Poblado Minero el Arteal – der Lost Place in Andalusien

Autor: Inge

veröffentlicht am: Feb. 3, 2026

Inhaltsverzeichnis

Das verlassene Dorf Poblado Minero el Arteal ist ein sehenswerter Lost Place, der sich in der Nähe von Cuevas del Almanzora in Andalusien befindet.

In unserer dritten Woche in Anadlusien bei Mojácar zeigt sich das Wetter von seiner unschlüssigen und wechselhaften Seite. Seit Montag wird vor dem Sturm "Leonardo" gewarnt, einer von einer Sturmserie, die Andalusien seit Januar überquert. In manchen Regionen verbunden mit großen Regenmengen. Bisher konnten wir uns absolut nicht über das Wetter beklagen: es war trocken, manchmal bewölkt und in der Nacht mal ein paar Regentropfen - nicht der Rede wert. Die Woche davor haben wir diesen Sturm der Woche gelassen mit Friseurbesuch und arbeiten überbrückt. Man kann ja nicht jeden Tag große Touren unternehmen. Zwei Tage zuvor haben wir eine tolle Tagesfahrt unternommen, deshalb darf es heute ein kurzes Programm sein.

Von einem Reiseblogger, dem ich auf Facebook folge, habe ich von diesem Lost Place erfahren. Bereits in unserer ersten Woche haben wir einige Lost Places in Andalusien besucht. Wir finden diese verlassenen und oft geheimen Orte vor allem zum Fotografieren interessant. Die auf meinem Reiseblog vorgestellten Lost Places sind aber alles andere als geheim. Aus diesem Grund, und weil ich die vielen Fotos nicht in meinem Wochenbericht packen kann, nehme ich euch jetzt mit zu

meiner Erkundung des Poblado Minero el Arteal in Andalusien

den wir mit einer kurzen Fahrt von gut 20 Km der Küstenstraße entlang erreichen. Im ersten Moment, als 'Lotte' (unser Navi) die Anweisung zum Abbiegen gab, dachte ich 'jetzt spinnt sie mal wieder und führt uns querfeldein'. Das macht Lotte gern und beschert mir so manche Schreckmomente. Ihr wisst ja bestimmt aus meinen Berichten, dass ich der Fahrer bei uns bin. Ich bin der lausigste Beifahrer aller Zeiten, dafür ist mein Mann der beste Navigator der Welt. Gemeinsam mit Lotte lotst er mich durch die größten Städte, und überlässt mir gerne das Steuer.

Unerschrocken lenke ich deshalb 'Fridolin' über Feldwege und einem aufgeschütteten kleinen Bachrinnsal. Vorbei an langen Feldern, die auf der einen Seite bereits abgeerntet sind, auf der anderen Seite noch in voller Pracht stehen. Mein Mann und Lotte werden schon wissen was sie tun. Ungläubige Blicke einer kleinen Wandergruppe folgen uns. Als wollen sie sagen: mutig?! Aber jetzt gibt es kein zurück mehr. Langsam lotse ich Fridolin zu einem großen Platz, auf dem er freie Auswahl hat, wo er stehen möchte.

Ein kleiner Tipp, wenn ihr diesen interessanten Lost Place besuchen möchtet: auch wenn das Wetter (so wie heute trocken ist), nehmt die ältesten Schuhe oder Gummistiefel mit. Warum? Das erfahrt ihr später.

Die Gebäude Poblado Minero el Arteal

stehen am Rand eines Feldes - trostlos ohne Fenster, aber überwiegend doch noch mit einem Dach.

Während ich mich da vorsichtig umschaue, bekommt ihr

ein bisschen Geschichte zum Poblado Minero El Arteal - dem Lost Place in Andalusien

der ja nicht immer so verkommen und vernachlässigt daherkam. Die Geschichte um das verlassene Dorf begann schon in der Antike. Denn hier, so wurde durch Ausgrabungen belegt, war das Gebiet bereits besiedelt. Die Gründung des Dorfes El Arteal geht auf das Jahr 1944 zurück. Das Franco-Regime hatte das Sagen, und um die Wirtschaft in der Region wieder anzukurbeln, besann man sich darauf, was man früher schon getan hatte - den Erzabbau in der Sierra Almagrera wieder aufzunehmen.

Dafür wurde ein Unternehmen gegründet, die Minas de Almagrera, aber ohne Arbeitskräfte taugt das beste Unternehmen nichts. Dafür wollte man Fachkräfte aus anderen Landesteilen anwerben. Aber irgendwo mussten die ja auch leben. Man plante also ein Dorf, das aus ungefähr 250 Häusern bestehen sollte und in 12 Blöcken angeordnet wurde. Darunter Singlewohnungen sowie Wohnungen für ganze Familien. Ende 1951 war die Siedlung fertiggebaut und gab in der Blütezeit des Bergabbaus 900 Menschen eine Heimat.

Allerdings ging der Plan der Firma nicht auf, dass man durch die Schaffung von Unterkünften auch gute Arbeitskräfte bekam. Denn die hatten bereits ihre guten Jobs und wollten mit ihren Familien nicht umziehen. Aber, man musste nehmen was man bekam, auch wenn man ihnen nicht das Prädikat 'sehr gut' geben konnte. 1958 war das ganze Unternehmen jedoch zum Scheitern verurteilt, der Bergbau wurde aufgegeben - aber das kleine Dorf blieb und wurde dem Verfall überlassen.

Ein Blick in das Innere der Gebäude

lässt diesen Verfall überdeutlich werden. Vielleicht wird hie und da noch jemand sein Übernachtungslager aufschlagen. Aber insgesamt .... verfallen und trostlos.

So richtig weit in die Innenräume habe ich mich nicht gewagt, denn alles sieht schon richtig baufällig aus.

Die Ausstattung des verlassenen Dorfes Minero el Arteal

konnte sich jedoch sehen lassen. Da wurde an alles gedacht, was das Leben der angeworbenen Arbeiter schöner machen sollte. Nicht nur, dass die Wohnungen komplette Badezimmer mit Warmwasser aufwiesen, über die sich so mancher Hausbewohner in der Umgebung gefreut hätte - nein, man hatte auch eine ganz spezielle Art der Wärmedämmung der Häuser. Kinos oder Billardzimmer boten Abwechslung und der Bedarf für das tägliche Leben konnte direkt im Dorf in den Läden gedeckt werden.

Wichtig im Dorf war die medizinische Versorgung mit einem Krankenhaus. Ich war echt erstaunt, als ich nachlesen konnte, dass hier sogar ein Krankenhaus spezialisiert auf Traumatologie untergebracht war. Natürlich mit allen notwendigen Ausstattungen wie Röntgengeräte, OP-Saal und allem was man eben benötigt. Auch die Guardia Civil hatte einen Standort hier.

Jammerschade eigentlich, dass man die Siedlung in dieser Größe dem Verfall überließ und nicht für die einheimische Bevölkerung den teilweise so dringenden Wohnraum geschaffen hat. Gelegentlich hält sie heute als Übungsgelände für die spanische Legion her. Die vielen Einschusslöcher lassen darauf schließen, dass hier fleißig geübt wird/wurde.

Impressionen um das Dorf Minero el Arteal

ein Lost Place aus dem Bilderbuch. Die Natur holt sich nach und nach ihr Reich wieder zurück.

Jetzt kommt meine Warnung vom Anfang 🙂

Eingesunken im Schlamm

Mutig wollte sich mein Mann im Außenbereich in den hinteren Teil 'vorarbeiten'. Gerade noch rechtzeitig um mich zu warnen, es nicht nachzumachen.

Er blieb im Schlamm stecken. Ihr seid damit vorgewarnt.

Die Umgebung um das verlassene Dorf Minero el Arteal in Andalusien

sieht genauso verlassen und trostlos aus. Aber nur, weil Erntehelfer bereits das komplette Feld mit Zucchini abgeerntet haben. Überall an der Straße entlang sieht man sie noch fleißig arbeiten. Mit Bussen werden sie an die Felder gefahren. Nachteil an dem ganzen Gemüseanbau ist aber der viele Müll, der bei den Gewächshausplantagen rund um Almería genauso kritisch gesehen wird. Denn das Feld wird ebenfalls mit Folie abgedeckt. Und die wird entweder vom Wind zerfetzt in alle Winde verweht, wo sie dann einfach liegenbleibt, oder sie wird zusammengerollt und bleibt dann am Rand der Felder ebenso liegen. Der Natur tut das alles andere als gut.

Landschaftlich mit der Sierra im Hintergrund ist es aber bestimmt eine schöne Wandergegend.

Das Wetter zeigt sich auch gerade wieder von seiner unstabilen Seite. Im Hintergrund lassen uns die Wolken zum Aufbruch mahnen. Zurück über den zugeschütteten Bachlauf, fahren wir, begleitet von dunklen Wolken Richtung Mojácar.

Habt ihr Lust auf weitere interessante Los Places in der Region um Mojácar in Andalusien? Dann folgt mir in den Beiträgen im nächsten Abschnitt und habt viel Spass bei der Entdeckung, so wie wir sie auch hatten.

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So kommt ihr nach Poblado Minero el Arteal in Andalusien