Am Playa de Agua Amarga in Andalusien

Autor: Inge

veröffentlicht am: Jan. 30, 2026

agua amarga 1993

Inhaltsverzeichnis

Im Nordosten des Naturparks Cabo de Gata liegt der wunderschöne Playa de Agua Amarga in der Provinz Almería in Andalusien.

Jetzt in der zweiten Woche unserer vier Wochen bei Mojácar fahren wir noch einmal die herrliche Strecke auf der AL-5107, die wir in der ersten Woche Richtung Carboneras und zur Playa de los Muertos gefahren sind. Doppelte Strecken lassen sich, egal in welche Richtung halt einfach nicht vermeiden, wenn man möglichst viel von der gesamten Gegend sehen möchte. Wir sind jetzt fast am Ende der zweiten Woche und haben uns doch erst zwei komplette Ruhetage gegönnt. Das Wetter zeigt sich von seiner wechselhaften Seite, und was wir haben, das haben wir gesehen.

Nein, richtig Regen hatten wir zum Glück nicht. Der hat sich in anderen Regionen Andalusiens bereits gut ausgetobt. Aber dunkle Wolken und Sturmwarnungen machen längere Ausflüge halt etwas unsicherer. Aber heute verspricht der Tag sonnig und warm zu werden. Geplant haben wir eine größere Rundreise zum Naturpark Gabo de Gata mit verschiedenen Stopps.

An den Parkplätzen beim Strand de los Muertos vorbei, ging es auf der AL-5106 entlang zu dem kleinen Fischerdorf. Kommt jetzt mit, um

ein paar Stunden am Playa de Agua Amarga in Andalusien

zu verbringen.

Der Fischerort Agua Amarga in Andalusien

heißt übersetzt 'bitteres Wasser'. Vermutlich, und darüber lässt sich nur spekulieren, stammt der Name von den umliegenden Minen, die das Wasser dort mit Eisenpartikeln versetzt haben.

Gegründet wurde der kleine Fischerort von den Mauren. Ruhig und beschaulich lebte man vom Fischfang und der Landwirtschaft. Industrie war hier ein Fremdwort. Die Verschlafenheit des Örtchens änderte sich aber schlagartig, als ab 1896 der Bergbau in der Region begann. Auf einer Eisenbahnline, wurde das Eisenerz aus den Minen von Lucainena de las Torres hinter Níjas zu den Klippen am östlichen Ortsrand transportiert. Von hier wurden sie dann über eine Erzverladeanlage weitertransportiert. Wo das war, werdet ihr später auf meinen Fotos noch sehen.

Auch heute ist Agua Amarga ein kleines Örtchen geblieben. Trotz der Eingliederung in den Naturpark Cabo de Gata, oder vielleicht gerade deshalb? Hochhäuser sieht man hier vergebens, dafür laden kleine weiße Häuser den Besucher ein, vielleicht durch das kleine Örtchen zu schlendern. Da wir heute noch sehr viel auf unserem Plan haben, ist diese Aktion jedoch gestrichen und wir fahren direkt zum Strand und einem Parkplatz den Google ausweist. Durch eine Höhenschranke ist hier die Durchfahrt für Wohnmobile gesperrt. Aber unser 'Fridolin' ist ja nicht so hoch und fährt forsch unter der Schranke durch. Psssst, nicht verraten, das war ich. Denn ich sah am Ende parkende Autos. Doch nach einigen Metern war für uns Schluss. Vermutlich hat es die letzten Tage auch hier geregnet und der ganze Platz war ein See. Nein, da fahren wir jetzt nicht durch.

Ihr seht es auf dem Foto, der dritte von links ist Fridolin, er hat doch noch ein Plätzchen bekommen. Und wir sind die wenigen Schritte

an der Playa de Agua Amarga

550 Meter lang und 30 Meter breit liegt der Sandstrand, der gerade durch die Wetterkapriolen ein bisschen zerzaust aussieht vor uns.

Es gibt ja Unmengen großer und kleiner Strände an der Costa de Almería, die man anfahren kann. Wenn ich denke, allein Mojácar wo wir unsere Ferienwohnung haben hat Kilometerlange Strände. Warum kam gerade der Playa de Agua Amarga auf meine Liste? Schaut mal, genau wegen der

Felsenhöhlen in Agua Amarga

die ich bei meinen Recherchen entdeckt habe. Und genau solche Entdeckungen reizen uns auf unseren Ausflügen. Schließlich - Sandstrand allein ist ja (fast) überall.

In Cuevas del Almanzora sieht man ebenso anschaulich noch über 200 Höhlenwohnungen im Fels. Das Höhlenmuseum haben wir in der ersten Woche besucht. Hier am Strand sollen die Felsöffnungen als Piratenverstecke gedient haben. Vielleicht waren sie aber auch ein einfaches Heim für die Bevölkerung? In die weichen Felsschichten ließen sich die Höhlen gut hineingraben. Die Inneneinrichtung, ihr seht es auf den nachfolgenden Fotos, bestand sogar aus in Stein gehauene Regale.

Tja, da steh ich nun da unten, und würde liebend gerne wie eine Gemse zu den Höhlen hinaufklettern. Vielleicht sogar ein Stück nach vorne, wo sich ein toller Blick aufs Meer bietet, und wo gerade ein junger Mann sicheren Schrittes nach vorne geht. Unschlüssig habe ich mit meinem Träumerle und meinem Kritiker in einem inneren Dialog gekämpft. "Du könntest so tolle Fotos von da oben machen" ... "und wie willst du da hinaufkommen? Geschweige wieder herunter?" "Du weißt doch ...." Manchmal sollte man einfach tun.

Aber mit diesem 'einfach tun' habe ich mich schon einmal in eine richtig schwierige Lage gebracht: In der Erholungsphase nach meinen sechs kleinen Schlaganfällen sind wir mit der Gondel auf einen Berg. Ganz easy gingen die Leute den Weg weiter zum Gipfelkreuz. Das hab ich doch früher auch ganz locker geschafft, also nichts wie los. Tja, und fast in der Hälfte des Weges merkte ich, dass ich absolut nicht mehr schwindelfrei war, dass Höhe und Tiefe und mein Gleichgewicht auf solchen Wegen ein ganz großes Problem darstellten. Lacht nicht, auf dem Hinterteil bin ich langsam Stück für Stück wieder zur sicheren Stelle zurück. Aber ich gebe ja nicht auf. Mehrfach habe ich anschließend an dieser Schwachstelle geübt, und immer wieder gemerkt, an manchen Stellen geht es gut, an manchen Stellen lasse ich es trotz Unterstützung von meinem Mann bleiben. Oft geht dann mein Mann alleine auf hohe Aussichtspunkte, oder erklimmt wie hier den Fels.

Er kam mit ganz tollen Fotos wieder zurück, die ich euch hier zeigen kann. Aber auch mit der Erkenntnis: das wäre für dich schwierig geworden mit der Kraxelei. Also, also richtig gemacht. Man darf sich einfach seiner Grenzen bewusst sein und dazu stehen.

Ihr habt ja bestimmt schon bei meinen Beiträgen gemerkt: ihr seid auf einem Reise- UND Fotoblog. Bei manchen Motiven, so wie hier, kann ich einfach nicht genug bekommen und mich schwerlich entscheiden, welches Foto dann in meinen Beitrag darf. Während mein Mann auf Kraxeltour ist, mache ich mit meiner 'Emma' Fotos und Videos. Und bemerke so nicht, dass er mich von oben ins Visier nimmt ....

Was ich da so hochkonzentriert mit meiner Emma angestellt habe?

Immer wieder nehme ich kleine Videos auf, um sie dann in meine Beiträge und auf YouTube einzubinden. Auf unseren Fahrten lassen wir meistens unsere Dashcam mitlaufen.

Wenn denn nur auch genauso schnell Filme daraus werden würden, wie sie aufgenommen wurden 🙂

Jetzt kommt

der Blick zur Antiguo Cardagero de Minerales bei Agua Amarga

'Bis hierher und nicht weiter' - ging die Eisenbahnlinie die vom Hinterland ab Lucainena de las Torres nach Agua Amarga führte. Mit ihr das gewonnene Eisen, das dann hier auf Schiffe verladen wurde, damit es zu den Hochöfen der Bergbauunternehmen kam.

So wie ich nachlesen konnte, kann man den Ort besuchen, was wir heute aber nicht gemacht haben. Zuviel anderes steht noch auf unserem Plan.

Ich hab zweimal geschaut. Aber tatsächlich - heute, am 30. Januar haben sich unerschrocken zwei Schwimmer ins Meer gewagt. Erst die Frau, dann der Mann. Es ist zwar heute ein bisschen windig, aber die Sonne wärmt schon ordentlich.

Ihr merkt es schon - es ist nur ein 'einfacher' Strand. Aber man könnte mich da ohne Problem 'abstellen' und Stunden später wieder abholen. Es gibt für mich da soviel zu sehen, und wenn es nur die Wellen sind, die jede anders an Land kommt. Ich bin ja schon von Kind auf ein Wasserkind, aber diese Meerliebe ist vor vielen vielen Jahren auf Ibiza entflammt. Ich saß allein stundenlang auf den Klippen und konnte mich nicht sattsehen. Es war keine leichte Zeit damals, die mich zu meinem ersten Besuch auf die Insel brachte. Mein Vater ist kurz davor nach langer Bettlägerigkeit und Krankheit verstorben. Viel verlorene Kraft wurde am Meer wieder aufgebaut, viele Tränen wurden dem Meer mitgegeben. Insgesamt war ich neun Mal auf dieser traumhaften kleinen Insel, entschied auf ihr meine beruflichen Weichen neu ..... das Wasser und vor allem das Meer ist mein Kraftort geblieben.

Mein Mann, den ich nach dieser Zeit kennengelernt habe, lässt mich lächelnd gewähren. Wir sind noch eine Weile am Strand entlanggelaufen, in der Hoffnung noch eine Kaffeetankstelle zu finden. Aber der kleine Strand schien tief im Winterschlaf versunken. Aber

die Impressionen vom Playa de Agua Amarga

bleiben in mir wach.

Der kleine Ort bietet am Ortsrand auch einen Campingplatz. Vielleicht hab ich euch ja mit meinen Fotos Lust gemacht, den Strand zu besuchen - einer von ganz vielen im Naturpark Cabo de Gata und an der Küste von Almería.
Und wir fahren jetzt noch tiefer in den Naturpark Cabo de Gata, mit dem Endziel der Leuchtturm am las Sirenas Riff. Bleibt ihr dabei?

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