Überwintern bei Mojácar in Andalusien – Woche 3

Autor: Inge

veröffentlicht am: Feb. 7, 2026

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Inhaltsverzeichnis

Wie schnell die Zeit vergeht - wir starten in die Woche 3 "Überwintern bei Mojácar". Insgesamt verbringen wir acht Wochen in Andalusien, vier davon bei Mojácar.

In der dritten Woche zeigt sich der Wettergott wirklich sehr unschlüssig. Die Stürme bekommen anhand ihrer Stärke inzwischen Namen. Für diese Woche in "Leonardo" angekündigt. Vor jedem Ausflug checkt man das Wetter am Ausflugsziel, denn werden an der Mittelmeerküste die Wolken noch beschleunigt weggepustet, heißt es nicht, dass es im Landesinneren oder 20 Kilometer weiter auch so sein muss. "Flexibel sein" wird das Zauberwort dieser Worte.

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Überwintern bei Mojácar in Andalusien - Woche 3 vom 01.02..-07.02.2026

die auch in der dritten Woche ohne Einschränkung mit dem Gedanke beginnen: alles richtig gemacht. In Deutschland ist es kalt und ungemütlich - wir haben Sonne und sehr angenehme Temperaturen, die oft auch über 20 Grad gehen.

Der Sonntag beginnt früh, denn wir haben uns für eine lange Rundfahrt durch die Berge von ca. 150 km entschieden. Der Wetterbericht meldet zwar hie und da eine kleine Regenwahrscheinlichkeit, aber muss ja nicht genau da sein, wo wir jetzt hinfahren. Solche Touren plane ich bereits zuhause, drucke mir den Streckenverlauf aus und damit haben mein Mann und Lotte den genauen Plan wo wir hinwollen. Die beiden navigieren Fridolin und mich nämlich durch die Gegend. Wie ihr schon mitbekommen habt, ich bin der Fahrer bei uns, da ich mich wirklich keinem Menschen als Beifahrer zumuten möchte, außer schlafend. Das sind halt so Altlasten, und obwohl mein Mann ein sehr guter Fahrer ist, lässt er mich lächelnd gewähren und übernimmt - meiner Meinung nach - den wichtigsten Job überhaupt.

So kann ich mich ganz entspannt darauf konzentrieren, Fridolin Richtung Los Gallardos zu lenken. Denn von hier aus startet

unsere Rundfahrt ins Hinterland von Los Gallardos

Unser Streckenverlauf wird sein: Los Gallardos > Bédar > Los Marines > El Marchal > Lubrín > La Rambla Aljibe > Los Molinas > Albánchez > Cóbdar > Uleila del Campo > zurück über Lubrín, Bédar, Los Gallardos zur Ferienwohnung bei Mojácar.

Einmal in diesem Streckenverlauf gibt es nur ein Vor oder Zurück, aber keine Alternative aus dem Rundkurs auszubrechen. Bereits Google Maps signalisiert anhand der vielen Schlingen: hier musst du mit vielen Kurven rechnen. Und das ist wirklich nicht untertrieben. Wer Kurven hasst. oder wem die Übelkeit bei Kurvenfahrten hochkriecht - der sollte die Strecke meiden oder nur den kleinen Abschnitt bis Lubrín fahren. Denn danach geht es auf kleinen Straßen und richtig kurvig weiter. Aber wunderschön!

Wir lieben kleine Bergstraßen, solange sie Platz für zwei Autos nebeneinander bieten und nicht einer über Strecken zurücksetzen muss. Und wir lieben Kurven. Auf fast der gesamten Strecke herrschen Geschwindigkeitsbeschränkungen von 30 km/h. Man kann also gemütlich durch die Berge zuckeln und dabei die gigantische Aussicht genießen.

Wunderschön, gell. Ihr seht, meinem Mann kommt auf unseren Fahrten noch eine weitere wichtige Aufgabe zu - er ist für die Filme und Fotos während den Fahrten zuständig. Einen Fotostopp gibt es jedoch bei einem blühenden Mandelfeld. Die Mandelbäume stehen jetzt zu dieser Zeit in voller Blüte.

Unseren ersten längeren Stopp legen wir in

Lubrín in Andalusien

ein. Wir bewegen uns im Osten der Provinz Almería, und der kleine Ort mit seinen weißen Häusern und verwinkelten Gassen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits hier gab es prähistorische Siedlungen und zur Zeit der Mauren wurde der Flecken bevölkert. Die Ortsgründung geht auf das Jahr 1578 zurück, als man die Region nach der Rückeroberung der katholischen Könige mit Christen bevölkerte.

Es gibt zahlreiche malerische Ecken in dem kleinen Ort, und ich kam mit so vielen Fotos zurück, dass Lubrín seinen eigenen Fotobeitrag in meinem Reiseblog bekommen hat.

Die zweite Etappe der Tour führt uns jetzt von Lubrín nach Los Molinas. Nur zwei kleine Örtchen liegen auf der Strecke, nicht lohnenswert für einen Stopp. Interessant wird die Straße bei Los Molinas. Nein, Straße konnte man es nicht mehr nennen, es wurde eine Schotterpiste. Kurzer Stopp mit der Frage an 'Lotte': sind wir hier wirklich richtig. Aber so sehr wir uns umschauten, es gab nur diese eine Straße. Also langsam geht es über einige Kilometer bergauf, bis urplötzlich der Asphalt wieder auftauchte.

Es geht am Berg entlang immer weiter in die Höhe. Wir waren die gesamte Tour tatsächlich allein in unsere Richtung unterwegs, hatten ganz ganz wenig Gegenverkehr. Die Erfahrung aus unserem Toskana-Urlaub 2024 hat uns gelehrt, dass wir Fridolin vor solchen Fahrten immer überprüfen. Trotz Check-up im Kundendienst hat Fridolin mitten in der absoluten Pampa in der Toskana nach Kühlwasser verlangt. 'Subito' schrie er, und weit und breit kein Ort geschweige denn eine Wasser- oder Tankstelle. Seitdem hat Fridolin immer 1,5 Liter eigenes Wasser im Kofferraum. Man lernt ja aus den Erfahrungen.

Ich möchte hier in dieser Gegend auch keine Panne haben, zeitweise gab es keinen Handyempfang. Aber man muss ja nicht immer an das Schlimmste denken, und mit gemütlichem Kurvendreh erreichen wir

Cóbdar in Andalusien

Albánchez, das zwischen Los Molinas und Cóbdar liegt, haben wir nur einen Seitenblick geschenkt. Als wir jedoch auf einem Parkplatz in Cóbdar standen, den Ort sahen, entschieden wir bei einem Blicketausch - nein, es geht weiter. Obwohl es einem viel höher vorkommt, sind wir jetzt etwa 600 Meter über Meeresspiegel.

Nur etwa 170 Menschen leben in dem kleinen Bergdorf, zu Füßen des weißen Marmorberges La Piedra. Einer maurischen Festung auf dem höchsten Punkt von La Piedra ist wohl der Ortsname zu verdanken. Auch dieser kleine Flecken wurde von den Kämpfen der katholischen Könige und der Rückeroberung der Gebiete nicht verschont. Nachdem die Mauren vertrieben waren, blieb das Gebiet ohne Menschen zurück. Erst 1573 begann sich der Ort wieder mit Menschen zu füllen.

Auch in diesem Gebiet erhoffte man sich durch die Eisenvorkommen und dem Abbau einen wirtschaftlichen Aufschwung. Aber wie vielen anderen Orten auch, so kam auch hier nach dem Aufschwung der wirtschaftliche Abschwung. Man erhofft sich jetzt durch die Marmorindustrie am Berg, und von den vielen Wanderer eine neue wirtschaftliche Erschließung. Denn ohne Zweifel, die Gegend verlockt zum Wandern.

Da es für diese Fahrt (momentan) keinen Einzelbericht geben wird, berichte ich hier so ausführlich. Denn mich hat diese Fahrt durch diese herrliche Berglandschaft nur geflasht.

Unsere Tagesfahrt von Los Gallardos über Bédar und Lubrín nach Uleila del Campo im Film

habe ich in drei Filmen geschnitten. So könnt ihr euch einen Eindruck über die Strecke verschaffen, solltet ihr sie in eurer Planung haben. Aber auch so genießt einfach diese Tour mit uns.

Konzentriert ging es irgendwann stetig bergab nach Uleila del Campo, wo wir unbedingt eine Pause einlegen wollten. Denn, so toll diese Strecke ist, es gibt auf der Strecke nur ganz wenige Punkte, an denen man anhalten kann. In einer kleinen Dorfkneipe bekommen wir köstliche Tapas nach Art des Hauses. Sorry, bevor ich zum fotografieren kam, waren die Teller leer.

Ergänzung am 15.07.2026:
Mit Bestürzung verfolge ich die Waldbrände, die am 10.07.2026 bei Los Gallardos ausgebrochen sind, und das Gebiet hauptsächlich um Bédar erfasst haben. 13 Todesopfer sind zu beklagen, sehr viele wurden verletzt und viele Dörfer mussten nach Lubrín evakuiert werden.

Eine immens große Fläche genau in dem Gebiet unserer Tagesfahrt fiel dem rasend schnellen Laufbrand zum Opfer und lässt mich tieftraurig hier sitzen. Meine Gedanken sind bei den Menschen und Tieren dieser Gegend, und in der Hoffnung, dass sich irgendwann wieder eine andere Normalität einstellen kann.


Der Montag wird nach diesem großen Ausflug zum Ruhetag. Lange ausschlafen, ein bisschen Arbeiten (mein Mann ein bisschen mehr 🙂 ) und Vorräte auffüllen - damit ist der Tag ausgefüllt.

Auch der Dienstag lässt sich sehr geruhsam an. Sturm "Leonardo" ist angekündigt und schickt im Vorfeld etwas Wind und dunklere Wolken. So steht noch ein bisschen Arbeit am Vormittag auf dem Programm, bevor wir am Nachmittag doch noch einen kleinen Ausflug nach

Poblado Minero el Arteal - das verlassene Dorf in Andalusien

unternehmen. Durch einen Reiseblogger kam ich auf diesen Lost Place, und da wir gerne zum Fotografieren in Lost Places unterwegs sind, und nur 20 km entfernt - keine Frage, dass wir uns das kurz anschauen. Ich kam natürlich auch mit vielen Fotos wieder zurück. Deshalb bekommt das verlassene Dorf seinen eigenen Bericht.

Auch wenn uns auf der Rückfahrt dunkle Wolken begleiten, wir waren seit drei Tagen nicht mehr am Meer. Mein Vorsatz "jeden Tag ans Meer" muss deshalb dringend umgesetzt werden - an einem kleinen Strand bei Pulpi.

Der Mittwoch bringt den angekündigten Sturm, und mit ihm setzt am Vormittag leichter Regen ein. Der erste nennenswerte Regen am Tag, den wir hier erleben. Also hier übers Wetter meckern wäre falsch. Allerdings - andere Orte in Andalusien sind in dieser Zeit nicht so glimpflich davongekommen.

Mein Mann arbeitet an seinen Kundenaufträgen und ich an meiner kleinen Verwaltung, die ich Ende 2024 übernommen habe. Alles lässt sich von jedem beliebigen Ort abarbeiten, wofür wir sehr dankbar sind. Nur so können wir im Winter drei bis vier Monate on Tour gehen. Als am Nachmittag der Himmel aufhellt, geht es nach

Garrucha in Andalusien

Hier waren wir in der ersten Woche bereits zu einem Strandbummel. Man könnte von unserem Standort locker auch hinüberlaufen, die kleine Stadt ist nur ein paar Kilometer entfernt. Auch aus diesem Fischerort, der 1861 seine Eigenständigkeit bekam, habe ich viele Fotos und Eindrücke mitgebracht. Die gibt es wieder in einem eigenen Beitrag.

Sehenswert ist auf jeden Fall die lange elegante Strandpromenade, der Blick auf das Castillo und .... ach lasst euch überraschen.

Nachdem die Gastronomie in Garrucha noch im Winterschlaf zu verharren schien, treibt uns der Kaffeedurst in eine Bar direkt am Strand bei Mojácar.

Mit Blick aufs Meer einen Cortado genießen - da brauchen wir nicht viele Worte wechseln.

Sturm "Leonardo" zwingt uns am Donnerstag zu einem vollen Ruhetag. Zwar scheint die Sonne, aber es geht ein so ordentlicher Wind, dass man besser in der Wohnung bleibt. Faulenzen, Fotos sortieren, ein bisschen arbeiten - so vergeht der Tag auch.

Ein paar dunklere Wölkchen halten uns dann am Freitag aber nicht davon ab, wieder on Tour zu gehen. Über die Autobahn A-7 geht es zielstrebig nach

Níjar in der Provinz Almería in Andalusien

Der Ort liegt auf 356 Meter Höhe am Rand des Naturparks Cabo de Gata und an den Ausläufern der Sierra de Alhamilla. Ich unterteile die Stadt jetzt mal in eine Neu- und Altstadt. Die kleine Altstadt auf der Anhöhe reizt mit kleinen Gassen und einem malerischen Zentrum mit der Kirche und dem Rathaus. Schon auf dem Weg zum großen Parkplatz am Rand der Altstadt fallen mir auf der Fahrt die vielen Keramikläden und -werkstätten auf. Wir haben diesen natürlich auch einen Besuch abgestattet und waren so begeistert, dass einige Reisemitbringsel in den Kofferraum durften.

Im Gassenwirrwarr merkt man der Altstadt deutlich den maurischen Ursprung an - enge verwinkelte Gassen und weiße Häuser. 1489 wurde der Ort von den christlichen Truppen eingenommen. Auch wenn teilweise die verbliebenen Mauren den christlichen Glauben angenommen haben, gab es keine Ruhe zwischen ihnen, den Morisken, und den 'alten' Christen. 1568 kam es zu Aufständen, in deren Folge die Morisken 1570 aus der Region vertrieben wurden. Verlassen blieb das Gebiet lange Zeit zurück.

Mehr über den Ort und seine sehenswerten Ecken und Gebäude bekommt ihr in einem eigenen Bericht zu der Stadt.

Prädikat sehenswert bekommt von mir neben dem historischen Ortskern auch der

Cactus Níjar

Ein botanischer Garten der auf einer großen Fläche über 2.000 Kakteenarten eine große Bühne liefert. Viele Fotos bekommt ihr im Bericht zu Níjar.

Damit geht unser Tag aber noch nicht zu Ende. Auf der gleichen Strecke zurückfahren ist doch langweilig, deshalb wählen wir die kurvige Straße durch die Berge, um dann über Sorbas zurück zur Ferienwohnung bei Mojácar zu kommen. Auf unseren längeren und vor allem interessanten Fahrten lassen wir seit letztem Jahr grundsätzlich eine Dashcam mitlaufen. Immer wieder wird durch Frankreich und auch in der Gegend um Barcelona vor diesen Spiegeltrickbetrügern gewarnt, und viele Reisende haben unangenehm diese Bekanntschaft bereits gemacht. Bekommen die jedoch mit, dass sie gefilmt werden, suchen sie ganz schnell das Weite. Geht alles gut, wird der Film (wenn er nicht interessant war) wieder gelöscht - andere werden zu kleinen Filmen geschnitten. So wie dieser hier von der

Fahrt von Níjar nach Lucainena de las Torres

die wunderschön durch die Sierra Alhamilla führt. Eine kleine Schrecksekunde (oder waren es doch Minuten?) eingeschlossen, als uns in einer unübersichtlichen Kurve ein großes Wohnmobil entgegengekommen ist.

Der kleine Ort Lucainena de las Torres in Andalusien

unser Zwischenziel, hat es auf die Liste der "schönsten weißen Dörfer in Spanien" geschafft. Solltet ihr in der Ecke sein, dann lohnt sich ein Bummel durch die kleinen engen Gassen, die aus der Maurenzeit noch übriggeblieben sind. Wie die anderen Orte in der Region auch, traf auch Lucainena de las Torres das Schicksal, dass nach dem Aufstand zwischen den Morisken und den katholischen Truppen die Morisken in großer Anzahl vertrieben wurden.

Heiligs Blechle, kann man denn nicht friedlich miteinander leben? So blieb der Ort ohne Menschen zurück, die man mühsam und per Gesetz mit einer Umsiedlung wieder in den Ort holte. Man merkt dem kleinen Ort an, dass er von seinen Bewohnern liebevoll gepflegt wird. Auch dieser Ort hat es geschafft, einen eigenen Beitrag auf meinem Reiseblog zu bekommen.

Immer wieder ein wunderschöner Blick

die Mandelblüte in Andalusien

die jetzt Anfang Februar in voller Blüte steht.

Das war ein langer Tag - aber nicht ohne den Abschluss

am Playa del Descargador bei Mojácar

Ihr kennt ja sicher meinen Vorsatz "jeden Tag ans Meer" 😉
Bevor dann Fridolin endgültig den Blinker zu unserer Straße setzt.

Der Samstag beginnt nach diesem langen Tag sehr geruhsam. Lange ausschlafen, gut frühstücken ... erstmal in den Tag bummeln. Mit Blick nach draußen strahlt uns die Sonne an, und lässt das Thermometer auf über 20 Grad klettern. Aber die Idylle ist trügerisch, denn "Marta" hat ihren Besuch angekündigt.

Der zweite Sturm einer Serie innerhalb einer Woche. Unwetterwarnungen ploppen auf unseren Handys auf. Als Ortsfremder kann man halt die Lage so überhaupt nicht einschätzen. Da sich die Palmen vor unserer Wohnung aber noch nicht nennenswert bewegen, machen wir uns

auf zu unserem Lieblingsstrand Playa del Descargador bei Mojácar

den wir von unserer Siedlung Marina de La Torre zwar mit dem Auto anfahren müssen, aber - er hat halt einige kleine Strandbars, wo uns heute nach einem ausgiebigen Strandspaziergang eine anlockt. Ich kann da tatsächlich Zeit und Raum vergessen. Nur auf die Wellen schauen, wie jede anders an Land kommt - Ausschau nach Muscheln im Sand halten - die Meerluft um die Nase wehen lassen .... einfach nur schön.

So langsam nimmt "Marta" an Fahrt auf, was uns dann doch zum Rückzug bringt.

Damit geht eine weitere wunderschöne Woche in Mojácar zu Ende, und mit etwas Wehmut geht es dann in die letzte Woche an diesem Standort.

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