Der Altar de la Virgen am Playa de la Galera - oder auch einfach der "Hippie-Tempel von Carboneras" ist ein lohnendes Ausflugsziel an der Küste bei Carboneras in Andalusien.

"Buchtenhopping" nannten wir es schon im letzten Jahr an der Costa Blanca - einfach entlang der Küstenstraße und die einzelnen Buchten und Strände entdecken. Das war heute unser Vorhaben, als wir von unserer Ferienwohnung bei Mojacar aufbrechen und die AL-5107 Richtung Carboneras fahren.

Aber nicht nur der Strände wegen, die sich hier am Rand des Naturparks Cabo de Gata-Nijar befinden, lohnt es sich diese Küstenstraße zu fahren.

kuestenstrasse AL 5107 ausblick vom mirador de la granatilla andalusien 2018
kuestenstrasse AL 5107 ausblick vom mirador de la granatilla andalusien 2024

Diese atemberaubende Bergstraße verbindet Mojacar mit Carboneras - sehr gut ausgebaut und mit einigen Miradors für wunderschöne Ausblicke.

Verfahren kann man sich auf dieser Strecke nicht. Und wenn ihr an einer großen Bauruine, die als Lost Place am Playa del Algarrobico am Hang klebt, vorbeikommt, dann haltet Ausschau nach einem kleinen Abzweig der zu einem großen Parkplatz führt.

Der unbewachte Parkplatz am Strand von Algarrobico, der Platz für über 50 Fahrzeuge bietet, war heute das Ziel einiger Wohnmobile, die in dieser ruhigen Zeit noch das Freistehen genießen.

Kommt jetzt mit zu

meinem Besuch des Altars de la Virgen de Brecha am Playa de la Galera in Carboneras

Vom Parkplatz am Playa del Algarrobico geht es hinunter an den Strand und immer weiter Richtung Süden. Ich liebe solche Strandspaziergänge. Mein Mann braucht hier sehr viel Geduld mit mir, bleibe ich doch immer wieder stehen, schaue aufs Meer und beobachte die Wellen. Es ist einfach Entschleunigung pur und Wasser, egal ob Meer, See, Fluss oder Bach ist einfach ein Kraftort für mich.

Schon von weitem sieht man, dass dieser Weg der richtige ist, und

der "Hippie-Tempel von Carboneras"

taucht auf. Nein, eigentlich sieht man erstmal nur Steintürmchen ....

Steintürmchen findet man an vielen Stränden und Seen. Und die Erbauer solcher Türmchen stört es auch nicht, dass es eigentlich verboten ist.

Warum ist das Bauen von Steintürmchen nicht erlaubt?

Egal wo, ob am Strand oder in den Bergen, unter Steinen suchen Kleinstlebewesen ihren Schutz vor Fressfeinden um ungestört zu leben oder zu brüten. Keiner hat es gerne, wenn ein anderer das Zuhause zerstört. Außerdem schützen Steine, egal ob klein oder groß, den darunterliegenden Boden vor Wind und Regen.

Es gibt allerdings auch offizielle Steinmännchen, wie sie auch genannt werden. Nämlich dann, wenn sie als offizielle Markierung für Wege dienen. Stellt euch vor, jeder setzt irgendwo auf dem Weg weitere Steinmännchen, weil es halt so toll aussieht? Verwirrung pur.

Aber hier am Strand von Galera ist alles ein bisschen anders.

Wie sind am Strand von Galera die Steintürmchen entstanden und warum sind sie erlaubt?

Den Anfang machte ein ehemaliger Polizist, Miguel Ángel, der 2020 zum Ausgleich zu seinem Job hier am Strand begann Steine übereinander zu setzen und kunstvoll zu dekorieren. Viel mehr ist über ihn nicht zu erfahren. Aber er hat mit seinen Türmchen einen einzigartigen Ort geschaffen, der die Menschen anzieht.

Und nicht nur das - mittlerweile gelten diese Steintürmchen als künstlerisches Bauwerk und es wird geduldet, dass die vielen Besucher kunstvoll ihre eigenen Türmchen bauen oder kunstvoll bemalte Steine an diesem Ort zurücklassen.

So wie für mich Wasser und vor allem das Meer ein starker Kraftort ist, so ist dieser Ort hier für viele andere Menschen ein Ort der Ruhe und der Meditation geworden. Man sieht es an den

vielen Kunstwerke am Hippie-Strand von Carboneras

Man braucht schon einige Zeit, um sich diese in aller Ruhe anzuschauen. Bei vielen Türmchen oder bemalten Steine lässt sich eine Geschichte erahnen ... wirklich einzigartig was hier entstanden ist. Ich habe es in dieser Form noch nie an anderer Stelle so gesehen.

Schaut euch mal diese Kunstwerke an. Ich konnte mich einfach nicht auf 'nur wenig' beschränken 🙂 

Diesmal bin ich nicht unter die Muschelsucher - ich habe als Steinbauer auch mein Steintürmchen an diesem Strand hinterlassen. Es ist bei diesen Fotos mit dabei 🙂

Ich konnte einfach nicht anders, denn in unseren Urlauben gibt es ein Ritual von mir. In der ersten Kirche die wir besuchen, entzünde ich eine Kerze. Aus Dankbarkeit für eine unfallfreie Anfahrt und für einen wunderschönen Urlaub. Dieses Ritual wiederhole ich je nach meinem Befinden.

Da wir aber seitdem wir ab 6. Januar 2026 unterwegs sind, noch keine geöffnete Kirche angetroffen haben, drückte ich an diesem besonderen Ort so meine Gefühle aus.

Übrigens ist das nur ein kleiner Teil von wunderschönen Steinen und Formationen, die es hier zu bestaunen gibt.

Der Altar de la Virgen de Brecha bei Carboneras in Andalusien

gibt diesem Ort nochmal etwas ganz Besonderes.

Ein Berg mit kunstvoll geschichteten Steinen, Figuren, Treppen die nach oben führen und immer wieder kleinen persönlichen Gedenkstätten - im Zentrum oben auf dem Hügel der Altar, der der "Virgen de la Brecha" gewidmet ist.

Virgen, die Jungfrau Maria ist in Andalusien allgegenwärtig. Das Wort 'Brecha' bedeutet im Spanischen 'Lücke'. Wenn man von oben auf diese Ort schaut, dann erkennt man die Felsnische an der Küste an der dieser Altar entstanden ist.

Bei Kilometerlangen Stränden haben unterschiedliche Strandabschnitte ihre eigenen Namen. Nur wenige Kilometer vor Carboneras liegt der "Hippie-Tempel von Carboneras"

am Playa de la Galera Carboneras

Wie ich bei meinen Recherchen zu dem Strand erfahren durfte, ist der Stadtname ein wichtiges Detail in der Suche. Es gibt nämlich unzählige weitere Strände gleichen Namens.

Der knapp einen Kilometer lange Naturstrand ist ungefähr 15 Meter breit und bietet Sand, aber auch sehr viel Kiesel. Badeschuhe sind hier sehr von Vorteil. Wie auch am Playa del Algarrobico gibt es hier keinerlei Infrastruktur. Erreichbar ist der Strand nur durch eine kleine Strandwanderung vom Parkplatz beim Playa del Algarrobico.

Wieder ein Ort an dem man mich abstellen und Stunden später wieder abholen könnte. Auf einer kleinen Felseninsel streckten Wasservögel ihr Gesicht der Sonne entgegen. Da die Sonne heute von Wind begleitet wird, sieht jede Welle, die das Meer an Land spült, anders aus. Noch nicht einmal Ende Januar reicht es aber aus, nur mit einem Pulli am Wasser zu stehen - einfach herrlich.

Ein Stück nach dem Abzweig zum Parkplatz (Richtung Carboneras) gibt es nochmal einen Abzweig. Ob es an diesem auch Parkplätze gibt, kann ich euch nicht sagen. Von hier gelangt man zum

Torre del Rayo in Carboneras

der 1584 unter Felipe II. (Philipp II.), dem spanischen Monarchen aus dem Haus der Habsburger, erbaut wurde.

Wie auch schon im letzten Jahr bei unserer Überwinterung an der Costa Blanca gesehen, wimmelt es auch in Andalusien vor Wachtürmen auf den Bergen am Meer. Die perfekte Lage um feindliche Ankömmlinge rechtzeitig zu sehen, um die Bevölkerung zu warnen und die Truppen in Alarmbereitschaft zu versetzen.

Irgendwann hieß es Abschied nehmen von diesem ganz besonderen Strand. Denn wir haben noch viel vor an diesem Tag.

Unser nächstes Ziel ist die kleine Stadt Carboneras, um dann an den nächsten Strand weiterzufahren, dem Playa de los Muertos. Kommt ihr mit?
Diesen Strand zeige ich euch in meiner Wochenzusammenfassung unserer Überwinterungswochen.

So kommt ihr zum Altar de la Virgen de Brecha (Hippie-Tempel) und dem Playa de la Galera in Carboneras