Die Plaza de Toros, die Stierkampfarena in Vera zählt als älteste Stierkampfarena in der Provinz Almería in Andalusen.
Nachdem das Wetter am Sonntag einen Mix aus Sonne und tiefschwarzen Wolken geboten hat, vielerorts wurde man auch von einem Regenschauer nicht verschont, zeigt sich der heutige Tag wieder sonnig und warm. Der Wettergott scheint ziemlich launisch zu sein, seit wir vor gut einer Woche in Andalusien eingetroffen sind. Ständig wechseln sich dunkle Wolken mit Sonne ab, Stürme fühlten sich in dieser Zeit wohl in Andalusien - und ich konnte auf einigen Seiten lesen: dies ist der schlechteste Winter seit 20 Jahren in der Region. Zu kalt, zu nass und zu windig.
Bis jetzt konnten wir uns nicht beschweren. Ja, es war ein Wolkenmix und es war teilweise sehr windig. Aber wir wurden jeden Tag mal mehr, mal weniger von der Sonne verwöhnt und haben es deutlich wärmer als in Deutschland, die bei Minusgraden einen tiefen Winter erleben. Trotzdem, unserem Vorhaben, soviel Ausflüge am Anfang wie möglich, bleiben wir auch heute treu. Die Fahrt geht heute nach Vera, wenige Kilometer von unserer Ferienwohnung bei Mojácar in Richtung Hinterland. Kommt jetzt mit
Inhaltsverzeichnis
- 1 zu meiner Besichtigung der Plaza de Toros - der Stierkampfarena in Vera in Andalusien
- 1.1 Die Stierkampfarena in Vera von außen
- 1.2 Die Innenansicht der Plaza de Toros, der Stierkampfarena in Vera, Andalusien
- 1.3 ein bisschen Geschichte zur Plaza de Toros, der Stierkampfarena in Vera
- 1.4 das Museo Taurino in der Stierkampfarena von Vera
- 1.5 Ablauf einer Stierkampfveranstaltung
- 1.6 Das könnte euch auch interessieren
- 1.7 So kommt ihr zur Plaza de Toros, der Stierkampfarena von Vera in Andalusien
zu meiner Besichtigung der Plaza de Toros - der Stierkampfarena in Vera in Andalusien
Man kann die Arena nicht übersehen. Fährt man von Richtung Mittelmeer auf die Stadt zu, ist das große Rund am Eingang zur Stadt nicht zu übersehen. Etwas schwieriger ist da die Parkplatzsuche. Darf man auf dem großen Platz vor der Arena parken oder nicht? Da wir uns später noch die Stadt anschauen wollen, fuhren wir in Richtung Stadtmitte und sind den Weg zurückgelaufen.
Die Stierkampfarena in Vera von außen
Der Haupteingang zur Arena liegt auf der Sonnenseite, die Nebeneingänge im Schatten. Das Schauspiel im Inneren der Arena spielt sich jedoch meist auf der Schattenseite ab. Wer will als Torero schon in der Sonne braten?
Der große Platz vor der Arena lädt zu Ruhepäuschen ein. Ich finde, es ist im Gegensatz zur Stierkampfarena in Malaga ein schön gestalteter Platz.




Aber man sollte damit klar kommen, dass sich alles vor den Augen des
Denkmal Juan Antonio Ruiz, der berühmteste spanische Stierkämpfer
abspielt.

Wer ist Juan Antonio Ruiz?
Er wurde am 10. Juli 1962 geboren, ist unter seinem Künstlernamen "Espartaco" als einer der berühmtesten spanischen Stierkämpfer bekannt.
Wie sein Vater, wurde auch er Matadore und durfte jahrelang unangefochten als Nummer eins der Weltrangliste triumphieren.
Verletzungsbedingt zog er sich aus dem professionellen Stierkampf zurück.

Wer zu den Öffnungszeiten vor der Arena steht, dem wird durch das große Tor Einlass gewährt. Völlig kostenfrei, Spenden sind aber erwünscht und gerne gesehen. Überdeutlich ist signalisiert, was den Besucher in der Arena erwartet.
Die Innenansicht der Plaza de Toros, der Stierkampfarena in Vera, Andalusien
Die darf erstmal wortlos bei mir wirken ....








Während ich mich hier in aller Ruhe umschaue, bekommt ihr
ein bisschen Geschichte zur Plaza de Toros, der Stierkampfarena in Vera
Es war einmal - eine kleine Stierkampfarena, die 1849 erbaut, für die Bürger der aufstrebenden Stadt nicht mehr genügte. Immer mehr und reichere Bürger wählten die Stadt als ihr Zuhause. Da muss was Größeres her. Es wurde nach einem passenden Grundstück gesucht und zur Finanzierung der neuen "Plaza de Toros" wurde eine Aktiengesellschaft gegründet. Ein reicher Industrieller soll da maßgebend die Sache in die Hand genommen haben.
1879 wurde feierlich die Einweihung gefeiert. Jetzt soll die Stierkampfarena über 1.000 Besuchern Platz bieten. Drei Eingangstore führen nach innen, und natürlich darf am Haupteingang auch das Wappen nicht fehlen.
Einige Jahre nach der Einweihung kam die Arena in Besitz des damaligen Bürgermeisters, der diese käuflich erwarb. Er übertrug seine Eigentumsrechte an die Stadt Vera. Aber, es wurde eine große Arena ohne Veranstaltungen und dementsprechend litt das Gebäude. Es wurde restauriert, damit es für die Besucher am 25. September 1997 wieder die Tore öffnen konnte.
In einem Teil des Gebäudes ist
das Museo Taurino in der Stierkampfarena von Vera
untergebracht. Hier erfährt der Besucher alles über den Stierkampf, kann in Plakaten sehen, welche Toreros in der Arena mit den Stieren gekämpft haben und wie prachtvoll diese gekleidet sind.









Den Rest dürft ihr selber entdecken. Das Museum, klein aber fein, bietet Einblicke in den Stierkampf. Und der ist ja mittlerweile ziemlich umstritten in Spanien. In einer Umfrage haben sich rund 80 % der Spanier gegen solche Veranstaltungen ausgesprochen.
Die Geschichte des Stierkampfs
reicht bis weit in die Vergangenheit zurück. Schon vor über 3.000 Jahren finden sich Darstellungen von Stierkämpfen auf griechischen Vasen oder diversen Fresken. Auch in Spanien ist seit dem Mittelalter Stierkampf, mittlerweile zum spanischen Kulturgut erklärt, bekannt. Aber damals ging es vergleichsweise noch blutrünstiger zu. Stier oder Mensch - und so wurden die Tiere per Pferd mit Lanzen und Schwerter angestachelt. Damit der Adel sein Schauspiel hatte. Dem wurde Ende des 18. Jahrhunderts ein Ende gesetzt. Nichts mehr mit Leben aufs Spiel setzen - es wurden feste Regeln in der "Tauromaquia" festgelegt, die den Kampf mit den bis zu 700 Kilo schweren Stieren zu dem wandelten, wie der Stierkampf heute noch ist.
In der Stierkampfarena in Malaga konnten wir bei unserem Besuch einen Film über den
Ablauf einer Stierkampfveranstaltung
sehen. Ich musste mich abwenden. Sorry, das ist für mich genauso abartig wie die Tierquälerei mit den Pferdekutschen, die bei der größten Hitze die Touristen durch die Orte traben. Oder in dem wunderschönen weißen Dorf Mijas bei Malaga, wo man auf Esel durch den Ort 'reiten' kann. Wozu? Ihr spürt, ich könnte mich in Rage schreiben. Jeder darf sich dazu seine eigenen Gedanken machen und seine eigene Meinung bilden.
Klar, man könnte jetzt sagen, dass für den Stierkampf nur besondere Stiere in ausgewählten Zuchtbetrieben gezüchtet werden. Ansonsten gäbe es die ja nicht. Ich habe auch hier in Malaga Filme dazu gesehen. Sie wachsen quasi behütet auf, um dann in 'kurzen' ca. zwanzig Minuten in der Arena den Tod zu leiden. Andererseits musste für diese Tradition auch schon so mancher Torero sein Leben lassen oder wurde schwer verletzt. In Malaga gibt es für solche Fälle sogar eine eigene Krankenstation mit OP-Sälen, damit schnell gehandelt werden kann.
Die Corrida, also der Stierkampf, läuft nach einem strengen Ritual ab, das vom Präsident der jeweiligen Arena streng überwacht und kontrolliert wird. Nur er eröffnet einen Kampf, kann ihn unterbrechen oder sogar ganz absagen.
Den Beginn machen zwei historisch gekleidete Reiter, die sich vor der Präsidentenloge verneigen und symbolisch die Eröffnung des Kampfes erbitten. Danach beginnt der große Einmarsch. Es ist klar, dass dieser Einmarsch etwas ganz Besonderes sein muss - die Matadore marschieren mit ihrem Gefolge in der Arena ein. Begleitet wird jeder Matador von zwei Lanzenreitern auf ihren gepanzerten Pferden und weiteren Lanzenstechern zu Fuß. Der ranghöchste Matador darf die Kämpfe beginnen. Davor liefert er aber noch seine 'Präsentation' vor den Zuschauern ab. Prachtvoll gekleidet in seinem "Traje de luces" (Lichtgewand).
Streng ist dann der ca. 20-minütige Kampf festgelegt. Die Lanzenstecher, auch Banderilleros genannt, testen wie temperamentvoll der Stier ist. Das ist das "ich reiz dich mit dem roten Tuch-Spiel". Von Ferne beobachtet der Matador, wie der Stier auf diese Reize reagiert, bis er mit seinem roten Tuch und Drehungen den Stier noch mehr in Wallung bringt. Soweit so gut. Aber dann wird der Stier von den Lanzenreitern ganz gezielt mit Lanzen im Nacken verletzt. Die Lanzenstecher bringen sich währenddessen hinter einer Holzwand in Sicherheit.
Aber nur durch diese Verletzung des Tieres, kann dann der Matador zum finalen Stoß ansetzen. Das Publikum entscheidet schlussendlich durch farbige Tücher, ob diesem Matador die höchste Ehre eines Toreros zuteil kommen darf, dem Stier die Ohren und evtl. auch den Schwanz abzuschneiden.
Wir haben während der acht Wochen in Andalusien vier Stierkampfarenen besucht, schließlich kann man diesem Kulturgut, das in größeren Städten gepflegt wird, nicht aus dem Weg gehen. Bei der Arena in Malaga gab es noch mehr Einblicke, was vor, während und nach einem Kampf hinter den Kulissen passiert. Wo sich die Stiere vor dem Kampf aufhalten, was mit dem Tier nach dem erfolglosen Kampf passiert. Gänsehaut habe ich aber dann bekommen, als wir hier an der Kapelle für die Toreros vorbeigegangen sind, in denen der Torero vor dem Kampf in ein Gebet versinkt. Schließlich weiß er ja nie, wie er aus diesem Kampf herausgeht.
Ja, ich denke über diese Tradition lässt sich diskutieren.








Es ist durchaus interessant, egal wie die persönliche Einstellung dazu ist, sich eine Stierkampfarena anzuschauen. Denn schließlich zeigt sie die Kultur des Landes, in dem ich mich gerade aufhalte. So wie ich die landestypische Küche kennenlernen möchte, mich das Leben der Bevölkerung interessiert - so gehört eben auch die Arena dazu.
Wir sind bei mittlerweile weit über 25 Grad und Sonne pur wieder zurück in die Stadt, und haben uns dort noch umgesehen.
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