An der südlichen Stelle der Stadt Águilas in der Region Murcia, befindet sich 85 Meter über der Stadt das Castillo de San Juán de las Águilas.
Heute geht es über die Regionsgrenze in das von Mojácar ca. 65 Kilometer entfernte Águilas. Zu weit, dass wir es von unserer dritten Station unserer Überwinterungstour, vom Mar Menor aus ansteuern wollten. Fahre aber nicht direkt nach Águilas, sondern hüpf noch ein bisschen an den Buchten auf der Küstenstraße entlang. So wird aus einer eigentlich kurzen Fahrt eine Tagestour. Schließlich möchten wir ja so viel wie möglich von der Gegend sehen.
Hauptziel der Fahrt ist in Águlias die Festungsburg in luftiger Höhe. Zielstrebig bringt uns 'Lotte' unser Navi an den großen Parkplatz am Hafen. Kostenlos können wir 'Fridolin' während unserer Erkundungstour abstellen. Damit beginnt
meine Erkundung des Castillo de San Juán de las Águilas in Águilas
auf die ich euch jetzt mitnehme.
Der Weg zur Burg in Águilas
ist recht einfach vom großen Parkplatz aus zu finden. Zwei Varianten bieten sich dem Besucher an - entweder der kleinen Straße folgen, die man als Besucher aber nicht befahren darf, oder es geht in einer Abkürzung die vielen Treppen nach oben, bis man auf der kleinen Straße herauskommt. Wir sind auf dem Rückweg die komplette Straße gelaufen, dazu später mehr.




Ja, ihr seht richtig auf dem Foto. Für die letzten Stufen nach oben gibt es einen Aufzug. Nein, Inge, nicht für dich - den müssen wir gerade überprüfen. Egal, geht es eben die letzten Treppen ganz geruhsam nach oben bis zum Eingang in die Festungsburg. Die könnt ihr für einen wirklich sehr kleinen Eintrittspreis im Inneren anschauen. Meine Belohnung für den Treppenaufstieg war der kostenlose Eintritt, der Rentnern gewährt wird. Die Burg ist in drei Bereiche unterteilt, wie man anschaulich auf einer Tafel sehen kann.

Die Aufteilung der Befestigungsanlage de San Juán de las Águilas
Der halbrunde Festungsbau, der vom Weg aus zu sehen ist,
das Fort San Juán (el Fuerte)
ist eines der drei eigenständigen Anlagen der gesamten Burganlage. Ganz im Westen gelegen führen ein paar Treppen zunächst in einen Innenhof. Von dort gehen Treppen in die drei Ebenen dieser Anlage. Wohnräume und eine Küche sind im Erdgeschoss, ebenso wie weitere Räume, die als Museumsräume zu besichtigen sind. Über Wendeltreppen geht es nach unten ins Lager, dem Pulvermagazin und dem Verlies - und nach oben auf die große Terrasse mit den Kanonen.












Gegenüber im Osten liegt
die Batterie de San Pedro
Auch sie hat einen kreisförmigen Grundriss, an dem allerdings an der Nordfront Gebäude angebaut sind. Der Garnisionskommandant hatte hier seine Residenz. Konnte man im Fort weit übers Land beobachten was sich dort tut, hatte man von der Batterie aus die perfekte Kontrolle, wer über den Seeweg im Anmarsch ist.



Verbunden sind diese beiden Anlagen über den
Pasarela del Paisaje - der Verbindungsweg
Unentdeckt konnte man auf dem langen Weg vom Fort zur Batterie kommen.




Ein bisschen Geschichte zum Castillo de San Juán de las Águilas
darf an der Stelle natürlich auch nicht fehlen. Der Standort der Burg auf dem Hügel Punta Negara war die perfekte Lage für eine Besiedelung. Man hatte einen hervorragenden Ausblick nach allen Seiten, und so verwundert es nicht, dass hier bereits 3. v.Chr. eine Besiedlung nachgewiesen werden konnte.
Auch aus der Römerzeit konnte durch zahlreiche Funde belegt werden, dass der Hügel bewohnt war. Keiner kann es mehr sagen, ob irgendwann die Lage da oben zu beschwerlich wurde für die Bevölkerung.

Jedenfalls wollte niemand mehr da oben leben. Dies war auch noch zur Zeit der islamischen Besetzung so. Oben auf dem Hügel wurde, wie man ihn oft an der Küste findet, ein Wehrturm gegen Piraten erbaut. Den zerstörte allerdings ein Erdbeben 1596. Machen wir dann einen Sprung ins Jahr 1756. Zu dieser Zeit war Ferdinand VI. König von Spanien (bis 1759). Er hatte auch die Beinamen "der Besonnene oder der Gerechte" und hielt sich in der Außenpolitik einigermaßen neutral. Sofern das eben ging, denn ab 1756 kämpften sämtliche europäischen Großmächte im Siebenjährigen Krieg um Gebiete in Europa. Wenn ihr mehr zu diesem spanischen König lesen möchtet, dann klickt HIER.
Was bietet sich besser zur Verteidigung an, als eine Burg, da oben 85 Meter überm Meer mit dem besten 360° Rundblick? Er beauftragte den Militäringenieur Sebastián Feringán mit dem Plan und dem Bau. Er erlebte jedoch die Fertigstellung nicht mehr. Nach seinem Tod übernahm sein Halbbruder Karl III. die Regentschaft. Mit seinen unzähligen Reformen machte der sich aber nicht unbedingt beliebt bei der spanischen Bevölkerung. Aber jede Reform hat ja seine zwei Seiten, denn auch wenn manches umstritten war, innenpolitisch stärkte er er damit auch die Stellung der Bevölkerung. Und auch in der Armee wurde einiges übernommen, was z.B. in Preußen erfolgreich war.
War sein Vorgänger eher darauf bedacht sich außenpolitisch neutral zu verhalten, so war Spanien unter seiner Führung aktiv am Siebenjährigen Krieg beteiligt. Karl III. stellte den Bau der Burg fertig und ließ zu Füßen des Hügels eine geometrisch gestaltete Stadt anlegen. 1766 war die Stadtgründung von Águilas.
Die Ausblicke von der Burg de San Juán de las Águilas
sind von jeder Stelle dort oben einfach nur 'Wow'. Insgesamt kann Águilas über 30 Strände aufweisen. Von der Burg geht
mein Blick zum Playa de Poniente
und weit ins Hinterland.



Von der Batterie schweift
mein Blick zum Playa de Levante
hinüber, an den sich der Playa de las Delicias anschließt.



Wunderschön auch
der Blick auf den Pico de la Àguilica und die Isla del Fraile
Scheinbar hat die Spitze eine Ähnlichkeit mit einem Adlerschnabel, wodurch die Felsformation dann zu ihrem Namen kam. Wer den Aufstieg macht, der wird am Mirador mit einem wunderschönen Blick belohnt.
Die Insel (übersetzt Mönchsinsel) wurde zum Naturschutzgebiet erklärt und gibt einer bedeutenden Möwenkolonie eine Heimat.


Stichwort Möwen - und
der Blick aufs Meer
Ich beobachte die Vögel für mein Leben gerne. Solange sie mir nichts vom Teller klauen, und nichts auf mir abladen, dürfen sie gerne in der Nähe sein. Ich erinnere mich an eine Begebenheit in Venedig: wir haben uns mit kleinen Köstlichkeiten in einer Bar versorgt. Mangels Platz in dem Lokal konnte man die belegten Cicchetti auf einem Tellerchen mitnehmen, um sie am Weg zu verspeisen. Nicht aber, ohne den eindringlichen Rat der Bedienung: "Achtung! Möwenklau! Deckt eure Köstlichkeiten ab."




Natürlich darf
der Blick auf Águilas
nicht fehlen. Egal ob der Aufzug funktioniert oder ob er gerade gewartet wird, der Gang auf die Plattform lohnt sich für diesen Blick auf die Stadt. Für mich wieder einmal eine große Herausforderung und Übungsaufgabe. Seit meinen kleinen Schlaganfällen vor einigen Jahren, ich hab mir da gleich mehrere davon kassiert, habe ich auch heute immer noch ein Problem mit Höhe und Tiefe. Das trifft mich auch auf steilen Treppen oder Rolltreppen (z.B. in Metrostationen). Hier lösen wir das so, dass mein Mann vor mir geht, und ich, mit meiner Hand auf seiner Schulter meine Sicherheit habe.
Aber hier auf diesem Steg - holla die Waldfee. Erst wollte ich ja nicht, aber dann siegte doch die Neugier und mein Wille, dass ich von hier oben Fotos haben wollte. Gemäß meinem Motto: "Geht nicht, gibt's nicht." Kneifen ist eh keine Option für mich, und solange ich meine Grenzen kenne, probiere ich immer wieder mit Hilfe meines Mannes. Glaubt mir, ich war stolz wie Bolle, dass ich es da vor geschafft habe.




Inzwischen ist auch die Wartung des Aufzugs beendet, und wenn wir schon da vorne stehen, wählen wir diesen Weg nach unten zum Weg. Natürlich nicht, ohne dass wir uns in dem Restaurant zu Füßen der Burg noch eine Kaffeepause gönnen.



Gemütlich geht der Weg hinunter zu Fridolin. Aber nicht ohne interessante
Ausblicke auf den Hafen und die Lonja von Águilas
Auch wenn die Lonja meist erst am Abend geöffnet hat wenn die Fischer vom Fang zurückkommen, lohnt sich der Blick von der Promenade hinüber zum Strand. Insgesamt bietet Águilas an ganz vielen Stellen wunderschöne Ausblicke. Wir haben in Calpe an der Costa Blanca im letzten Jahr als Besucher einer Fischversteigerung zugeschaut. Interessant, wie schnell die Meeresbewohner hier die Besitzer wechseln.



Auch der
Leuchtturm von Águilas
ist vom Weg aus gut zu sehen. Ende August 1860 wurde der erste Leuchtturm direkt neben dem Hafen und unterhalb der Burg in Betrieb genommen worden. 14,6 Meter über dem Meeresspiegel und knapp 8 Meter über dem Boden hat er den Seefahrern den sicheren Weg gewiesen.
Der Sturm hat dann schlussendlich dem über 20 Meter hohen Turm sein Ende bereitet. Die Schäden war so groß, dass ausbessern nichts mehr brachte und er schlussendlich abgerissen wurde. 1973 durfte der neue Leuchtturm in Betrieb gehen. Er steht jetzt ein bisschen höher über dem Meeresspiegel.



Wir haben damit Águilas tschüss gesagt und haben uns gegen einen Stadtbummel entschieden. Schließlich haben wir noch weitere Punkte für einen Stopp auf unserem Zettel. Wollt ihr wissen was genau? Folgt mir einfach gerne in meinen Berichten.
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