In einer der ältesten Städte im Osten der Provinz Almería, in Cuevas del Almanzora, befinden sich ein paar Sehenswürdigkeiten. So auch das Castillo in Cuevas del Almanzora, oder um ganz genau zu sein, das Castillo del Marquéz de los Vélez.

Ca. 25 km von unserer Ferienwohnung bei Mojácar liegt die Kleinstadt mit ihren gut 15.000 Einwohnern, die heute in der ersten Woche unserer Überwinterung in Andalusien unser Ziel ist. Weniger wegen der kleinen Stadt, sondern vielmehr wegen den Höhlenwohnungen, die dem Ort den Namen gegeben haben. Bereits um 1900 v.Chr. sollen in den Bergen Höhlen bewohnt gewesen sein. Bei meinen Recherchen im Vorfeld wurde mir angezeigt, dass die Gemeinde auch ein größeres Castillo hat.

Lotte hat uns zielstrebig zum eingegeben Ziel "Castillo" gebracht, wo es um das Schloss auch Parkplätze geben soll. Was Lotte und wir nicht wussten: es ist heute Markttag in Cuevas del Almanzora der rund um das Schloss am höchsten Punkt des Ortes abgehalten wird. Und nun? Mein Mann und Lotte sind ein perfektes Team, er hat mich über enge Straßen mitten durch den Ort gelotst - auf der Suche nach einem Parkplatz. Ich habe mir jeglichen Kommentar verkniffen. Voll konzentriert habe ich Fridolin um sämtliche Hindernisse auf dem Weg gefahren. Ihr habt es in meinen Berichten ja sicher bereits mitbekommen: Inge als Beifahrer - diese Kombination wünscht sich kein Fahrer. Eine Altlast lässt mich lieber auf dem Fahrersitz Platz nehmen. Mein Mann wusste es von Anfang an, er schläft auf Langstrecken selig vor sich hin - ein Zeichen, dass ich wohl kein schlechter Fahrer bin. Und schließlich hat er den wichtigsten Job überhaupt, er sagt wo es langgeht.

Und so bugsiert er mich wieder auf anderem Weg den Berg nach oben, um die Burg herum. Gönnt uns noch einen Ausflug in ein kleines Wohngebiet um genau in diesem ein freies Plätzchen für Fridolin zu sichern. Damit steht

meiner Erkundung des Castillos in Cuevas del Almanzora

nichts mehr im Weg. Und die beginnt mit der

Außenansicht Castillo in Cuevas del Almanzora

Puhhh, ganz schön wuchtig dieses Schloss. Bevor es durch das Tor gehen, haben wir uns noch einen Rundgang über den kleinen Wochenmarkt gegönnt.

Der Wow-Moment kommt, als ich im Innenhof des Schlosses stehe. Aber vorher bekommt ihr

ein bisschen Geschichte zum Castillo del Marquéz de los Vélez in Cuevas del Almanzora

Die beginnt für das Schloss in der Zeit, als 1488 die Rückeroberung der Katholischen Könige über die letzten muslimischen Hochburgen begann. Im Triumphzug wurden 50 Städte und Orte eingenommen, darunter so bedeutende Städte wie Mojácar, Vera, Níjar oder Vélez Blanco im äußersten Osten der Provinz Almería.

Zu dieser Zeit hatte Königin Isabella I. von Kastilien mit ihrem Mann Ferdinand II. von Aragón das Sagen. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Grundlagen für einen spanischen Staat gelegt wurden und die Mauren zurückgedrängt wurden. Sie trieben die Christianisierung Spaniens voran, leider damit verbunden auch die Vertreibung Tausender Juden und Muslime. Ihr ist es zu verdanken, dass Christoph Kolumbus 1492 durch ihr Sponsoring zur Entdeckung Amerikas aufbrechen konnte. Sie griff aber auch beim Adel durch, der, zog er nicht mit, kurzerhand entmachtet wurde und stellte die Armee unter ihre Krone.

Und so erzwang die Königin 1503 einen Deal, denn sie wollte unbedingt die Stadt Cartagena, die strategisch wichtig war. Pech für sie, denn die war im Besitz der Adelsfamilie Fajardo Chacón. Gibst du mir, gebe ich dir .... so kam die Adelsfamilie in den Besitz von Vélez Blanco und Vélez Rubio, inclusive Las Cuevas und Portilla. Als Goodie bekam er zusätzlich noch den Titel "Marquis von Vélez Blanco" verliehen, oder umgangssprachlich wurde er der "Marquis von Los Vélez". Natürlich muss man seine Macht demonstrieren, und so ließ der Markgraf eine Verteidigungsanlage auf dem Hügel der Stadt errichten. Von hier konnte er die Ostküste gut beobachten und innerhalb der Mauern auch sein Militär unterbringen. So ab 1517 ist der Bau entstanden.

Ich nenn es bei meinen Historienberichten immer das 'Ringlein-Spiel' - ihr kennt es bestimmt aus Kindertagen. Auch hier wandert der Besitz weiter von einer Hand in die andere, änderte damit aber den Rechtsstatus von königlicher Besitz zum herrschaftlichen Gut. Mehrfach hat der Besitzer gewechselt, bis das Schloss dann, notariell besiegelt, 1989 in den Besitz der Einwohner von Cuevas del Almanzora kam.

Der Innenhof des Castillo Cuevas del Almanzora

Er diente früher als Paradeplatz, und war Zugang zum Schlossgebäude und den anderen Nebengebäuden innerhalb den dicken Burgmauern. Heute zeigt sich eine große Freilichttribüne, was darauf schließen lässt, dass es der perfekte Ort für Veranstaltungen ist. Faszinierend die Allee mit den Orangenbäumen.

Das Schlossgebäude im Castillo Cuevas del Almanzora

Dort ist eine Ausstellung untergebracht, die man besichtigen kann. Zur Zeit unseres Besuches aber leider geschlossen, da der Angestellte eine Führung durch das Museum der Höhlenwohnungen durchführte. Und sich teilen geht halt nun mal nicht. Aber auch ohne Besuch der Ausstellung kann man die Anlage kostenfrei besuchen.

24 mal 19 Meter ist der Grundriss des Palastes, der sich vieler Elemente aus dem Mittelalter bedient hat. Die Mauern von Zinnen bekrönt, zahlreiche Schießscharten mit denen man das Castillo verteidigen konnte, und ein Wehrgang der bis zum Eingangstor führt. Von den Obergeschossen konnte der Schlossherr den gesamten Platz überblicken, und verfolgen, was seine Truppe so treibt.

Angeschlossen an das Schlossgebäude ist

der Bergfried im Castillo Cuevas del Almanzora

der, 18 Meter hoch und mit dicken Mauern versehen, die Kommandozentrale der Truppe war. Aber nicht nur das, da er nach vielen Seiten den Überblick bot, diente er auch bei Gefahr ein Zufluchtsort. Vom Palast aus, war er über eine Brücke erreichbar.

Kommt jetzt noch mit zu meinem Rundgang durch den Innenhof.

In einem Gebäude ist die Tourist-Information des kleinen Städtchens untergebracht. Die Innenhofanlage ist kostenfrei zu besichtigen, möchte man in das Museum, so darf man eine kleine Eintrittsgebühr bezahlen. Wir haben uns, entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten, in diesem Langzeiturlaub dazu entschieden, dass wir nur wirklich interessante Museen besuchen werden. Unser Fokus in diesen acht Wochen in Andalusien lag auf Meer, Natur, Berge, kleine Dörfer und Städte, Kirchen sofern sie geöffnet sind - aber nicht im Run durch die Museen.

Was uns aber doch wirklich interessiert, ist ein Besuch im Museum der Höhlenwohnungen. Rings um Cuevas del Amanzora finden sich in den Bergen noch zahlreiche Eingänge zu diesen Wohnungen. Das Museum ist nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen, und der haben wir uns natürlich angeschlossen. Kommt ihr auch mit? Dann klickt weiter unten auf den Link.

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