfelsen den Zugang zum Strand am südlichen Ende markieren. Auf zwischen 9 und 16 Millionen Jahre werden die Vulkanfelsen geschätzt. Mein Blick geht auch nach Norden, wo sich die Stadt Carboneras befindet. Dort am Rand der Stadt befindet sich das Wärmekraftwerk. Kein Wunder, dass die heutige moderne Wärmeerzeugung in früherer Zeit der Stadt zum Namen verholfen hat. Dort wurde nämlich lange Zeit Holzkohle hergestellt. Dafür benötigt man Holz, das man jetzt als Wald in dem Gebiet vergebens sucht. Der Blick auf den Mesa Roldán, auf den sich rechts die Straße entlangschlängelt lässt erahnen, dass man hier bestimmt auch schöne Wanderungen machen kann.

So, für heute reicht es mit Besichtigungen, schließlich müssen wir über den Pass auch wieder zurück nach Mojácar. Wenn ihr in dieser Gegend seid, gönnt euch diese Strecke - wunderschön. Auf der sehr gut ausgebauten AL-5107 bieten sich herrliche Ausblicke. Mehrere Miradors laden zum Anhalten ein -

die Blicke vom Mirador de la Granatilla auf der AL-5107 in Andalusien

von hier oben muss ich euch einfach die Passstraße und den Blick nach Süden zeigen. Cool oder? Ich liebe solche Straßen. Und bei solchen Strecken läuft unsere Kamera mit. Mit Abfahrt vom Playa de los Muertos nehme ich euch in meinem Film ein Stück auf der Strecke und den Stränden mit.

Das Wetter zeigte sich in dieser Woche von seiner unschlüssigen Seite - trocken oder Regen? Trotzdem wollen wir am Mittwoch nicht daheim abwarten. Man ist ja schließlich nicht aus Zucker, und der Weg von unserer Ferienwohnung zum

weißes Dorf Mojácar Pueblo in Andalusien

war nicht weit. Stetig bergauf fährt man das weiße Dorf von der Meer abgewandten Seite an. Direkt am Ortsbeginn gibt es Parkplätze und ein Parkhaus. Möchte man nicht per Fuß einen Teil nach oben in den Ort laufen, gibt es einen Aufzug, den ich dankend angenommen habe. Durch kleine Gassen und einem alten Stadttor geht es bis auf 171 Meter über dem Meeresspiegel zum Mirador, der tolle Blicke parat hat. Wir erfuhren in dem kleinen Ort, was es mit dem Indalo auf sich hat, und warum am Ortseingang Walt Disney eine bemalte Wand gewidmet ist.

Wollt ihr das auch erfahren? Und noch mehr Fotos sehen als diese hier? Ich hab auf meinem Reise- und Fotoblog für Mojácar Pueblo einen eigenen Beitrag geschrieben.

Auf dem Rückweg zur Wohnung gibt es noch einen ausgiebigen

Strandspaziergang am Playa del Descargador in Mojácar

der in den kommenden Wochen noch öfter unser Ziel wird. Auch deshalb, weil es einige kleine Strandbars direkt am Meer gibt. Die Wellen waren heute so faszinierend, dass wir uns eine längere Kaffeepause im Chiringuito Hola Ola gegönnt haben. Mich könnte man am Meer abstellen und Stunden später wieder abholen 🙂 ich hab da genug zu beobachten.

Auch am Donnerstag gönnen wir uns noch keine Pause, viel zu viel steht noch auf unserem Zettel "da wollen wir hin". Und so geht es ca. 20 km ins Hinterland, in die kleine Stadt Cuevas del Almanzora. Hier steht nicht die Stadtbesichtigung auf dem Plan, sondern der Besuch des

Castillo del Marquéz de los Vélez in Cuevas del Almanzora

Leider hab ich wohl im Vorfeld meine Hausaufgaben nicht akribisch genau erledigt. Genau an dem Tag war der kleine Wochenmarkt um das Castillo, und damit waren die Parkplätze bereits mit Marktständen belegt. Eine unfreiwillige Stadtrundfahrt war die Folge, um in einem kleinen Wohngebiet hinter dem Castillo für 'Fridolin' ein Plätzchen zu bekommen. In den Innenhof der Burg kommt man kostenfrei. Für die Museen, die in den Schlossgebäuden untergebracht sind, wird eine kleine Eintrittsgebühr erhoben. Auch über das Castillo gibt es einen eigenen Bericht.

Glück muss der Mensch haben - mit ein Grund, warum wir Cuevas del Almanzora als Ziel gewählt haben, sind

die Höhlenwohnungen und das Höhlenmuseum in Cuevas del Almanzora

Wir kamen gerade rechtzeitig zur nächsten Führung durch das Höhlenmuseum. Dieses liegt einige Schritte vom Castillo entfernt und kann nur im Rahmen einer 'Führung' besucht werden. Naja, Führung ist zu viel gesagt. Es wird aufgeschlossen, eine Anzahl Besucher wird eingelassen und man kann in seinem Tempo durch die Räume gehen. Wenn diese Gruppe fertig ist, darf die nächste rein. Hier ist eine Höhlenwohnung nachgestellt. Auch das Museum hat seinen eigenen Beitrag in meinem Reiseblog.

Schon bereits 200 v.Chr. sollen hier Menschen in diesen Berghöhlen gewohnt haben. Auch heute schätzen noch einige Bewohner der über 200 Höhlenwohnungen das angenehme Klima im Sommer und Winter, das in diesen Wohnungen herrscht. Die vielen "Cuevas" erklären damit auch einen Teil des Stadtnamens. Der zweite Teil kommt vom Fluss Almanzora, der durch das Gebiet fließt, und bei Villaricos ins Mittelmeer mündet.

Noch ein Stück weiter nach Norden, in einer Schlucht in der Sierra de Almagro, liegt inmitten unberührter Natur ein weiterer Lost Place. Auch der war heute unser Ziel. Ich war fasziniert von dieser wunderschönen Landschaft. Auf dem Weg zur

Mine de los Tres Pacos bei Cueva del Almanzora

sind wir durch endlose Zitronenplantagen gefahren. Irgendwie kam ich mir vor, ich fahre ans Ende der Welt. Tatsächlich, von hier aus kommt man nicht mehr weiter. Außer zu Fuß noch tiefer in die Berge. 1911 wurde mit dem Bau dieses Eisenerzbergwerks begonnen. Mit einer Seilbahn wurde das gewonnene Erz dann über 13 km ins Tal transportiert. Auf dem weitläufigen Gelände kann man die Überreste der Brennöfen und weiterer Gebäude aus sicherem Abstand begutachten. Drei Lost Places in einer Woche - aber noch lange nicht alle während unseres Aufenthaltes.

An diesem Fleckchen Erde kam meine 'Emma' so richtig in Wallung (oder ich?) Deshalb gibt es auch hier, mit ganz vielen Fotos, einen eigenen Beitrag.

Gefüllt mit den vielen bisherigen Eindrücken der Woche, gibt es am Freitag einen Ruhetag. Naja, bedingt. Denn bei meinem Mann, als selbstständiger Webdesigner, reist die Arbeit auch bei einer Überwinterung oder in einem Urlaub immer mit. Und auch ich habe mit einer kleinen Verwaltung Arbeit im Gepäck. Und nach den ganzen Besichtigungen tut der Ruhe/Arbeitstag richtig gut. Denn am Samstag steht eine größere Tour auf dem Zettel. Wir wollen in

die Wüste von Tabernas

fahren. Ca. eine Stunde Fahrt von unserem Quartier aus. Der Wetterbericht fiel in der ersten Woche sehr gemischt aus. Regen im Wechsel mit Sonne war angesagt. Wir sind dem Regen wohl ausgewichen, bzw. wurden verschont. Was man von anderen Regionen in Andalusien nicht sagen konnte. Außerdem, so konnte ich lesen, wäre es wohl der bisher unbeständigste und kühlste Winter seit 20 Jahren in Andalusien. Na toll, oder? Da fährt man 2.000 km gen Süden und hofft man wird von der Sonne verwöhnt. Tja. Was solls. Wir können uns absolut nicht beschweren, denn, klar war der Wind stärker als im letzten Jahr, war es vielleicht paar Grad kühler als zu dieser Zeit 2025 - aber, in der Heimat zog bibbernde Kälte mit fetten Minusgraden ein. Dann doch lieber hier in Andalusien, jetzt noch mit einer Jacke über dem Pulli, dafür doch (bisher) jeden Tag Sonne und Meer.

Aber, bei Ankunft bei

der Burg von Tabernas

pfiff mir dann doch der Wind kalt und heftig um die Nase. Schon im 11. Jahrhundert wurde von den Mauren auf dem Berg eine Burg gebaut, die dann im Jahr 1522 aber so heruntergekommen war, dass man sie für Verteidigungszwecke renovieren musste. Nein, bis ganz oben zur Ruine sind wir nicht gelaufen, es war einfach zu kalt und zu windig. Aber bis zum Mirador unterhalb der Burg - das war unser Ziel. Und damit der erste Blick in die (Halb)Wüste von Tabernas.

Ein paar Kilometer weiter, vorbei an den drei Westernstädten in der Wüste, bekam dann 'Fridolin' seine Warteposition. Denn wir wollten keines der Westerndörfer anschauen, wir wollten in die Wüste. Direkt - ohne Eintrittsgeld und ohne Programm. Filme wie z.B. "Spiel mir das Lied vom Tod", "Der Schuh des Manitu" oder "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" wurden an diesen Drehorten verfilmt.

Ich zog meine Kapuze noch enger über den Kopf, und dann ging es auf dem was sich Weg nennt, tiefer in die Wüste. Strenggenommen, da sie doch noch etwas Niederschlag abbekommt, ist es ja eine Halbwüste. Von der Natur geschaffen vor ungefähr acht Millionen Jahren. Damals war hier noch ein Meeresbecken. Als sich dieses zurückgezogen hatte, blieben die abgelagerten, harten Kalksteinbänke übrig. Auf einer Länge von über 20 Kilometer und 10 Kilometern Breite ständig der Erosion ausgesetzt. Sporadisch floss mal Wasser durch die sogenannten Ramblas, formte Schluchten und Canyons, aber auch tiefe Rinnen.
Eine atemberaubend schöne und bizarre Landschaft, in der ich immer wieder staunend stehengeblieben bin. Einfach von der Natur geschaffen und in der auch keine Menschenhand irgendetwas verändert.

Eine Fülle von Eindrücken bekommt ihr natürlich wieder in einem separaten Bericht.

Auf dem Rückweg kauften wir an einem Straßenstand noch ein paar Kilos, frisch vom Baum gepflückte Orangen und die besten Tomaten, die man sich vorstellen kann. Bevor es zu unserer Ferienwohnung ging - ihr kennt ja meinen Vorsatz "jeden Tag ans Meer" hielt Fridolin wieder am Playa del Descargador. Hier war es, trotz Wind, um einiges wärmer als in der Wüste. Wir genossen die Sonnenstrahlen am späten Nachmittag, ich wurde zur Muschelsucherin und mit den nachfolgenden Eindrücken geht unsere erste Woche bei Mojácar zu Ende.

Seid ihr auch auf unsere Abenteuer in der zweiten Woche gespannt. Dann schaut gerne wieder in meinem Reiseblog vorbei.

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